Übergewicht in Deutschland: Destatis-Daten zeigen stabiles Körpergewicht bei steigenden Gesundheitsrisiken
Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat am 2. Juni 2026 aktuelle Daten zur Körpergröße und zum Körpergewicht der deutschen Bevölkerung veröffentlicht. Grundlage sind Ergebnisse des Mikrozensus 2025, bei dem rund 1 Prozent der Bevölkerung befragt wurde. Die wichtigste Erkenntnis: Der Durchschnittsmensch in Deutschland ist 1,73 Meter groß und wiegt 78,3 Kilogramm.
Die Körpergröße hat sich dabei in den letzten Jahren kaum verändert – 2017 betrug sie 1,72 Meter, 2021 bereits 1,73 Meter. Das Körpergewicht ist dagegen leicht angestiegen: von 77,0 Kilo (2017) über 77,7 Kilo (2021) auf nun 78,3 Kilo (2025). Geschlechtsspezifisch zeigen sich erhebliche Unterschiede: Frauen sind durchschnittlich 1,66 Meter groß und wiegen 69,7 Kilogramm, während Männer 1,79 Meter groß sind und 86,5 Kilogramm wiegen.
Übergewicht und Adipositas als Gesundheitsthema
Besonders relevant für die Gesundheitspolitik ist die Quote des Übergewichts: 53,4 Prozent der erwachsenen Bevölkerung gelten nach WHO-Kriterien als übergewichtig (BMI über 25). Noch besorgniserregender ist der Anteil der Adipositas: 17,9 Prozent haben einen BMI über 30. Männer sind stärker betroffen als Frauen – 62,6 Prozent der Männer sind übergewichtig, 19,9 Prozent adipös. Bei Frauen liegen diese Quoten bei 43,8 und 15,8 Prozent.
Diese Daten betreffen mehrere Bundesministerien direkt: Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) ist federführend für Präventions- und Gesundheitsförderungsmaßnahmen zuständig. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) verantwortet Ernährungspolitik und Verbraucherinformation. Relevant sind zudem parlamentarische Initiativen wie die Debatte über verbindliche Nährwertkennzeichnung und die Regulierung von Kinderlebensmitteln.
Handlungsbedarf in Prävention und Gesundheitsförderung
Die stabilen bzw. leicht steigenden Gewichtswerte deuten darauf hin, dass bisherige Präventionsmaßnahmen nicht ausreichend greifen. Der Handlungsbedarf liegt insbesondere in:
Prävention: Ausweitung und Finanzierung von Bewegungs- und Ernährungsprogrammen, besonders in mittleren Altersgruppen (50–59 Jahre), wo das Durchschnittsgewicht mit 81,3 Kilo am höchsten ist.
Haushalt: Erhöhung von Mitteln für Gesundheitsförderung im Rahmen der Krankenkassenleistungen (SGB V).
Regulierung: Fortentwicklung von Kennzeichnungs- und Werberichtlinien für Lebensmittel im Einklang mit europäischen Standards.
Für Bürgerinnen und Bürger bedeuten diese Daten, dass individuelle Gewichtskontrolle und Bewegungsförderung weiterhin zentral für die Gesundheit bleiben. Die Quote der Übergewichtigen zeigt aber auch: Systemische Lösungen sind erforderlich.

































































