- 56 mündliche Fragen von 32 Abgeordneten zur Plenarsitzung 14.10.2026
- Klimafinanzierung droht laut NGO-Prognose um bis zu 1,3 Mrd. Euro zu verfehlen
- Themen reichen von DAAD-Kürzungen bis Kinderschutz im digitalen Raum
Hintergrund
Die Fragestunde ist ein zentrales Instrument des parlamentarischen Fragerechts. Zur 101. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages am 14. Oktober 2026 wurden 56 Fragen von 32 Abgeordneten eingereicht und in der Drucksache 21/8471 vom 9. Oktober 2026 veröffentlicht. Das Dokument enthält ausschließlich die schriftlich eingereichten Fragen. Antworten enthält es nicht; diese sind nach der Fragestunde im zugehörigen Plenarprotokoll zu prüfen. Inhaltlich prägen aktuelle Haushaltsdebatten — insbesondere geplante Kürzungen im Bereich Entwicklungszusammenarbeit und Klimafinanzierung — sowie migrationspolitische Fragen den Fragenkatalog.
- 56 Fragen — Gesamtanzahl der zur Fragestunde am 14.10.2026 eingereichten mündlichen Anfragen (BT-Drs. 21/8471)
- 32 Abgeordnete — Zahl der beteiligten Fragesteller aus AfD, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke
- 12 Geschäftsbereiche — Ressorts der Bundesregierung, an die Fragen gerichtet wurden, vom BMZ bis zum Landwirtschaftsministerium
- 1,0 bis 1,3 Mrd. Euro — prognostizierte Verfehlung des deutschen Sechs-Milliarden-Versprechens zur Klimafinanzierung laut einer NGO-Analyse (Frage 1)
- bis zu 145 Mio. Euro — erwartete Schadenskosten aus dem Großbrand am GSI Helmholtzzentrum vom 5. Februar 2026 (Frage 47)
Im Detail
Kurz vor der 101. Plenarsitzung des Deutschen Bundestages am 14. Oktober 2026 haben 32 Abgeordnete aus AfD, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke insgesamt 56 mündliche Fragen an die Bundesregierung eingereicht. Die Fragestunde der 101. Sitzung umfasst damit ein breites thematisches Spektrum: von der deutschen Entwicklungspolitik über Migrations- und Sicherheitsfragen bis hin zu Energie, Rüstung und Landwirtschaft. Die Fragen sind in der Drucksache 21/8471 vom 9. Oktober 2026 dokumentiert.
Fragestunde: Schwerpunkt Entwicklungszusammenarbeit
Mit 16 Fragen bildet der Geschäftsbereich des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) den mit Abstand größten Block der Fragestunde. Mehrere Abgeordnete thematisieren geplante Kürzungen im Bundeshaushalt 2027: Eine NGO-Analyse prognostiziert laut Frage 1 (Dr. Jan-Niclas Gesenhues, Grüne), dass Deutschland sein Sechs-Milliarden-Versprechen zur internationalen Klimafinanzierung um 1,0 bis 1,3 Milliarden Euro verfehlen könnte. Gleichzeitig fragen mehrere Abgeordnete nach dem drohenden Ende langjähriger DAAD-Hochschulkooperationen mit Ländern des Globalen Südens — Programme, die teils seit drei Jahrzehnten bestehen und über das Jahr 2030 hinaus ohne gesicherte Finanzierung dastehen (Fragen 9, 13). Auch die Frage, ob Zahlungen im Rahmen der deutsch-namibischen Vereinbarung zur Aufarbeitung des Völkermords an OvaHerero und Nama erstmals zu 100 Prozent als ODA angerechnet werden, beschäftigt die Abgeordneten (Frage 16).
Innenpolitik: Migration, Grenzverfahren und Sicherheit
Zehn Fragen richten sich an das Bundesministerium des Innern. Die Linke-Abgeordnete Clara Bünger thematisiert in Frage 32 ausführlich den Umgang des BAMF mit Familien mit minderjährigen Kindern in Grenzverfahrenseinrichtungen — konkret im Anschluss an einen Beschluss des Verwaltungsgerichts Cottbus vom 2. Oktober 2026, das die Entlassung einer solchen Familie angeordnet hatte. Grünen-Abgeordneter Marcel Emmerich fragt in den Fragen 30 und 31 nach den Grundlagen für Äußerungen von Innenminister Alexander Dobrindt zu Sea-Watch und einem wissenschaftlich festgestellten Nicht-Vorliegen eines „Pull-Effekts“ durch zivile Seenotrettung. Daneben befassen sich Fragen der AfD mit FBI-Unterlagen im Epstein-Komplex mit möglichem Deutschlandbezug (Fragen 27, 28) sowie mit Strafanzeigekampagnen des Bundeskriminalamts (Frage 29).
Energie, Verteidigung und weitere Ressorts
Aus dem Geschäftsbereich Wirtschaft und Energie fragen Grünen-Abgeordnete, ob Kohlekraftwerke, die auf Gas umgerüstet werden sollen, an Kapazitätsausschreibungen nach dem Strom-Versorgungssicherheits-und-Kapazitätengesetz teilnehmen dürfen — und welche Versorgungssicherheitsrisiken daraus für das Jahr 2030 entstehen (Fragen 42, 43). Außerdem fragt Michael Kellner (Grüne) nach möglichen Übernahmeplänen für die Nord-Stream-Pipelines durch US-amerikanische Firmen (Frage 46). Im Verteidigungsbereich stehen die Preiskontrolle bei Bundeswehr-Beschaffungen und technische Mängel beim Rüstungsprogramm „Digitalisierung landbasierter Operationen“ (D-LBO) im Fokus. Beim Großbrand am GSI Helmholtzzentrum vom 5. Februar 2026 erwartet das Land Hessen Schadenskosten von bis zu 145 Millionen Euro — die AfD fragt nach dem Bundesanteil nach dem 90:10-Schlüssel (Frage 47). Weitere Fragestunden-Themen betreffen den Schutz von Kindern vor digitaler Gewalt (Fragen 51, 52), Lebensmittelverschwendung und gesetzliche Reduktionsziele bis 2030 (Frage 56) sowie das Düngerecht nach der Agrarministerkonferenz vom 25. September 2026 (Frage 54).
Als Übersicht über weitere aktuelle parlamentarische Vorgänge aus dieser Sitzungswoche empfiehlt sich ein Blick auf den Tagesüberblick sowie thematisch verwandte Drucksachen zu auswärtiger Förderung und zur inneren Sicherheit.
Weiterlesen:
- Bundestag 12.10.2026: Die wichtigsten Drucksachen
- Klimawandel im Tourismus: Bundesregierung ohne Datenlage
- NATO-Gipfel Ankara und Parlamentarische Versammlung Berlin 2026
Von den angesprochenen Themen sind unterschiedliche Bevölkerungsgruppen betroffen: Entwicklungsländer und ihre Bevölkerung durch mögliche Kürzungen bei DAAD-Programmen und Klimafinanzierung, Asylbewerber-Familien mit Kindern durch Fragen zum Grenzverfahren, Landwirte durch Fragen zum Düngerecht und zur GAP-Reform sowie Verbraucher und mittelständische Unternehmen durch Fragen zu Energieversorgung und digitaler Transformation.
Die Drucksache enthält die für die Fragestunde der 101. Plenarsitzung am 14. Oktober 2026 eingereichten Fragen. Eine bereits erfolgte Beantwortung belegt sie nicht; dafür ist das zugehörige Plenarprotokoll zu prüfen.
- Fragestunde
- Parlamentarisches Instrument, bei dem Abgeordnete der Bundesregierung in der Plenarsitzung mündlich Fragen stellen können; je Abgeordnetem sind höchstens zwei Fragen pro Sitzungswoche zulässig.
- ODA (Official Development Assistance)
- Öffentliche Mittel für Entwicklungsleistungen, die nach international anerkannten Kriterien des OECD-Entwicklungsausschusses als Entwicklungshilfe angerechnet werden können.
- DAAD
- Deutscher Akademischer Austauschdienst — staatlich geförderter Verein zur Förderung des internationalen Austauschs von Studierenden und Wissenschaftlern.
Was ist eine Fragestunde im Bundestag?
In der Fragestunde können Abgeordnete der Bundesregierung mündlich Fragen stellen; jeder Abgeordnete darf in einer Sitzungswoche höchstens zwei Fragen einreichen. Die Antworten werden im Plenarprotokoll veröffentlicht.
Welche Themen dominieren die Fragestunde vom 14.10.2026?
Mit 16 Fragen entfällt der größte Block auf den Geschäftsbereich Entwicklungszusammenarbeit, gefolgt von Innenpolitik (10 Fragen) und Wirtschaft/Energie (6 Fragen).
Wo sind die Antworten der Bundesregierung nachzulesen?
Die Drucksache enthält keine Antworten. Für die Beantwortung ist das Plenarprotokoll der für den 14. Oktober 2026 angesetzten 101. Sitzung des Deutschen Bundestages zu prüfen.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/8471 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.




































































