- AfD hinterfragt EU-Sicherheitsstrategie-Pläne
- Verteidigungsausgaben bis 5% des BIP diskutiert
- NATO-Koordination vor Ankara-Gipfel Juli 2026
EU-Sicherheitsstrategie: AfD hinterfragt deutsche Haltung
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6139 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Die Europäische Union arbeitet an einer umfassenden Neuausrichtung ihrer Sicherheitsarchitektur. Der Europäische Auswärtige Dienst hat den Mitgliedstaaten ein Scoping Paper für eine neue Europäische Sicherheitsstrategie zugeleitet. Diese zielt auf strategische Autonomie durch Reduzierung von Abhängigkeiten in kritischen Sektoren wie Halbleiter, Rohstoffe und Cybersicherheit ab. Parallel wächst der Druck auf NATO-Partner, ihre Verteidigungsausgaben auf bis zu 5 Prozent des BIP zu steigern.
Diese Strategie zielt darauf ab, die strategische Autonomie der Union durch die Reduzierung einseitiger Abhängigkeiten – insbesondere in kritischen Sektoren wie der Halbleiterindustrie, der Rohstoffversorgung und der Cybersicherheit – massiv zu stärken.
— Begründung BT-Drs. 21/6139
Die AfD-Fraktion hat am 27. Mai 2026 eine Kleine Anfrage zur deutschen Position bei der Entwicklung einer neuen Europäischen Sicherheitsstrategie gestellt. Die Bundestagsdrucksache 21/6139 umfasst 13 detaillierte Fragen an die Bundesregierung.
EU-Sicherheitsstrategie in Vorbereitung
Ausgangspunkt ist ein vom Europäischen Auswärtigen Dienst (EAD) verteiltes „Scoping Paper“. Dieses soll als Grundlage für eine neue Europäische Sicherheitsstrategie dienen, so die Fragesteller. Die strategische Autonomie der Union wird durch Reduzierung einseitiger Abhängigkeiten in kritischen Sektoren angestrebt – dies betrifft Halbleiterindustrie, Rohstoffversorgung und Cybersicherheit.
Welchen Standpunkt Deutschland zu diesem Dokument vertritt und welche Rückmeldungen eingebracht worden sind, will die AfD wissen. Zudem interessiert sie die Koordination zwischen den verschiedenen Bundesressorts. Bemerkenswert ist, dass die Fraktion explizit nach der Information des Bundestages bei diesem Prozess fragt.
Verteidigungsausgaben und NATO-Koordination
Ein zentraler Punkt betrifft die diskutierte Steigerung der Verteidigungsausgaben auf bis zu 5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Ob die Bundesregierung Spielraum für eine Modifizierung dieser Zielmarke sieht, fragt die AfD. Hintergrund ist die bereits jetzt kontrovers diskutierte Finanzierung der Verteidigungspolitik. Zusätzlich erkundigt sich die Fraktion nach geplanten Synergien zwischen der EU-Strategie und den NATO-Verteidigungsplanungen zur Vermeidung von Doppelstrukturen.
Vor dem bevorstehenden NATO-Gipfel am 7. und 8. Juli 2026 in Ankara stellt sich die Timing-Frage. Die AfD will wissen, ob sich die Bundesregierung für eine Veröffentlichung der EU-Sicherheitsstrategie vor oder nach dem Gipfel einsetzt und welche strategischen Gründe dafür sprechen.
„Prinzipienorientierter Pragmatismus“
Der im Dokument formulierte Ansatz eines „prinzipienorientierten Pragmatismus“ als neues Leitmotiv der EU-Außenpolitik wird ebenfalls thematisiert. Wie die Bundesregierung diesen Begriff im Kontext deutscher „wertegeleiteter“ Außenpolitik definiert und inwieweit sie diesen Ansatz unterstützt, fragt die AfD. Dies ist bemerkenswert, da der Begriff eine mögliche Abkehr von bisherigen Maximen signalisieren könnte.
Die EU plant eine neue Sicherheitsstrategie, die Deutschland mehr Geld für Verteidigung kosten und die Abhängigkeit von anderen Ländern bei wichtigen Technologien reduzieren könnte.
Besondere Aufmerksamkeit widmet die AfD den Risikominderungsstrategien („De-risking“) gegenüber Washington und Peking. Auch die Einbeziehung technologischer Sektoren wie Chipausrüstern in die Sicherheitsstrategie wird erfragt. Die Auswirkungen auf diplomatische Beziehungen zu Drittstaaten sind von Interesse.
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Betroffen sind deutsche Steuerzahler durch mögliche Erhöhung der Verteidigungsausgaben, Unternehmen in der Halbleiter- und Rohstoffindustrie durch strategische Neuausrichtung sowie deutsche Außen- und Sicherheitspolitik durch veränderte EU-NATO-Koordination.
Die Bundesregierung hat 21 Tage ab Einreichung Zeit, die 13 Fragen der AfD-Fraktion zu beantworten. Die Antwortfrist endet am 17. Juni 2026. Parallel laufen die EU-Beratungen zur Sicherheitsstrategie vor dem NATO-Gipfel am 7. und 8. Juli 2026 in Ankara.
- Scoping Paper
- Grundlagendokument zur Vorbereitung politischer Strategien, das Rahmenbedingungen und Zielsetzungen definiert.
- Strategische Autonomie
- Fähigkeit der EU, eigenständig zu handeln ohne einseitige Abhängigkeiten von Drittstaaten.
- De-risking
- Strategie zur Risikominimierung in internationalen Beziehungen durch Diversifizierung von Abhängigkeiten.
Was ist ein Scoping Paper der EU?
Ein Grundlagendokument des Europäischen Auswärtigen Dienstes als Basis für eine neue Europäische Sicherheitsstrategie.
Wie hoch könnten Deutschlands Verteidigungsausgaben steigen?
Diskutiert werden bis zu 5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung und verteidigungsrelevante Infrastruktur.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6139 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Deutscher Bundestag / DIP — BT-Drs. 21/6139 | Kleine Anfrage | Original-PDF | dip.bundestag.de

































































