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- Private Vermietungen steigen: 14,46 Mio. Wohnungen (2011: 13,88 Mio.)
- Anteil sinkt von 65,5 auf 63,5 Prozent
- Bund plant keine gezielten Entlastungen für Kleinvermieter
Hintergrund
Die AfD-Fraktion verweist auf Studien des Instituts der deutschen Wirtschaft, wonach private Vermieter 64,4 Prozent des Mietwohnungsbestands stellen und ihr Anteil zwischen 2011 und 2022 gesunken ist. Die Bundesregierung stützt sich dagegen auf die Zensus-Erhebungen des Statistischen Bundesamtes und auf eine BBSR-Befragung von 2025.
- 14.461.925 — privat vermietete Wohnungen 2022, 2011 waren es 13.884.193.
- 63,5 Prozent — Anteil privater Vermieter an 23,06 Mio. vermieteten Wohnungen 2022.
- 33,6 Prozent — Privatanteil in Berlin 2022, nach 40,5 Prozent 2011.
- 17.962 — Zusagen für private Vermieter bei der KfW-Heizungsförderung 2025, Volumen 171,1 Mio. Euro.
Im Detail
Von einem Rückzug der privaten Vermieter kann vor diesem Hintergrund keine Rede sein.
— Vorbemerkung der Bundesregierung, BT-Drs. 21/8329
Die Zahl privat vermieteter Wohnungen in Deutschland wächst weiter, ihr Anteil am Markt sinkt dagegen leicht. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion hervor (BT-Drs. 21/8329 vom 5. Oktober 2026). Laut Zensus 2022 stieg die Zahl der von Privatpersonen und Eigentümergemeinschaften vermieteten Wohnungen von 13.884.193 im Jahr 2011 auf 14.461.925. Ihr Anteil fiel jedoch von 65,5 auf 63,5 Prozent. Die Bundesregierung folgert daraus: Von einem Rückzug der privaten Vermieter könne keine Rede sein.
Zahlen der Bundesregierung gegen Zahlen der Fragesteller
Die AfD-Abgeordneten Marc Bernhard, Carolin Bachmann und Sebastian Münzenmaier hatten sich auf das Institut der deutschen Wirtschaft gestützt. Danach stellen rund 5,5 Millionen private Vermieter etwa 16,1 Millionen Wohnungen, also 64,4 Prozent des Mietwohnungsbestands. Die Regierung nennt auf Basis des Zensus 63,5 Prozent der 23,06 Millionen vermieteten Wohnungen. Beide Werte liegen nah beieinander, die Quellen und Abgrenzungen unterscheiden sich jedoch. Eine feste gesetzliche Definition des Kleinvermieters gibt es nicht; das Forschungsprojekt des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) versteht darunter natürliche Personen, Ehepaare, Erbengemeinschaften und Gesellschaften bürgerlichen Rechts.
Große Unterschiede zwischen den Ländern
Die Antwort enthält Tabellen für alle Bundesländer. Besonders hoch ist der Privatanteil im Saarland (84,5 Prozent), in Rheinland-Pfalz (80,8 Prozent) und Baden-Württemberg (78,0 Prozent). In Berlin sank er von 40,5 auf 33,6 Prozent, in Hamburg von 45,9 auf 40,0 Prozent. In Berlin ging auch die absolute Zahl privat vermieteter Wohnungen zurück, von 617.713 auf 558.411. Ähnlich ist es in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Zu den Ursachen des überdurchschnittlichen Rückgangs in den Metropolen liegen der Bundesregierung nach eigenen Angaben keine Erkenntnisse vor. Ebenso fehlen ihr Daten darüber, an wen Kleinvermieter beim Marktaustritt verkaufen, etwa an institutionelle Investoren.
Was gilt aktuell bei Modernisierung und Sanierung?
Bei energetischen Sanierungen dürfen Vermieter derzeit 8 Prozent der Kosten auf die Jahresmiete umlegen. Die Bundesregierung verweist auf den Koalitionsvertrag, der eine Änderung der Modernisierungsumlage vorsieht, um Investitionen anzureizen und zugleich die Bezahlbarkeit der Miete zu sichern. Wie das umgesetzt wird, prüft sie noch. Konkreter ist die Anhebung der Wertgrenze für Kleinmodernisierungen im vereinfachten Verfahren auf 20.000 Euro, die Teil eines Gesetzentwurfs im parlamentarischen Verfahren ist. Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) hat am 29. Juli 2026 das Gebäudeenergiegesetz abgelöst. Wie viele Wohnungen privater Vermieter von Sanierungs- und Austauschpflichten betroffen sind, kann die Regierung wegen zahlreicher Ausnahme- und Härtefallregeln nicht beziffern.
Förderung: Daten nur teilweise erfasst
Die Bundesförderung für effiziente Gebäude erfasst private Vermieter in der Regel nicht gesondert. Ausnahme ist die KfW-Heizungsförderung seit Februar 2024. 2024 gab es 8.545 Zusagen für private Vermieter mit rund 80,5 Mio. Euro Volumen, 2025 waren es 17.962 Zusagen mit rund 171,1 Mio. Euro. Private Selbstnutzer erhielten 2025 dagegen 268.585 Zusagen über rund 3,55 Mrd. Euro. Bei der Energieberatung für Wohngebäude wurden 2025 für Vermieter 5.437 Anträge mit 4,14 Mio. Euro bewilligt, für Selbstnutzer weit mehr. Eine Aufschlüsselung nach Vermietern mit ein bis zwei Wohnungen und mehr liegt nur bei der Energieberatung vor.
Keine gezielten Entlastungen
Zu den Nettomieteinnahmen privater Vermieter führt die Regierung keine Statistik. Die Angabe des IW, dass über 60 Prozent weniger als 7.500 Euro Gewinn im Jahr erzielen, bewertet sie deshalb nicht. Mietpreisbremse, Kappungsgrenzen und die Aufteilung der CO2-Kosten bezeichnet sie als Instrumente für einen angemessenen Ausgleich zwischen Vermieter- und Mieterinteressen. Eine gesonderte Folgenabschätzung für private Kleinvermieter hält sie für entbehrlich. Weil die absolute Zahl privat vermieteter Wohnungen gestiegen ist, plant die Bundesregierung keine gezielten steuerlichen oder regulatorischen Maßnahmen für diese Gruppe. Stattdessen setzt sie auf mehr Neubau durch alle Vermietergruppen, unter anderem mit dem Bau-Turbo und dem geplanten Baugesetzbuch-Upgrade.
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Betroffen sind Millionen private Vermieter, oft mit nur einer oder zwei Wohnungen, sowie Mieter, deren Wohnraum überwiegend privat angeboten wird. Besonders relevant ist das in Berlin, Hamburg und Ostdeutschland, wo der Privatanteil deutlich niedriger liegt.
Die Bundesregierung beantwortet die Fragen überwiegend knapp. Zu den Ursachen des Rückgangs in Metropolen, zum Verkauf an Investoren und zu Mieteinnahmen liegen ihr nach eigenen Angaben keine Daten vor. Bei mehreren Fragen verweist sie auf Studien Dritter oder frühere Antworten.
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Anfrage wurde mittlerweile beantwortet. Kleinvermieter: 16,1 Mio. Mietwohnungen unter Druck →
- Modernisierungsumlage
- Vermieter dürfen einen Teil der Modernisierungskosten auf die Jahresmiete umlegen. Derzeit sind es 8 Prozent nach § 559 BGB.
- Zensus
- Die Volkszählung des Statistischen Bundesamtes, die auch Wohnungen und deren Eigentümer erfasst.
- BEG
- Bundesförderung für effiziente Gebäude, ein Klimaschutzprogramm für Sanierung und Heizungstausch.
Wie viele Mietwohnungen gehören Privatpersonen?
Laut Zensus 2022 waren es 14.461.925 Wohnungen, 63,5 Prozent aller vermieteten Wohnungen.
Plant der Bund Entlastungen für Kleinvermieter?
Nein. Die Regierung plant keine gezielten Maßnahmen, da die absolute Zahl privat vermieteter Wohnungen gestiegen ist.
Wird die Modernisierungsumlage geändert?
Die Bundesregierung prüft die Umsetzung der Koalitionsvereinbarung zur Modernisierungsumlage; Konkretes nennt sie nicht.


































































