- 22,4 Mio. Euro Kosten für Fachkräfte-Hotline seit 2014
- Keine Datenerfassung über Vermittlungserfolge
- Bundesregierung kann Wirksamkeit nicht messen
Fachkräfte-Hotline: 22,4 Mio. Euro ohne Erfolgsmessung
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6168 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Die Bundesregierung betreibt seit 2012 die Internetseite ‚Make it in Germany‘ zur Fachkräftegewinnung aus dem Ausland. Kontaktanfragen werden an die Hotline ‚Arbeiten und Leben in Deutschland‘ weitergeleitet, die vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und der Bundesagentur für Arbeit (BA) betrieben wird. Die AfD hatte bereits in einer früheren Anfrage kritisiert, dass keine konkreten Berufsangebote über die Plattform vermittelt werden.
- 22,4 Millionen Euro — Gesamtkosten der Fachkräfte-Hotline seit 2014
- 12,8 Millionen Euro — Personalkosten beim BAMF von 2014 bis 2025
- 9,6 Millionen Euro — IT-Kosten seit 2018, davon etwa ein Drittel für die ALiD
- 2,6 Millionen Euro — Personalkosten allein im Jahr 2024
- Seit 2012 — Laufzeit der Make it in Germany-Plattform
Im Detail
Die BA kann daher nicht ermitteln, ob aus den über den Hotline-Weg gestellten Kontaktanfragen konkrete Vermittlungen zu Berufsangeboten resultierten.
— Antwort der Bundesregierung BT-Drs. 21/6168
Die Bundesregierung kann nicht nachweisen, ob ihre seit 2014 mit 22,4 Millionen Euro finanzierte Fachkräfte-Hotline erfolgreich ausländische Arbeitskräfte nach Deutschland vermittelt hat. Das geht aus der Antwort auf eine Nachfrage der AfD-Fraktion zur staatlichen Plattform „Make it in Germany“ hervor (BT-Drs. 21/6168).
Die Hotline „Arbeiten und Leben in Deutschland“ (ALiD) dient als zentrale Anlaufstelle für ausländische Fachkräfte, die sich über Arbeitsmöglichkeiten in Deutschland informieren wollen. Anfragen werden vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und der Bundesagentur für Arbeit (BA) bearbeitet. Nach Beendigung der Gespräche erfolgt jedoch keine Datenspeicherung. Eine systematische Erfolgsmessung ist damit nicht möglich.
Was gilt aktuell?
Die Make it in Germany-Plattform funktioniert seit 2012 als reine Informationsseite ohne direkte Jobvermittlung. Interessierte werden an die ALiD-Hotline weitergeleitet, die eine „niedrigschwellige Erst- und Verweisberatung“ anbietet. Für eine tatsächliche Arbeitsvermittlung müssen sich Bewerber separat bei der Bundesagentur für Arbeit registrieren – dieser Schritt ist freiwillig.
Die staatliche Fachkräfte-Werbung kostet Millionen, aber niemand weiß, ob sie funktioniert.
Die Kostenbilanz zeigt eine Steigerung der Ausgaben. 2014 sind nur 134.644 Euro für Personal angefallen. Ab 2022 steigen die Kosten auf über zwei Millionen Euro jährlich. Allein 2024 hat das Personal 2,6 Millionen Euro gekostet. Zusätzlich entstehen seit 2018 IT-Kosten von 9,6 Millionen Euro, wovon etwa ein Drittel (3,2 Millionen Euro) auf die ALiD-Hotline entfällt.
Warum keine Erfolgsmessung?
Die Bundesregierung begründet das Fehlen einer Erfolgskontrolle mit dem Beratungscharakter der Hotline. „Interessierte Personen, die in dieser Hotline von der BA zum Thema ‚Arbeiten in Deutschland‘ informiert und beraten werden, werden nicht automatisch zu Kundinnen und Kunden der BA“, heißt es in der Antwort. Es erfolgt „keine Datenerhebung in der ALiD-Hotline und ferner kein Konnex zu den Datenbanken der BA.“
Diese Struktur macht es nicht möglich festzustellen, wie viele der Hotline-Nutzer tatsächlich eine Arbeitserlaubnis erhalten oder erfolgreich in den deutschen Arbeitsmarkt integriert werden. Auch die Frage nach der Integration bereits vermittelter Fachkräfte kann die Bundesregierung nicht beantworten – entsprechende Daten werden nicht erhoben.
Wie hat sich das entwickelt?
Die Make it in Germany-Initiative ist 2012 als Reaktion auf den sich abzeichnenden Fachkräftemangel gestartet. Die Website ist heute in vier Sprachen verfügbar: Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch. Die Personalkosten beim BAMF sind von ursprünglich 134.644 Euro (2014) kontinuierlich angestiegen und haben 2025 bereits 1,9 Millionen Euro erreicht.
Die Bundesagentur für Arbeit betont, dass die ALiD-Hotline „ein niedrigschwelliges Beratungsangebot zu allen Fragen der Fachkräfteeinwanderung“ sei. Es handelt sich „nicht um ein Vermittlungsangebot“. Die AfD-Fraktion sieht darin eine Verschleierung der mangelnden Effizienz staatlicher Fachkräftewerbung.
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Betroffen sind ausländische Fachkräfte, die sich über die Hotline über Arbeitsmöglichkeiten in Deutschland informieren, sowie deutsche Unternehmen, die auf qualifizierte Zuwanderung angewiesen sind.
Die Bundesregierung beantwortet die Fragen vollständig, räumt aber systematische Datenlücken bei der Erfolgsmessung ein.
Berlin, 1. Juni 2026. Das Defizit der Bundesagentur für Arbeit fällt offenbar deutlich höher aus als bisher geplant. Medienberichten zufolge rechnet die Bundesregierung zum Jahresende mit einem Minus von mehr als fünf Milliarden Euro. In der BA selbst wird demnach sogar ein Defizit von bis zu acht Milliarden Euro befürchtet.… …
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Anfrage wurde mittlerweile beantwortet. (Stand: 27.05.2026)
- Make it in Germany
- Offizielle Internetseite der Bundesregierung zur Information ausländischer Fachkräfte über Arbeitsmöglichkeiten in Deutschland.
- ALiD
- Hotline 'Arbeiten und Leben in Deutschland' – gemeinsames Beratungsangebot von BAMF und Bundesagentur für Arbeit.
Wie viel kostet die Fachkräfte-Hotline?
Seit 2014 entstanden Kosten von 22,4 Millionen Euro – 12,8 Millionen für Personal beim BAMF und 9,6 Millionen für IT-Entwicklung.
Warum gibt es keine Erfolgsmessung?
Nach Beendigung der Hotline-Gespräche erfolgt keine Datenspeicherung und kein Case-Management, sodass Vermittlungserfolge nicht nachverfolgbar sind.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6168 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.


































































