- Elftägige Totalsperrung Köln Hbf im Januar 2027 geplant
- Rückbau geschädigter Bahnsteigdächer macht Sperrung länger als 2025
- S-Bahn und zwei Fernverkehrsgleise in Deutz bleiben nutzbar
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7364 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Im November 2025 scheiterte die Deutsche Bahn bei dem Versuch, das Stellwerk im Kölner Hauptbahnhof zu erneuern. Damals war eine zehntägige Sperrung geplant. Nach dem Abbruch kündigte die DB AG eine kürzere Folgemaßnahme an, plant nun aber im Januar 2027 eine elftägige Totalsperrung — einen Tag länger als beim ersten gescheiterten Versuch. Köln Hauptbahnhof ist einer der meistfrequentierten Bahnknoten Deutschlands und für den Regional- und Fernverkehr in Nordrhein-Westfalen zentral bedeutsam.
Im Detail
Nach Auskunft der DB InfraGO wird die Sperrpause genutzt, um neben der Inbetriebnahme des Elektronischen Stellwerks (ESTW) Köln Hbf weitere notwendige Arbeiten zu erledigen. Diese Arbeiten hätten sonst zusätzliche Sperrungen und erneute Belastungen für Fahrgäste zur Folge, die so vermieden werden können.
— Antwort der Bundesregierung, BT-Drs. 21/7364
Der Kölner Hauptbahnhof steht vor einer erneuten Totalsperrung: Im Januar 2027 plant die Deutsche Bahn AG eine elftägige Unterbrechung des Regional- und Fernverkehrs, um das Elektronische Stellwerk (ESTW) in Betrieb zu nehmen. Das ist ein Tag länger als beim ersten gescheiterten Versuch im November 2025. Die Bundesregierung hat auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen geantwortet und die Hintergründe erläutert (BT-Drs. 21/7364, Antwort des Bundesministeriums für Verkehr vom 24. Juli 2026).
Warum dauert die Kölner Hauptbahnhof-Sperrung länger?
Laut Bundesregierung nutzt die DB InfraGO die elftägige Sperrpause nicht allein für die Inbetriebnahme des neuen Stellwerks. Gleichzeitig werden Rückbauarbeiten an Bahnsteigdächern im benachbarten Bahnhof Köln Messe/Deutz durchgeführt. Bei routinemäßigen Inspektionen waren im Inneren dieser Dächer Schäden festgestellt worden, die nun behoben werden müssen. Zusätzlich wird ein Gebäude im Betriebsbahnhof am Hansaring abgerissen. Die Bundesregierung begründet die gebündelte Maßnahme damit, dass diese Arbeiten andernfalls weitere Sperrungen und erneute Belastungen für Fahrgäste nach sich gezogen hätten.
Was gilt aktuell?
Seit dem Scheitern der ersten Sperrung im November 2025 läuft der Kölner Hauptbahnhof weiterhin mit dem alten Stellwerk. Die Modernisierung des Stellwerks ist damit seit mehr als einem Jahr überfällig. Köln Hauptbahnhof gehört zu den meistfrequentierten Bahnknoten Deutschlands; eine mehrtägige Unterbrechung des Regional- und Fernverkehrs hat weitreichende Folgen für Pendlerinnen und Pendler sowie für den überregionalen Zugbetrieb in Nordrhein-Westfalen.
Eingeschränkte Ausweichmöglichkeiten über Köln Messe/Deutz
Erschwerend kommt hinzu, dass parallel zur Hauptbahnhof-Sperrung auch der Bahnhof Köln Messe/Deutz für den Regional- und Fernverkehr weitgehend nicht zur Verfügung steht. Die Erneuerung der Bahnsteigdächer dort macht die meisten Gleise unnutzbar. Laut Bundesregierung sind jedoch die Fernverkehrsgleise 11 und 12 in Köln-Messe/Deutz (tief) weiterhin in Betrieb. Auch die S-Bahn verkehrt während der gesamten Sperrpause durchgehend. Köln bleibt damit per Bahn erreichbar — wenn auch mit deutlich eingeschränktem Angebot.
Verkehrskonzept noch in Planung
Auf die Frage nach konkreten Umleitungs- und Ersatzkonzepten verweist die Bundesregierung auf laufende Abstimmungen zwischen der DB AG und den Eisenbahn-Verkehrsunternehmen. Das endgültige Verkehrskonzept werde nach Abschluss der Planungen frühzeitig kommuniziert. Ein konkreter Zeitplan für diese Kommunikation ist der Antwort nicht zu entnehmen. Für Fahrgäste, die ihre Reisen für Januar 2027 planen, fehlen damit bislang konkrete Informationen über Alternativen.
Nach Abschluss der Maßnahme soll die ESTW-Inbetriebnahme abgeschlossen sein — laut DB AG sind danach keine weiteren Sperrungen im Rahmen der Stellwerksumrüstung notwendig. Das Bundesministerium für Verkehr stützt sich in seiner Antwort ausdrücklich auf Auskünfte der DB AG und DB InfraGO, ohne eigene Bewertungen vorzunehmen. Weitergehende Informationen zur Koordination zwischen Bund, DB AG und dem Land Nordrhein-Westfalen enthält die Drucksache nicht.
Die Fragen zur Sperrung des Kölner Hauptbahnhofs reihen sich in eine breitere Debatte über den Zustand der deutschen Bahninfrastruktur ein. Auch beim Schienengüterverkehr werden Planungslücken sichtbar. Die Bundesregierung hatte erst kürzlich Fragen zur Versorgungssicherheit kritischer Infrastruktur beantwortet.
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Betroffen sind Pendlerinnen und Pendler sowie alle Reisenden im Großraum Köln, die auf den Regional- und Fernverkehr angewiesen sind. Gleichzeitig stehen während der Sperrung die meisten Gleise in Köln Messe/Deutz ebenfalls nicht zur Verfügung, was die Ausweichmöglichkeiten einschränkt.
Die Bundesregierung beantwortet alle fünf Fragen, stützt sich dabei aber weitgehend auf Auskünfte der DB AG und DB InfraGO. Das konkrete Umleitungskonzept liegt noch nicht vor und wird auf einen späteren Zeitpunkt verwiesen.
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Anfrage wurde mittlerweile beantwortet. Kölner Hauptbahnhof: Zweite Totalsperrung für 11 Tage im Januar 2027 →
- ESTW (Elektronisches Stellwerk)
- Modernes digitales Steuerungssystem für den Eisenbahnbetrieb, das ältere elektromechanische Stellwerke ersetzt und eine zuverlässigere sowie effizientere Zugsteuerung ermöglicht.
- DB InfraGO
- Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn AG, die für den Betrieb und die Instandhaltung der Schieneninfrastruktur in Deutschland zuständig ist.
- Totalsperrung
- Vollständige Sperrung eines Bahnhofs oder Streckenabschnitts für den regulären Zugverkehr, sodass kein Regional- oder Fernverkehrszug ein- oder ausfahren kann.
Warum dauert die zweite Sperrung länger als die erste?
Laut Bundesregierung werden neben dem neuen elektronischen Stellwerk auch Rückbauarbeiten an beschädigten Bahnsteigdächern in Köln Messe/Deutz und ein Gebäudeabriss am Hansaring durchgeführt, um spätere Zusatzsperrungen zu vermeiden.
Ist Köln während der Sperrung per Bahn erreichbar?
Ja – die S-Bahn verkehrt durchgehend weiter, und die Fernverkehrsgleise 11 und 12 in Köln-Messe/Deutz (tief) stehen ebenfalls zur Verfügung.
Sind nach der Sperrung im Januar 2027 weitere Sperrungen geplant?
Laut Auskunft der DB AG ist für die Inbetriebnahme des Elektronischen Stellwerks keine weitere Sperrzeit notwendig.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7364 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.

































































