Präsident des Bundesverwaltungsgerichts in den Ruhestand getreten – Amtsübergabe und Digitalisierungsfortschritte
Das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) hat mit Prof. Dr. Andreas Korbmacher zum 31. Mai 2026 seinen Präsidenten in den Ruhestand verabschiedet. Nach knapp 17 Jahren als Richter und fast vier Jahren als Präsident endet eine bedeutende Amtszeit, die das Gericht nachhaltig geprägt hat – insbesondere durch die Digitalisierung seiner Verfahrensführung.
Hintergrund und Karriereweg
Prof. Dr. Korbmacher, Jahrgang 1960, absolvierte seine juristische Ausbildung in Berlin und sammelte jahrzehntelange Erfahrung in allen Ebenen der deutschen Verwaltungsgerichtsbarkeit. Nach Stationen am Verwaltungsgericht und Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg wurde er 2008 zum Richter am Bundesverwaltungsgericht ernannt. Zunächst dem 9. Revisionssenat für Straßen- und Wegerecht zugeordnet, übernahm er 2017 die Leitung des 7. Senats für Immissionsschutzrecht – eines der gewichtigsten Senate des Gerichts.
Kernleistungen der Präsidentschaft
Digitalisierung und Modernisierung: Während seiner Amtszeit (seit September 2022) vollzog das BVerwG einen radikalen Modernisierungssprung. Die papierlose Aktenführung wurde mehr als zwei Jahre vor dem gesetzlich festgelegten Stichtag realisiert. Seitdem werden alle Verfahren digital geführt – ein Meilenstein für die Effizienz der Verwaltungsgerichtsbarkeit.
Besetzung mit hochrangigen Verfahren: Unter seiner Leitung behandelte der 7. Senat prägende Entscheidungen zum Immissionsschutzrecht, darunter die Zulässigkeit von Diesel-Fahrverboten auf Basis von Luftreinhalteplänen – ein für die städtische Luftqualität und den Schutz der Bürger zentrales Rechtsgebiet. Auch die Elbvertiefung und der LNG-Infrastrukturausbau fielen in seine Amtszeit.
Kommunikation und Öffentlichkeitsbeteiligung: Die Jubiläumsveranstaltung zum 70-jährigen Bestehen des BVerwG (Juni 2023) und der erstmals seit neun Jahren wieder durchgeführte Tag der offenen Tür („Arbeiten für den Rechtsstaat“) zeigen ein moderneres Verständnis von Gerichtskommunikation.
Internationale Vernetzung
Prof. Dr. Korbmacher förderte die internationale Zusammenarbeit im Rahmen von ACA-Europe und bilateralen Austauschprogrammen mit obersten Verwaltungsgerichten Polens, Ungarns und Frankreichs – wichtig für die Harmonisierung europäischen Verwaltungsrechts.
Nachfolge und praktische Bedeutung
Die Nachfolgebesetzung ist noch nicht entschieden. Bis dahin führt Vizepräsidentin Dr. Susanne Rublack die Amtsgeschäfte. Die Digitalisierungsfortschritte unter Korbmacher werden die Verfahrensdauer und Zugänglichkeit für Bürger und Anwälte spürbar verbessern – mit positiven Effekten auf Rechtssicherheit und Effizienz.

































































