- Totalsperrung Rosenheim–Salzburg von Februar bis Juli 2027 geplant
- Grüne stellen 73 Detailfragen zu Kosten, Zustand und Ersatzverkehr
- Strecke wichtig für Fernverkehr Deutschland–Österreich
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7143 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Die DB InfraGO betreibt seit 2024 ein Programm zur Generalsanierung hochbelasteter Bahnkorridore in Deutschland. Die Strecke Rosenheim–Salzburg ist eine der zentralen Verbindungen zwischen Bayern und Österreich und wird von Fern-, Nah- und Güterverkehr genutzt. Für die Sanierung ist eine vollständige Streckensperrung von fünf Monaten geplant, die Reisende, Pendler und Gütertransportunternehmen gleichermaßen betrifft. Die Anfrage wurde am 6. Juli 2026 eingereicht und am 14. Juli 2026 als Drucksache 21/7143 veröffentlicht.
Im Detail
Die Generalsanierung ist auch für Österreich von großem Interesse, wesentliche Teile des österreichischen Fernverkehrs nutzen diese Strecke.
— BT-Drs. 21/7143, Vorbemerkung der Fragesteller
Die Bahnstrecke zwischen Rosenheim und Salzburg steht vor einer tiefgreifenden Erneuerung: Die DB InfraGO plant die Generalsanierung vom 7. Februar 2027 bis zum 9. Juli 2027 – rund fünf Monate Vollsperrung auf einer der meistgenutzten grenzüberschreitenden Bahnverbindungen in Süddeutschland. Für Reisende, Pendler und den Güterverkehr bedeutet dies eine erhebliche Einschränkung. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hat die Bundesregierung mit der Drucksache 21/7143 vom 14. Juli 2026 in 73 Einzelfragen um Auskunft gebeten.
Was bei der Generalsanierung Rosenheim–Salzburg erneuert wird
Das erklärte Ziel der Generalsanierung ist die Reduzierung von Verspätungen durch den Austausch maroder Infrastruktur. Erneuert werden sollen laut Drucksache Gleise, Weichen und die Oberleitung. Die Grünen fragen darüber hinaus nach dem Zustand aller 27 Anlagenkategorien – von Signalen und Stellwerken über Bahnsteige bis hin zu Schallschutzwänden und Tunneln. Konkret verlangen die Abgeordneten Auskunft darüber, welche Mengen jeder Anlagenklasse im Sanierungsgebiet vorhanden sind, welche davon ersetzt, saniert oder neu errichtet werden.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der digitalen Zukunftsfähigkeit der Strecke: Mehrere Fragen betreffen die Vorbereitung auf das europäische Zugsicherungssystem ETCS sowie den Mobilfunkstandard FRMCS, der GSM-R ablösen soll. Die Anfrage erkundigt sich, welche Anlagen im sogenannten ETCS-Ready-Zielzustand hinterlassen werden und wo Lücken bestehen bleiben.
Kosten und Wirtschaftlichkeit der Generalsanierung
Über die Gesamtkosten der Generalsanierung – inklusive Risikopuffer und vorgesehener Eigenmittel der Deutschen Bahn – schweigt die Drucksache, da es sich um eine offene Anfrage handelt und die Bundesregierung noch nicht geantwortet hat. Die Abgeordneten verlangen jedoch eine vollständige Kostenhistorie seit Planungsbeginn, aufgeschlüsselt nach Zeitpunkt und jeweiligem Kostenschätzstand. Zudem fragen sie nach dem Nutzen-Kosten-Verhältnis sowie den einzelnen Barwerten der Wirtschaftlichkeitsprüfung.
Auch die Frage, ob andere Bahnprojekte – etwa Bedarfsplanprojekte – durch die Generalsanierung zeitlich verschoben werden, ist Gegenstand der Anfrage. Fehlende Sperrpausen könnten dazu führen, dass geplante Bauvorhaben an anderen Strecken verzögert werden.
Schienenersatzverkehr: Busse, Barrierefreiheit und Güterverkehr
Während der Vollsperrung sollen Busse die Züge ersetzen. Die Anfrage geht dabei ins Detail: Sie fragt nach der Anzahl der eingesetzten Fahrzeuge, dem Anteil von Gelenkbussen, der Antriebsart (batterieelektrisch, Diesel, Brennstoffzelle oder HVO 100) sowie nach Reservefahrzeugen und deren Standorten. Besonderes Gewicht legen die Abgeordneten auf die Barrierefreiheit des Schienenersatzverkehrs und die Unterstützung der Kommunen bei der Einrichtung barrierefreier Haltestellen.
Einen Sonderfall stellt das Zementwerk in Rohrdorf dar: Die Anfrage fragt explizit, ob und wie der Schienengüterverkehr zur Werksbahn während der Sperrzeit aufrechterhalten wird – inklusive Lokomotivtypen, Tageszeiten und Fahrtenanzahl. Das zeigt, dass die Generalsanierung nicht nur den Personenverkehr betrifft, sondern auch industrielle Güterströme in der Region beeinflusst.
Ausweichstrecken und grenzüberschreitender Verkehr
Da wesentliche Teile des österreichischen Fernverkehrs die Strecke Rosenheim–Salzburg nutzen, kommt der Koordination mit Österreich besondere Bedeutung zu. Die Anfrage fragt nach den geplanten Ausweichstrecken, aufgeschlüsselt nach Fernverkehr, Nahverkehr und Güterverkehr, sowie danach, welche regulären Verbindungen auf den Umleitungsstrecken gestrichen oder ausgedünnt werden müssen. Auch Vorbereitungsmaßnahmen auf den Umleitungsstrecken selbst sind Gegenstand der Anfrage.
Die Bundesregierung hat nun bis zum 4. August 2026 Zeit, die 73 Fragen zu beantworten. Ob alle Fragen vollständig beantwortet werden oder die Regierung auf Betriebsgeheimnisse der DB InfraGO verweist, bleibt abzuwarten. Vergleichbare Generalsanierungsprojekte – etwa an der Riedbahn oder der Strecke Hamburg–Berlin – haben gezeigt, dass Detailinformationen zu Kosten und Infrastrukturzustand nicht immer vollumfänglich offengelegt werden.
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Betroffen sind Bahnreisende und Pendler zwischen Bayern und Österreich, insbesondere auf der Relation München–Salzburg. Auch der österreichische Fernverkehr nutzt diese Strecke in großem Umfang. Für den regionalen Güterverkehr – etwa das Zementwerk in Rohrdorf – stellen sich besondere Fragen zur Schienenanbindung während der Sperrzeit.
Die Anfrage ist am 14. Juli 2026 beim Deutschen Bundestag eingegangen. Die Bundesregierung hat gemäß den parlamentarischen Regeln 21 Tage Zeit zur Beantwortung; die Antwortfrist läuft bis zum 4. August 2026. Die eigentliche Generalsanierung ist für den Zeitraum 7. Februar 2027 bis 9. Juli 2027 geplant.
- Generalsanierung
- Umfassende Erneuerung einer Bahnstrecke durch vollständigen oder weitgehenden Austausch von Gleisen, Weichen, Oberleitungen und Signaltechnik – in der Regel unter Vollsperrung.
- ETCS (European Train Control System)
- Europäisches einheitliches Zugsicherungssystem, das nationale Systeme ablösen soll und eine höhere Streckenkapazität ermöglicht.
- SEV (Schienenersatzverkehr)
- Busbetrieb, der während einer Streckensperrung die ausgefallenen Zugverbindungen ersetzt.
Wann wird die Strecke Rosenheim–Salzburg gesperrt?
Die DB InfraGO plant die Vollsperrung vom 7. Februar 2027 bis zum 9. Juli 2027 – also rund fünf Monate.
Was wird bei der Generalsanierung erneuert?
Laut Drucksache sind Gleise, Weichen und die Oberleitung zum Austausch vorgesehen. Über den genauen Umfang erfragt die Anfrage detaillierte Angaben von der Bundesregierung.
Gibt es während der Sperrung Ersatzverkehr?
Ein Schienenersatzverkehr (SEV) mit Bussen ist geplant. Die Anfrage stellt unter anderem Fragen zur Anzahl der Busse, zu Barrierefreiheit und Antriebsarten.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7143 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.


































































