Vom Bundestag angenommen
- Luftverkehrsteuer sinkt ab Juli 2026
- Europaflüge: 13 statt 15,53 Euro
- 350 Millionen Euro weniger Steuereinnahmen
Luftverkehrsteuer: Bundestag senkt Steuersätze ab Juli 2026
Hintergrund
Im Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD wurde vereinbart, die im Mai 2024 erfolgte Erhöhung der Luftverkehrsteuer unter Finanzierungsvorbehalt zurückzunehmen. Die Koalitionsspitzen einigten sich im November 2025 auf die Umsetzung dieser Vereinbarung.
Die derzeit geltenden gesetzlichen Steuersätze in § 11 Absatz 1 des Luftverkehrsteuergesetzes werden zum 1. Juli 2026 auf das Niveau der gesetzlichen Luftverkehrsteuersätze vor dem 1. Mai 2024 gesenkt.
— Beschlussempfehlung BT-Drs. 21/6069
Der Bundestag wird die Luftverkehrsteuer ab Juli 2026 deutlich senken. Am 20. Mai 2026 verabschiedete der Finanzausschuss mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen CDU/CSU und SPD sowie der AfD eine entsprechende Beschlussempfehlung zur Drucksache 21/6069.
Die Steuersätze werden auf das Niveau vor der Erhöhung vom 1. Mai 2024 zurückgeführt. Konkret sinkt die Steuer für Kurzstreckenflüge von 15,53 auf 13,03 Euro. Bei Mittelstreckenflügen geht sie von 39,34 auf 33,01 Euro zurück, während Langstreckenflüge künftig mit 59,43 statt 70,83 Euro pro Person belastet werden.
350 Millionen Euro weniger Steuereinnahmen
Jährliche Steuermindereinnahmen von etwa 350 Millionen Euro sind die Folge. Das Volumen der Luftverkehrsteuer reduziert sich damit um rund 16 Prozent. Dies ist bemerkenswert, da die Koalition sonst eher auf zusätzliche Einnahmen angewiesen ist. Die Koalitionsfraktionen begründeten den Schritt mit der Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Luftverkehrs.
Die Luftverkehrsteuer macht Fliegen teurer – jetzt wird sie wieder günstiger, um deutsche Flughäfen im europäischen Wettbewerb zu stärken.
Hintergrund sind die staatlichen Belastungen für den deutschen Luftverkehr, auf die die Koalitionsfraktionen verweisen. Diese belaufen sich auf 4,3 Milliarden Euro und haben sich seit der Vor-Corona-Zeit mehr als verdoppelt. Ein durchschnittlicher Flug nach Mallorca ist mit staatlichen Kosten von etwa 4.600 Euro belastet – mehr als bei Starts aus dem europäischen Ausland.
Kontroverse Debatte im Ausschuss
Unzureichend sei die Steuersenkung, erklärte die AfD-Fraktion. Sie forderte die komplette Abschaffung der Luftverkehrsteuer. Ein entsprechender Änderungsantrag wurde jedoch abgelehnt. Grüne und Linke stimmten gegen die Vorlage. Sie argumentierten mit Klimaschutzaspekten.
Deutschland ist im internationalen Vergleich ein Hochkostenstandort für den Luftverkehr geworden, zeigte die öffentliche Anhörung am 18. Mai 2026. Seit 2019 wurden 60 Flugzeuge ins Ausland verlagert. Die Passagierzahlen liegen weiterhin 11 Prozent unter dem Vor-Corona-Niveau.
Ähnlich wie beim bereits beschlossenen Gesetzentwurf soll die Finanzierung durch Einsparungen im Verkehrsministerium erfolgen. Ab 2027 muss das Bundesverkehrsministerium die Steuermindereinnahmen vollständig durch Einsparungen im eigenen Haushalt ausgleichen.
Weiterlesen:
Betroffen sind alle Fluggäste, die von deutschen Flughäfen starten. Besonders profitieren Urlaubsreisende, Geschäftsreisende und die deutsche Luftverkehrswirtschaft von der Entlastung.
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Der Bundestag hat die Vorlage mittlerweile angenommen.
- Luftverkehrsteuer
- Steuer auf Flugtickets bei Abflug von deutschen Flughäfen, gestaffelt nach Entfernung des Zielorts
- Einzelplan 60
- Haushaltstitel für allgemeine Finanzwirtschaft, wo Steuereinnahmen verbucht werden
- Einzelplan 12
- Haushaltstitel des Bundesverkehrsministeriums, das die Mindereinnahmen durch Einsparungen ausgleichen soll
Wie stark sinkt die Luftverkehrsteuer?
Die Steuer sinkt um etwa 16 Prozent auf das Niveau vor Mai 2024.
Wann tritt die Senkung in Kraft?
Die neuen niedrigeren Steuersätze gelten ab 1. Juli 2026.























































