- Grüne wollen Verfassungsschutz-Erkenntnisse zu christlichen Fundamentalisten
- Verdacht auf Verbindungen zwischen religiösen Influencern und AfD
- Internationale Vernetzung mit MAGA-Bewegung wird hinterfragt
Christlicher Fundamentalismus: Grüne fragen Verbindungen zu AfD ab
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6166 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Medienberichte haben Verbindungen zwischen christlich-fundamentalistischen Influencern und der AfD aufgedeckt. Eine geplante AfD-Veranstaltung in Baden-Württemberg mit entsprechenden Influencern wurde 2025 untersagt, nachdem der Verfassungsschutz mehrere Eingeladene als Rechtsextremisten einstufte. Zudem werden bereits zwei freikirchliche Gemeinden in Baden-Württemberg vom Verfassungsschutz beobachtet. International bestehen Kontakte zu US-amerikanischen rechtsextremen Netzwerken wie der MAGA-Bewegung.
Medienberichte zeigen, dass vereinzelte, in Publikationen teilweise als christlich-fundamentalistisch bezeichnete Gruppierungen, Einzelpersonen, Netzwerke und Online-Akteurinnen und Akteure mit großer Reichweite unter Bezugnahme auf das Christentum rechtskonservative bis rechtsextreme, queerfeindliche, antifeministische, rassistische, antisemitische und demokratiefeindliche Positionen verbreiten.
— Begründung BT-Drs. 21/6166
Christlich-fundamentalistische Influencer mit großer Reichweite in sozialen Medien stehen im Verdacht, extremistische Positionen zu verbreiten. Zudem bestehen Verbindungen zur Alternative für Deutschland. Die Grünen-Fraktion hat eine umfangreiche Kleine Anfrage vom 29. Mai 2026 vorgelegt, um Klarheit über das Ausmaß und die Gefährdung durch dieses Phänomen zu schaffen.
27 detaillierte Fragen an die Bundesregierung umfasst die Drucksache 21/6166. Diese befassen sich mit möglichen Verbindungen zwischen christlich-fundamentalistischen Akteuren und rechtsextremistischen Netzwerken. Auf Influencer wie Leonard Jäger (‚Ketzer der Neuzeit‘) und Tobias Riemenschneider liegt besonderes Augenmerk. Diese treten laut Medienberichten für AfD-Positionen ein und erscheinen gemeinsam mit Führungspersonal der Partei.
Unter Verfassungsschutz-Beobachtung stehen zwei freikirchliche Gemeinden in Baden-Württemberg. Die Ablehnung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung sowie die Verbreitung extremistischer Verschwörungstheorien ist der Grund dafür. Sicherheitsbehörden sehen die Gefahr, dass radikalisierte Einzelpersonen aus diesem Milieu Gewalttaten begehen könnten.
Die Anfrage zielt darauf ab herauszufinden, wie groß die Gefahr durch extremistische christliche Gruppen ist und ob diese systematisch mit rechtsradikalen Parteien zusammenarbeiten.
Internationale Vernetzungen thematisiert die Anfrage ebenfalls. Deutsche christlich-fundamentalistische Influencer haben 2025 an einer Konferenz der ‚Alliance for Responsible Citizenship‘ in London teilgenommen. Auch Führungspersonen der globalen Rechten wie Nigel Farage oder Peter Thiel waren bei der Veranstaltung anwesend. Leonard Jäger hat führende Köpfe der MAGA-Bewegung wie Steve Bannon und US-Präsident Donald Trump getroffen.
Schwerpunkt Lebensschutz-Bewegung
Auf der sogenannten ‚Lebensschützer‘-Bewegung liegt ein besonderer Fokus. Diese lehnt aus christlichem Glauben heraus Schwangerschaftsabbrüche radikal ab. Der jährliche ‚Marsch für das Leben‘ des Bundesverbands Lebensrecht findet regelmäßig unter Beteiligung zahlreicher AfD-Anhänger und -Politiker statt. Aufmärsche vor Kliniken werden von diesen Gruppen veranstaltet, um auf Ärzte und betroffene Frauen einzuwirken.
Nach konkreten Maßnahmen der Bundesregierung gegen extremistische Inhalte im digitalen Raum erkundigt sich die Anfrage. Ebenso nach dem Umgang mit KI-generierten Inhalten. Besonders relevant ist die Frage nach Rekrutierungs- und Radikalisierungsstrategien, die religiöse Narrative zur Mobilisierung junger Menschen nutzen.
Spezifische Organisationen wie die ‚Evangelische Freikirche Riedlingen‘, die ‚Baptistenkirche Zuverlässiges Wort‘ und der ‚Bund für Gotterkenntnis‘ werden neben bekannten Influencern ebenfalls thematisiert. Nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes über deren Struktur, Finanzierung und internationale Vernetzung fragen die Grünen.
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Betroffen sind vor allem junge Menschen, die über soziale Medien von christlich-fundamentalistischen Influencern erreicht werden. Auch christliche Gemeinden und Kirchen sind betroffen, da extremistische Tendenzen ihrem Engagement für Demokratie und Menschenrechte entgegenstehen.
Die Bundesregierung hat 21 Tage Zeit, die 27 Fragen zu beantworten. Die gesetzliche Antwortfrist endet am 19. Juni 2026. Nach der Antwort ist das Verfahren abgeschlossen.
- Christlicher Fundamentalismus
- Religiöse Strömung, die eine wörtliche Auslegung der Bibel vertritt und oft mit extremistischen politischen Positionen verbunden ist.
- Verfassungsschutz-Beobachtung
- Überwachung von Personen oder Gruppen durch den Verfassungsschutz bei Verdacht auf verfassungsfeindliche Bestrebungen.
Was sind christlich-fundamentalistische Influencer?
Personen, die unter Bezug auf das Christentum extremistische oder demokratiefeindliche Positionen in sozialen Medien verbreiten und dabei große Reichweiten erzielen.
Warum werden diese Gruppen beobachtet?
Zwei freikirchliche Gemeinden in Baden-Württemberg stehen bereits unter Verfassungsschutz-Beobachtung wegen Ablehnung der demokratischen Grundordnung.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6166 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.

































































