Eine bundesweite Anfragewelle im Deutschen Bundestag rückt die Rentensituation älterer Menschen in den Mittelpunkt. Mehrere gleichlautende oder strukturell ähnliche Kleine Anfragen wurden zu verschiedenen Bundesländern eingebracht, darunter zu Bayern, Berlin, Nordrhein-Westfalen, dem Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz. Im Mittelpunkt steht eine Zahl, die sich durch alle Anfragen zieht: 21,3 Prozent der Frauen ab 65 Jahren gelten in Deutschland als armutsgefährdet — so ausgewiesen im Paritätischen Armutsbericht.
Ausgangslage: Millionen Menschen betroffen
Den Anfragen liegt eine gemeinsame Datenbasis zugrunde. Laut dem Paritätischen Armutsbericht 2025 gelten in Deutschland insgesamt 13,3 Millionen Menschen als arm. Rentner sind dabei überdurchschnittlich häufig betroffen. Die Anfragen verweisen darauf, dass das Armutsrisiko im Alter nicht gleichmäßig verteilt ist — Frauen tragen ein deutlich höheres Risiko als Männer, was auf unterbrochene Erwerbsbiografien, Teilzeitarbeit und geringere Löhne zurückgeführt wird.
Besonders ausgeprägt ist die Abhängigkeit von der gesetzlichen Rente in den ostdeutschen Bundesländern. Die Anfragen zu Altersarmut in Mecklenburg-Vorpommern: 19 Fragen zur Rentensituation und zu Altersarmut in Sachsen: 21,3 % der Frauen ab 65 betroffen heben hervor, dass in Ostdeutschland 79 Prozent aller Alterseinkommen allein aus der gesetzlichen Rente stammen. Private Vorsorge und Betriebsrenten spielen dort eine deutlich geringere Rolle als im Westen.
Fragen zu Rentenhöhen, Grundsicherung und Beschäftigung
Die Anfragen richten sich jeweils mit 19 bis 22 Einzelfragen an die Bundesregierung. Gefragt wird unter anderem nach den durchschnittlichen Rentenhöhen in den jeweiligen Bundesländern, der Zahl der Empfänger von Grundsicherung im Alter, der Entwicklung sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung sowie nach regionalen Unterschieden bei Armutsquoten. Damit soll ein detailliertes Bild der Rentensituation auf Länderebene entstehen — Daten, die zentral nicht immer gebündelt vorliegen.
Die Anfrage zu Altersarmut in Rheinland-Pfalz: 21,3 % der Frauen ab 65 betroffen sowie jene zu Altersarmut in NRW: 21,3 Prozent der Frauen ab 65 betroffen thematisieren explizit auch die Beschäftigungssituation älterer Arbeitnehmer und die Frage, wie viele Menschen trotz Erwerbsarbeit im Alter von Armut bedroht sind. Die Anfrage zum Saarland geht mit 22 Datenfragen dabei am weitesten in die Tiefe.
Ostdeutschland im Fokus
Neben Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern steht auch Altersarmut in Sachsen-Anhalt: 21,3 % Armutsquote bei Frauen ab 65 im parlamentarischen Fokus. Die strukturelle Besonderheit der ostdeutschen Rentenlandschaft — hohe Abhängigkeit von der gesetzlichen Rente bei gleichzeitig historisch niedrigeren Löhnen — macht diese Länder besonders vulnerabel gegenüber Schwankungen in der Rentenpolitik. Die Anfragen dokumentieren, dass diese Problematik von den einreichenden Fraktionen als bundesweit relevant, aber regional unterschiedlich stark ausgeprägt betrachtet wird.
Einordnung: Anfragen, keine Beschlüsse
Bei den vorliegenden Dokumenten handelt es sich ausschließlich um Kleine Anfragen an die Bundesregierung. Sie sind ein parlamentarisches Kontrollinstrument, das die Regierung zur schriftlichen Auskunft verpflichtet, aber keine Gesetze oder Beschlüsse erzeugt. Anträge auf konkrete Rentenreformen oder Maßnahmen gegen Altersarmut sind aus den vorliegenden Drucksachen nicht hervorgegangen. Die Anfragen dienen der Informationsbeschaffung und öffentlichen Dokumentation — und sie zeichnen in ihrer Gesamtheit das Bild einer systematisch koordinierten parlamentarischen Initiative, die das Thema Altersarmut mit regionalem Bezug und wiederkehrenden Kerndaten in die Öffentlichkeit trägt.


































































