- NATO-Gipfel in Ankara bekräftigt kollektive Verteidigung nach Artikel 5
- Lastenneuverteilung innerhalb der Allianz zentrales Thema unter US-Druck
- Jahrestagung der NATO-Parlamentarierversammlung im November 2026 in Berlin
NATO-Gipfel in Ankara und Jahrestagung der Parlamentarischen Versammlung in Berlin
Der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages hat in einem Aktuellen Begriff vom 12. Oktober 2026 die Ergebnisse des NATO-Gipfels in Ankara zusammengefasst und auf die bevorstehende Jahrestagung der Parlamentarischen Versammlung der NATO in Berlin hingewiesen.
NATO-Gipfel in Ankara: Bekenntnis zur kollektiven Verteidigung
Am 7. und 8. Juli 2026 trafen sich die Staats- und Regierungschefs der 32 NATO-Mitgliedstaaten in Ankara. Im Mittelpunkt stand die Bekräftigung von Artikel 5 des Nordatlantikvertrages, demzufolge ein Angriff auf ein Mitglied als Angriff auf alle gilt. NATO-Generalsekretär Mark Rutte betonte zum Abschluss, dass Einigkeit, Solidarität und gemeinsame Stärke die Grundlage für Frieden und Sicherheit bildeten.
Die Analyse stellt fest, dass die kollektive Verteidigung nach Jahren des weltweiten Krisenmanagements wieder zur vorrangigen Aufgabe des Bündnisses geworden ist. Deutschland leistet dazu einen zentralen Beitrag durch die dauerhafte Stationierung der Panzerbrigade 45 in Litauen an der NATO-Ostflanke.
Russland, China und die Frage der Lastenteilung
Das Dokument ordnet Russland seit der Annexion der Krim 2014 und dem Angriffskrieg gegen die Ukraine als erheblichste und direkteste Bedrohung für die Sicherheit der Bündnispartner ein. Daneben benennt die Analyse die Volksrepublik China als systemische Herausforderung sowie erweiterte Bedrohungsfelder im Cyber-, Informations- und Weltraumbereich.
Ein Schwerpunkt des Gipfels war die Lastenneuverteilung innerhalb der Allianz. Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump übt erheblichen Druck auf die europäischen Verbündeten aus, größere militärische und finanzielle Verantwortung zu übernehmen, und droht wiederholt mit einem Truppenabzug aus Europa.
Parlamentarische Versammlung der NATO tagt im November in Berlin
Die Parlamentarische Versammlung der NATO wurde 1955 gegründet und bietet 281 Parlamentariern aus den Mitgliedstaaten ein Forum zum Austausch über sicherheits- und verteidigungspolitische Themen. Sie tagt zweimal jährlich für jeweils vier Tage.
Der Deutsche Bundestag und der Bundesrat sind gemeinsam Gastgeber der Jahrestagung vom 20. bis 23. November 2026 in Berlin. Erwartet werden bis zu 600 Teilnehmer aus Mitgliedstaaten, Kandidatenländern wie der Ukraine, Georgien und Bosnien und Herzegowina sowie aus 19 Partnerstaaten. Themen sind unter anderem die Stärkung der Bündnisresilienz, die Rolle der Parlamente bei Verteidigungsinnovationen sowie die Aufrechterhaltung erhöhter Verteidigungsausgaben. Zudem soll die Versammlung einen neuen Präsidenten wählen.
Deutschland entsendet 18 Mitglieder in die Versammlung: zwölf Abgeordnete des Bundestages und sechs Mitglieder des Bundesrates. Die deutsche Delegation wird von der SPD-Abgeordneten Marja-Liisa Völlers geleitet. Die Ausrichtung der Tagung in Berlin biete laut Analyse die Gelegenheit, Deutschlands sicherheitspolitisches Engagement in der NATO sowie seinen Einsatz für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu unterstreichen.
➜ Vollständiges Dokument (PDF)


































































