Empfehlung liegt vor
- 18-Kilometer-Tunnel durch Erzgebirge geplant
- 5,6 Milliarden Euro Gesamtkosten
- Entlastung für lärmgeplagtes Elbtal
Eisenbahn-Neubaustrecke Dresden-Prag: Bundestag empfiehlt Tunnel
Hintergrund
Die bestehende Bahnstrecke im Elbtal ist überlastet und hochwassergefährdet. Die Neubaustrecke ist Teil des europäischen TEN-Korridors Rhein-Donau und soll die Hochgeschwindigkeitsverbindung Berlin-Prag-Wien ermöglichen. Seit 2021 lief eine frühe Öffentlichkeitsbeteiligung, bei der Bürger ihre Präferenz für die Volltunnel-Variante bekundeten.
Die Neubaustrecke Dresden – Grenze D/CZ (– Prag) ist als neues Vorhaben des Vordringlichen Bedarfs Nr. 32 in der Anlage zu § 1 Absatz 1 BSWAG enthalten.
— Beschlussempfehlung BT-Drs. 21/5997
Der Verkehrsausschuss des Bundestags hat am 6. Mai 2026 eine wegweisende Entscheidung zur Neubaustrecke Dresden-Prag getroffen. Einstimmig empfahlen die Abgeordneten die Kenntnisnahme des Regierungsberichts. Zugleich sprachen sie sich für die Volltunnel-Variante aus.
Milliardenprojekt mit europäischer Dimension
Bei der geplanten Eisenbahnstrecke zwischen Dresden und der deutsch-tschechischen Grenze handelt es sich um das Vorhaben des vordringlichen Bedarfs Nr. 32 im Bundesschienenwegeausbaugesetz. Nach aktuellen Schätzungen kostet das Projekt 5,6 Milliarden Euro. Dies ist bemerkenswert, da Risikoaufschläge die Summe auf bis zu 8 Milliarden Euro erhöhen könnten.
Die Strecke ist Teil des europäischen TEN-Korridors Rhein-Donau. Sie soll die geplante Hochgeschwindigkeitsverbindung Berlin-Prag-Wien (Via Vindobona) ermöglichen. Auf deutscher Seite entsteht ein etwa 18 Kilometer langer Tunnel durch das Erzgebirge – der längste Eisenbahntunnel Deutschlands, wie die Planer betonen.
Die neue Strecke soll Reisezeiten verkürzen und den Güterverkehr aus dem Elbtal verlagern.
Das Nutzen-Kosten-Verhältnis liegt mit 1,03 knapp über der Wirtschaftlichkeitsgrenze von 1,0. Hintergrund ist, dass der Verkehrsausschuss die Bundesregierung aufgefordert hat, diesen Wert während der weiteren Planung nicht zu unterschreiten.
Zusätzliche Auflagen für Sicherheit
Mehrere Auflagen enthält die Beschlussempfehlung. Darunter sind 18,1 Millionen Euro für Brandschutzmaßnahmen vorgesehen. Die anliegenden Feuerwehren sollen technisch aufgerüstet und fortgebildet werden. Außerdem soll die Strecke baulich für Geschwindigkeiten bis 230 km/h vorbereitet werden.
Der Entschließung stimmten CDU/CSU, SPD, Grüne und Linke zu. Die AfD enthielt sich. Diese hatte einen eigenen Antrag für zusätzlichen Lärmschutz in Heidenau eingebracht, der jedoch abgelehnt wurde.
Mit Tschechien beabsichtigt die Deutsche Bahn, einen Staatsvertrag zu unterzeichnen. Die Vorplanung wurde bereits 2025 abgeschlossen. Nun kann die nächste Planungsphase beginnen.
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Betroffen sind vor allem Anwohner im Elbtal, die durch weniger Güterverkehrslärm entlastet werden. Bahnreisende zwischen Dresden und Prag profitieren von kürzeren Fahrzeiten. Die Region Sachsen erhält besseren Anschluss an den europäischen Hochgeschwindigkeitsverkehr.
Nach der erwarteten Bundestags-Zustimmung beginnt die nächste Planungsphase. Ein Staatsvertrag zwischen Deutschland und Tschechien ist geplant. Die Bundesregierung muss bei Kostensteigerungen oder sinkender Wirtschaftlichkeit unverzüglich berichten.
- TEN-Korridor
- Transeuropäisches Verkehrsnetz zur Verbindung wichtiger europäischer Wirtschaftsräume
- Nutzen-Kosten-Verhältnis (NKV)
- Kennzahl zur Wirtschaftlichkeitsbewertung – muss über 1,0 liegen für positive Bewertung
Wie lang wird der Tunnel auf deutscher Seite?
Der Tunnel wird etwa 18 Kilometer lang und ist Teil der Vorzugsvariante.
Was kostet die gesamte Neubaustrecke?
Die Gesamtkosten betragen 5,6 Milliarden Euro, mit Risiken sogar bis zu 8 Milliarden Euro.























































