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- Bundesregierung lädt am 19./20. Oktober 2026 Finanzinvestoren nach Berlin
- Kosten, Gästeliste und Vergabeentscheidungen sind bislang nicht öffentlich
- Geplanter Private Investor Pool soll Zugang zu Infrastrukturinvestitionen ermöglichen
Hintergrund
Der Invest in Germany Summit ist ein von der Bundesregierung organisierter Gipfel, der am 19. und 20. Oktober 2026 in Berlin stattfinden soll. Bundeskanzler Friedrich Merz, Bundesminister Lars Klingbeil und Bundesministerin Katherina Reiche sind laut Programm als Teilnehmer vorgesehen. Der Gipfel steht im Zusammenhang mit dem Deutschlandfonds, einem Instrument zur Mobilisierung privaten Kapitals für Investitionen in Deutschland. Im Rahmen dieses Fonds wird seit Längerem ein sogenannter Private Investor Pool diskutiert, der institutionellen Investoren den Zugang zu Projekten im Energiebereich und in öffentlicher Infrastruktur erleichtern soll.
Im Detail
Beim Invest in Germany Summit tritt die Bundesregierung dagegen selbst als Gastgeberin auf und bietet eigene „Meet the Government“-Sessions an.
— Vorbemerkung der Fragesteller, BT-Drs. 21/8062
Am 19. und 20. Oktober 2026 veranstaltet die Bundesregierung in Berlin den Invest in Germany Summit — einen exklusiven Gipfel, zu dem Bundeskanzler Friedrich Merz und mehrere Bundesminister internationale Finanzinvestoren sowie Führungskräfte nationaler und internationaler Unternehmen einladen. Die Fraktion Die Linke hat dazu am 18. September 2026 die Kleine Anfrage BT-Drs. 21/8062 eingereicht und stellt der Bundesregierung 12 Fragen zu Kosten, Teilnehmerkreis und den dahinterstehenden politischen Konzepten.
Was ist der Invest in Germany Summit?
Laut dem öffentlich zugänglichen Programm sieht der Invest in Germany Summit sogenannte „Meet the Government“-Sessions vor, in denen Regierungsvertreter direkt mit Unternehmensführungen und Investoren zusammentreffen. Die Bundesregierung tritt dabei selbst als Gastgeberin auf — ein Format, das Die Linke als ungewöhnliche Umkehrung des üblichen Lobbyzugangs bewertet. Aus Sicht der Fragesteller wirbt die Regierung aktiv um Investoren und stellt Zugang zur Exekutive als exklusives Angebot bereit.
Kosten und Vergabe: Noch keine öffentlichen Zahlen
Für den Invest in Germany Summit sind bislang keine Kosten öffentlich bekannt. Die Anfrage verlangt eine detaillierte Aufschlüsselung nach Kostenelementen — darunter Veranstaltungsort, Technik, Catering, Sicherheit, Reisekosten, Öffentlichkeitsarbeit und externe Beratung. Außerdem fragt Die Linke, welche Agenturen oder Beratungsunternehmen mit Konzeption und Durchführung beauftragt wurden und zu welchen Konditionen. Auch die Frage nach möglichem Sponsoring oder Sachleistungen durch Unternehmen und Verbände stellt die Fraktion. Im Zusammenhang mit dem Invest in Germany Summit werden diese Fragen zur Transparenz über den Einsatz öffentlicher Mittel relevant — ähnlich wie bei anderen staatlich organisierten Wirtschaftsforen.
Gästeliste und Einladungskriterien
Die Anfrage erkundigt sich, welche Unternehmen, Organisationen, Interessenvertretungen und Medienvertreter bis zum Stichtag 15. September 2026 eingeladen wurden oder Interesse bekundet haben. Darüber hinaus wird gefragt, nach welchen Kriterien die Auswahl der Eingeladenen getroffen wurde und ob diese Kriterien schriftlich festgelegt sind. Auch der Zugang für Parlamentarier ist Gegenstand der Anfrage: Die Linke fragt, welche Bundestagsabgeordneten eingeladen wurden — aufgeschlüsselt nach Partei und Ausschussmitgliedschaft. Zugleich thematisiert die Anfrage den Pressezugang: Ob Journalistinnen und Journalisten uneingeschränkt teilnehmen dürfen oder bei welchen Programmpunkten der Zugang verwehrt wird, ist bislang nicht öffentlich bekannt.
Private Investor Pool: Öffentliche Garantien für Finanzinvestoren?
Der politisch bedeutsamste Teil der Anfrage betrifft den geplanten Private Investor Pool. Staatssekretär Steffen Meyer hatte dieses Instrument im Rahmen des Deutschlandfonds angekündigt. Laut Informationsbroschüre plant die Bundesregierung, beim Gipfel eine „high-level platform for international investors“ vorzustellen. Die Anfrage fragt, ob es sich dabei um den angekündigten Private Investor Pool handelt — und wenn ja, welche Ministerien und externen Berater an der Planung beteiligt sind.
Besonderes Gewicht legt die Anfrage auf die Frage öffentlicher Absicherungen: Sind im Rahmen dieser Plattform Garantien, Bürgschaften, Erstverlustübernahmen oder Nachrangstrukturen zulasten des Bundes geplant? Wenn ja, mit welchem Volumen und Haftungsumfang? Auch die Frage nach Mindestinvestitionsvolumina für den Zugang zur Plattform sowie nach den Zielsektoren — etwa Energieversorgungsunternehmen oder Netzgesellschaften — wird gestellt. Ähnliche Fragen zur Kontrolle staatlich geförderter Investitionsprogramme beschäftigen den Bundestag auch an anderer Stelle, etwa bei den Fusionshubs mit 2,4 Mrd. Euro Fördervolumen.
Politischer Kontext
Die Kleine Anfrage steht im Zusammenhang mit der wirtschaftspolitischen Strategie der Bundesregierung, privates Kapital für Investitionen in Deutschland zu mobilisieren. Die Linke sieht darin die Gefahr einer zunehmenden Ausrichtung von Wirtschaftspolitik an Renditeinteressen privater Finanzinvestoren — insbesondere in Bereichen der kritischen Infrastruktur und Daseinsvorsorge. Ähnliche Transparenzfragen zu staatlich organisierten Wirtschaftsprozessen behandelt auch die Anfrage zur Ukraine-Hilfe im Umfang von 100,9 Mrd. Euro, bei der es ebenfalls um Kontrolle und Empfängerkreise geht. Offen bleibt, wie die Bundesregierung die einzelnen Fragen beantwortet — die Antwort steht noch aus.
Weiterlesen:
- Bundesminister: Offenlegungspflicht für Unternehmensbeteiligungen
- Parteienfinanzierung: Offenlegung von Parteikrediten geplant
Unmittelbar betroffen sind internationale und nationale Finanzinvestoren sowie Unternehmensvertreter, die zum Gipfel eingeladen werden. Mittelbar betroffen sind Steuerzahlerinnen und Steuerzahler, aus deren Mitteln der Gipfel finanziert wird. Darüber hinaus könnten Nutzer öffentlicher Infrastruktur — etwa Energie- und Wasserversorgung — betroffen sein, falls private Investoren künftig stärker in diese Bereiche einsteigen.
Die Kleine Anfrage (BT-Drs. 21/8062) ist am 18. September 2026 beim Deutschen Bundestag eingegangen. Die Bundesregierung hat die Anfrage zu beantworten; nach Zuleitung an das Bundeskanzleramt sieht § 104 GO-BT grundsätzlich eine Antwortfrist von 14 Tagen vor. Eine Antwort ist bislang nicht veröffentlicht.
- Private Investor Pool
- Eine geplante Plattform im Rahmen des Deutschlandfonds, die institutionelle Investoren bündeln und ihnen koordinierten Zugang zu Infrastrukturinvestitionen — insbesondere im Energiebereich — ermöglichen soll.
- Nachrangstruktur
- Eine Finanzierungsform, bei der ein öffentlicher Geldgeber im Verlustfall zuerst haftet, um private Investoren abzusichern und deren Risikobereitschaft zu erhöhen.
- Finanzialisierung
- Bezeichnet den Prozess, durch den Bereiche der Daseinsvorsorge und Infrastruktur zunehmend nach Renditelogik privater Finanzinvestoren ausgerichtet werden.
Was ist der Invest in Germany Summit?
Ein zweitägiger Regierungsgipfel am 19. und 20. Oktober 2026 in Berlin, zu dem die Bundesregierung internationale und nationale Finanzinvestoren sowie Unternehmensvertreter einlädt.
Was ist der Private Investor Pool?
Eine geplante Plattform im Rahmen des Deutschlandfonds, über die institutionelle Investoren koordiniert in Infrastrukturprojekte — etwa im Energiebereich — investieren sollen.
Welche Kosten entstehen für den Bundeshaushalt?
Die genauen Kosten sind noch nicht öffentlich bekannt; Die Linke fragt in ihrer Kleinen Anfrage eine detaillierte Aufschlüsselung nach Kostenelementen wie Veranstaltungsort, Technik, Catering und externer Beratung ab.

































































