Empfehlung liegt vor
- Verkehrsausschuss lehnt Nachtzug-Ausbau ab
- CDU/CSU sieht Antrag als überholt an
- Grüne fordern klimafreundliche Bahnalternative
Nachtzugverbindungen: Verkehrsausschuss lehnt Grünen-Antrag ab
Hintergrund
Der Antrag steht im Zusammenhang mit dem Beschluss der Deutsch-Französischen Parlamentarischen Versammlung vom 1. Dezember 2025 zur Paris-Berlin-Nachtzugverbindung. Die Deutsche Bahn ist seit 2016 nicht mehr im Nachtzuggeschäft tätig, betreibt aber Kooperationen mit der österreichischen ÖBB. Seit März 2026 bietet European Sleeper die Verbindung Paris-Berlin an.
Deutschland müsse hierbei seiner strategischen Rolle im europäischen Bahnnetz gerecht werden und eine enge europäische Zusammenarbeit bei Finanzierung, Fahrzeugbereitstellung, Infrastruktur und Vertriebssystemen etablieren.
— Antrag BT-Drs. 21/2901
Der Verkehrsausschuss des Bundestages hat am 6. Mai 2026 empfohlen, den Grünen-Antrag für den Ausbau eines europäischen Nachtzugnetzes abzulehnen. Die Beschlussempfehlung (BT-Drs. 21/5968) erfolgte mit den Stimmen von CDU/CSU, AfD und SPD gegen die Stimmen der Grünen und der Linken.
Der ursprüngliche Antrag der Grünen-Fraktion zielt darauf ab, Deutschland als strategischen Knotenpunkt in einem europäischen Nachtzugnetz zu etablieren. Grenzüberschreitende Schienenverbindungen stellen eine Alternative zum Flugverkehr dar, argumentierten die Antragsteller. Diese reduzieren CO2-Emissionen.
Position der Regierungsfraktionen
Die CDU/CSU-Fraktion bewertete den Antrag als durch die Realität überholt. Dies ist bemerkenswert, da sie auf bereits bestehende Entwicklungen verwies: Seit März 2026 betreibt der Anbieter European Sleeper eine Paris-Berlin-Verbindung. Die Fraktion sieht den Antrag als zu pauschal an. Sie verwies zudem auf die strukturelle Unrentabilität von Nachtzügen sowie hohe finanzielle Kosten.
Die AfD schätzt die Kosten für ein europaweites Netz im Milliardenbereich. Das Vorhaben charakterisiert sie als Subventionsprojekt mit unkalkulierbaren Risiken. Anders argumentierte die SPD: Nachtzüge gehören zum eigenwirtschaftlichen Fernverkehr, daher sind die politischen Handlungsmöglichkeiten begrenzt.
Die Deutsche Bahn ist seit 2016 nicht mehr im Nachtzuggeschäft tätig, arbeitet aber mit der österreichischen ÖBB zusammen.
Position von Grünen und Linken
Die Grünen betonten die Bedeutung von Nachtzügen als Reisealternative mit geringeren CO2-Emissionen. Sie verwiesen auf günstige Ankunftszeiten und die besondere Reisekultur. Hintergrund ist die Unterstützung der Forderungen der Deutsch-Französischen Parlamentarischen Versammlung zum Nachtzug Paris-Berlin.
Die Linke tritt für gezielte Fördermaßnahmen ein. Sie schlägt die Gründung einer „United Railways of Europe“ vor – einer gemeinnützigen europäischen Bahngesellschaft zur Koordination des grenzüberschreitenden Verkehrs.
Neben dem federführenden Verkehrsausschuss empfahlen auch der Haushalts-, Tourismus- und EU-Ausschuss jeweils mit den gleichen Mehrheitsverhältnissen die Ablehnung des Antrags.
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Betroffen wären Bahnreisende in ganz Europa, die eine klimafreundliche Alternative zum Flugverkehr suchen. Besonders Fernreisende zwischen europäischen Metropolen sowie die Tourismusbranche hätten von einem ausgebauten Nachtzugnetz profitiert.
Der Bundestag wird voraussichtlich in einer kommenden Sitzung über die Beschlussempfehlung des Verkehrsausschusses entscheiden. Aufgrund der Mehrheitsverhältnisse im Ausschuss ist eine Ablehnung des Grünen-Antrags wahrscheinlich.
- Trassenpreissystem
- Das Gebührensystem für die Nutzung der Schieneninfrastruktur durch Eisenbahnverkehrsunternehmen.
- Eigenwirtschaftlich
- Betrieb ohne staatliche Subventionen, bei dem sich die Verkehrsleistung über Fahrgelderlöse selbst finanziert.
Warum lehnt der Verkehrsausschuss den Nachtzug-Ausbau ab?
CDU/CSU sieht den Antrag als überholt an, da bereits seit März 2026 eine Paris-Berlin-Verbindung existiert. AfD und SPD kritisieren die hohen Kosten und fehlende Wirtschaftlichkeit.
Was wollten die Grünen mit ihrem Antrag erreichen?
Die Grünen forderten den Ausbau eines europäischen Nachtzugnetzes als klimafreundliche Alternative zum Flugverkehr mit besserer Finanzierung und grenzüberschreitenden Verbindungen.























































