- 5 Mio. Euro Haushaltsansatz für Investorengipfel im Oktober 2026
- 550 Einladungen verschickt — kein Bundestagsabgeordneter dabei
- KfW konzipiert Private Investment Pool mit 1 Mio. Euro Jahreskosten
Hintergrund
Der Invest in Germany Summit am 19. und 20. Oktober 2026 in Berlin ist eine Initiative der Bundesregierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz, um privates Kapital für Investitionen in Deutschland zu gewinnen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie trägt die Federführung; begleitend wurde die Webseite invest-in-germany.com als neues Standortmarketing aufgebaut. Im Rahmen des Deutschlandfonds war zudem ein sogenannter Private Investor Pool (PIP) angekündigt worden, der privates Eigenkapital in die Energieversorgungsinfrastruktur lenken soll — konzipiert und umzusetzen durch die KfW im Auftrag des Bundes.
- 5 Mio. Euro — Haushaltsansatz des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie für Summit und neues Standortmarketing.
- ~550 Einladungen — Verschickt an internationale Greenfield-Investoren, Finanzinvestoren, deutsche Unternehmen und Start-ups.
- 0 Abgeordnete — Kein Mitglied des Deutschen Bundestages erhielt eine Einladung.
- ~1 Mio. Euro/Jahr — Geschätzte Betriebskosten des geplanten Private Investment Pools laut KfW.
Im Detail
Im Haushalt des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie sind insgesamt 5 Mio. Euro vorgesehen; dies umfasst nicht nur die Konferenz, sondern auch den Aufbau eines neuen Standortmarketings der Bundesregierung.
— Antwort der Bundesregierung, BT-Drs. 21/8330, S. 2
Am 19. und 20. Oktober 2026 richtet die Bundesregierung in Berlin den Invest in Germany Summit aus — einen exklusiven Investorengipfel mit rund 550 geladenen Gästen aus internationalen Unternehmen, Finanzinvestoren und deutschen Firmen. Der Haushaltsansatz beträgt 5 Mio. Euro; kein einziger Bundestagsabgeordneter ist eingeladen. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung (BT-Drs. 21/8330, 05.10.2026) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke hervor.
Invest in Germany Summit: Ziel und Kosten
Laut Bundesregierung steht der Invest in Germany Summit im Zeichen des globalen Standortwettbewerbs. Viele führende Wirtschaftsnationen setzten bereits auf politisch hochrangige Investorenkonferenzen; Deutschland folge diesem Instrument. Ziel sei ein Willkommenssignal insbesondere an ausländische Greenfield-Investoren sowie ausgewählte Finanzinvestoren und deutsche Unternehmen. Die 5 Mio. Euro aus dem Haushalt des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie decken dabei nicht nur die Konferenz selbst ab, sondern auch den Aufbau der neuen Standortmarketing-Plattform invest-in-germany.com. Eine detaillierte Kostenaufschlüsselung nach Veranstaltungsort, Technik, Catering, Sicherheit und externer Beratung ist laut Bundesregierung erst nach Abschluss der Veranstaltung möglich.
Teilnehmerkreis und Auswahlverfahren
Die rund 550 persönlichen, nicht übertragbaren Einladungen wurden nach Angaben der Bundesregierung auf Basis von Vorschlägen aus der Bundesregierung selbst, den Auslandsvertretungen, Germany Trade and Invest sowie den Bundesländern zusammengestellt. Auswahlkriterien waren vor allem das Investitionsinteresse in Deutschland und das potenzielle Investitionsvolumen; zudem wurde auf eine ausgewogene Branchen- und Herkunftsländerverteilung geachtet. Die endgültigen Entscheidungen traf das Bundeskanzleramt gemeinsam mit den Bundesministerien der Finanzen sowie Wirtschaft und Energie. Ein offenes Interessenbekundungsverfahren gab es nicht. Bundestagsabgeordnete wurden ausdrücklich nicht eingeladen — laut Bundesregierung bedingt durch die Zusammensetzung der Veranstaltung.
Presseöffentlichkeit und Transparenz beim Invest in Germany Summit
Journalistinnen und Journalisten erhalten keinen uneingeschränkten Zugang. Die Veranstaltung soll sowohl vertrauliche, nicht presseöffentliche als auch presseöffentliche Programmpunkte enthalten. Über die genauen Zugangsbedingungen war zum Zeitpunkt der Antwort (2. Oktober 2026) noch nicht abschließend entschieden. Die Teilnehmerliste will die Bundesregierung erst nach der Veranstaltung bekanntgeben, um Durchführung und Erfolg nicht zu beeinträchtigen.
Private Investment Pool: KfW als Schlüsselakteurin
Ein zentrales Thema der Anfrage ist der sogenannte Private Investment Pool (PIP). Dieses Instrument soll private Investoren mit Energieversorgungsunternehmen zusammenbringen und über Projektermöglichungsgesellschaften (PEG) die Aufnahme von privatem Eigenkapital in Infrastrukturprojekte erleichtern. Die KfW konzipiert den PIP in eigener Verantwortung und soll ihn im Auftrag des Bundes umsetzen. Die Jahreskosten schätzt die KfW auf rund 1 Mio. Euro. Öffentliche Garantien oder Bürgschaften für private Investoren sind im Rahmen des PIP laut Bundesregierung nicht geplant. Auf Fragen zu Mindestinvestitionsvolumina und Verwaltungsgebühren verweist die Regierung darauf, dass die Konzeption noch nicht abgeschlossen sei. Die KfW hat ihre Teilnahme am Invest in Germany Summit bereits zugesagt.
Der Begriff „high level platform for international investors“, der im Vorfeld des Gipfels in Programmdokumenten auftauchte, meint laut Bundesregierung keinen separaten institutionellen Mechanismus, sondern den Summit selbst sowie die neue Webseite als zentralen Anknüpfungspunkt für Investoren. Sponsoring oder Kofinanzierung durch Unternehmen und Verbände wird nicht entgegengenommen. Für die Vorbereitung nutzt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie seine bestehenden Rahmenvertragsagenturen für Veranstaltungen und Kommunikation; konkrete Agenturkosten werden ebenfalls erst nach der Veranstaltung feststehen.
Die politische Debatte rund um den Invest in Germany Summit berührt grundsätzliche Fragen der Wirtschaftspolitik: Wie viel staatliche Energie soll in die Gewinnung privaten Kapitals fließen, und unter welchen Bedingungen erhalten Investoren Zugang zu Infrastrukturbereichen? Diese Fragen betreffen letztlich alle Bürgerinnen und Bürger, die Energie- und Infrastrukturleistungen nutzen. Ähnliche Transparenzfragen stellen sich auch bei anderen staatlichen Förderprogrammen, wie etwa beim Demokratie-leben-Programm.
Weiterlesen:
Steuerzahlerinnen und Steuerzahler tragen den Haushaltsansatz von 5 Mio. Euro. Energieversorger und Netzgesellschaften sind potenzielle Zielunternehmen des geplanten Private Investment Pools. Internationale und deutsche Investoren sowie ausgewählte Unternehmen und Start-ups sind die unmittelbaren Adressaten des Gipfels.
Die Bundesregierung beantwortet die meisten Fragen, verweigert jedoch die Nennung konkreter Teilnehmer vor der Veranstaltung mit dem Hinweis auf den Veranstaltungserfolg. Detaillierte Kostenzuordnungen werden auf den Zeitraum nach der Veranstaltung vertagt. Fragen zu Mindestinvestitionsvolumina und Verwaltungsgebühren beim PIP bleiben offen, da die Konzeption laut Regierung noch nicht abgeschlossen ist.
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Anfrage wurde mittlerweile beantwortet. Invest in Germany Summit: Kosten und Gästeliste gefragt →
- Greenfield-Investoren
- Investoren, die neue Projekte oder Standorte von Grund auf aufbauen, statt bestehende Unternehmen zu übernehmen. Sie schaffen damit direkt neue Arbeitsplätze und Kapazitäten.
- Private Investment Pool (PIP)
- Geplante Plattform, die private Investoren mit Energieversorgungsunternehmen zusammenbringt, um privates Eigenkapital für Infrastrukturprojekte zu mobilisieren. Wird durch die KfW konzipiert.
- Projektermöglichungsgesellschaft (PEG)
- Zweckgesellschaft, die laut Bundesregierung die Aufnahme von privatem Eigenkapital in Energieprojekte strukturell erleichtern soll.
Was kostet der Invest in Germany Summit den Steuerzahler?
Im Haushalt des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie sind 5 Mio. Euro vorgesehen. Dieser Betrag umfasst neben der Konferenz auch den Aufbau eines neuen Standortmarketings unter invest-in-germany.com. Eine genaue Kostenaufschlüsselung ist laut Bundesregierung erst nach der Veranstaltung möglich.
Wer wurde zum Gipfel eingeladen?
Rund 550 persönliche, nicht übertragbare Einladungen wurden verschickt — vor allem an internationale Greenfield-Investoren, Finanzinvestoren sowie führende deutsche Unternehmen und Start-ups. Kein Bundestagsabgeordneter erhielt eine Einladung.
Was ist der Private Investment Pool (PIP)?
Der PIP soll private Investoren mit Energieversorgungsunternehmen zusammenbringen und über sogenannte Projektermöglichungsgesellschaften die Aufnahme von privatem Eigenkapital erleichtern. Die Konzeption liegt bei der KfW; die geschätzten Kosten belaufen sich auf rund 1 Mio. Euro pro Jahr.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/8330 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.


































































