- 350.686 Verdachtsfälle von COVID-Impfstoff-Nebenwirkungen bis Ende 2024
- AfD fordert 80 Mio. Euro für separate Nebenwirkungsforschung
- Kritik an Vermischung mit Long-COVID-Forschung
COVID-Impfstoff-Studie: AfD will 80 Mio. Euro für Nebenwirkungsforschung
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6088 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Das Paul-Ehrlich-Institut stellte zum 31. Dezember 2024 die öffentliche Berichterstattung über COVID-Impfstoff-Nebenwirkungen ein. Gleichzeitig rief die Bundesregierung die ‚Dekade gegen postinfektiöse Erkrankungen‘ aus, die mit 500 Millionen Euro hauptsächlich Long-COVID erforscht. Die wenigen spezialisierten Einrichtungen wie die Post-Vac-Ambulanz in Marburg sind überlaufen.
- 350.686 Verdachtsfälle — Gemeldete COVID-Impfstoff-Nebenwirkungen bis Ende 2024
- 63.909 schwere Nebenwirkungen — Anteil der als schwerwiegend eingestuften Verdachtsfälle
- 80 Millionen Euro — Geforderte Gesamtsumme für Nebenwirkungsforschung über vier Jahre
- 500 Millionen Euro — Bundesbudget für ‚Dekade gegen postinfektiöse Erkrankungen‘ über zehn Jahre
Im Detail
Wir müssen immer wieder erklären, dass es keine zu erwartenden langfristigen Nebenwirkungen der Impfung gibt
— Karl Lauterbach in ARD-Tagesschau am 3. November 2021
Die AfD-Bundestagsfraktion fordert 80 Millionen Euro für die systematische Erforschung von COVID-Impfstoff-Nebenwirkungen. In einem am 21. Mai 2026 eingereichten Antrag (BT-Drs. 21/6088) verlangt die Fraktion, dass von 2026 bis 2029 jährlich 20 Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt für diese Forschung bereitgestellt werden.
Der Antrag verweist auf 350.686 beim Paul-Ehrlich-Institut gemeldete Verdachtsfälle von COVID-Impfstoff-Nebenwirkungen bis Ende 2024. Davon sind 63.909 schwere Fälle gewesen. Die Nebenwirkungen sind bisher weder qualitativ noch quantitativ systematisch erforscht worden, führt die AfD an.
Was gilt aktuell?
Am 31. Januar 2026 stellte die Bundesregierung die ‚Dekade gegen postinfektiöse Erkrankungen‘ vor. Über zehn Jahre sind 500 Millionen Euro vorgesehen. Diese Forschung konzentriert sich jedoch auf Long-COVID-ähnliche Symptome und subsumiert Impfnebenwirkungen lediglich unter diesem Oberbegriff. Das Paul-Ehrlich-Institut hat zum 31. Dezember 2024 die öffentliche Berichterstattung über COVID-Impfstoff-Nebenwirkungen eingestellt.
Die Vermischung von Long-COVID und Impfnebenwirkungen wird der Thematik nicht gerecht, argumentiert die AfD-Fraktion. Der Antrag zitiert Professor Joachim L. Schultze von der Universität Bonn, der im Forschungsausschuss betont habe: „Impfung sei eine medizinische Intervention und Interventionen könnten Nebenwirkungen haben. Diese müssten studiert werden. Das müsse man absolut abtrennen von allen Erkrankungen.“
Behandlungssituation
Betroffene von vermuteten Impfnebenwirkungen durchlaufen oft eine lange Odyssee, bis sie einen Arzt finden, der ihre Beschwerden ernst nimmt. Die wenigen spezialisierten Einrichtungen wie die Post-Vac-Ambulanz in Marburg sind überlaufen. Lange Wartelisten. Die AfD fordert daher flächendeckende Anlaufstellen nach dem Marburger Vorbild – mindestens eine je Bundesland.
Ein zusätzlicher Aspekt betrifft die entschädigungsrechtliche Anerkennung von Impfschäden. Nach dem Sozialgesetzbuch XIV muss „nach dem aktuellen Stand der medizinischen Wissenschaft mehr für als gegen einen ursächlichen Zusammenhang sprechen“ – eine Voraussetzung, die ohne ausreichende Studien kaum zu erfüllen ist.
Wissenschaftliche Einordnung
Der Antrag verweist auf internationale Studien, die Zusammenhänge zwischen mRNA-Impfstoffen und verschiedenen Krankheitsbildern nahelegen. Eine Yale-Studie von Februar 2025 hat Hinweise auf Veränderungen des Immunsystems bei Personen mit Post-Vaccination-Syndrom geliefert. Eine italienische Studie der Obersten Gesundheitsbehörde von November 2024 stellt die Wirksamkeit und Sicherheit der mRNA-Impfstoffe infrage.
Die AfD fordert bis zur „abschließenden Klärung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses“ einen Verzicht auf mRNA-Impfstoffe. Zudem soll eine zentrale Anerkennungsstelle für Impfschäden geschaffen werden. Diese wäre dem Gesundheitsministerium unterstellt.
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Betroffen sind Personen mit vermuteten COVID-Impfstoff-Nebenwirkungen, die oft eine lange Odyssee durchmachen müssen, bis sie einen Arzt finden, der ihre Beschwerden ernst nimmt. Für die Anerkennung von Impfschäden fehlen oft wissenschaftliche Belege.
Der Antrag wird zunächst an den zuständigen Ausschuss überwiesen. Die AfD-Fraktion muss für ihre Forderungen im Parlament um Mehrheiten werben. Eine Umsetzung ist angesichts der politischen Mehrheitsverhältnisse unwahrscheinlich.
- Paul-Ehrlich-Institut (PEI)
- Bundesinstitut für die Überwachung der Sicherheit von Impfstoffen und biomedizinischen Arzneimitteln.
- Post-Vac-Syndrom
- Bezeichnung für anhaltende Beschwerden nach COVID-Impfungen, deren Ursachen und Behandlung noch erforscht werden.
Wie viele Nebenwirkungen wurden bisher gemeldet?
Bis Ende 2024 waren beim Paul-Ehrlich-Institut 350.686 Verdachtsfälle gemeldet, davon 63.909 schwere Nebenwirkungen.
Was fordert die AfD konkret?
20 Millionen Euro jährlich von 2026 bis 2029 für Nebenwirkungsforschung und flächendeckende Behandlungsstellen nach dem Vorbild Marburg.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6088 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.

































































