Truels Reichardt, zuständiger Berichterstatter:
Am Donnerstag stand die erste Lesung der Strukturreform in der Kinder- und Jugendhilfe auf der Tagesordnung des Bundestags. Die Kinder- und Jugendhilfe muss moderner, präventiver, inklusiver und stärker an den Lebensrealitäten von Familien ausgerichtet werden. Der Gesetzentwurf der Bundesregierung enthält dafür wichtige Ansätze. Gleichzeitig gibt es zentrale Punkte, an denen nachgebessert werden muss. Entscheidend ist nicht die Strukturreform an sich, sondern die Frage, ob Kinder, Jugendliche und Familien am Ende tatsächlich bessere Unterstützung erhalten.
„Besonders kritisch bewertet die SPD-Bundestagsfraktion den vorgesehenen Vorrang von Infrastruktur- und Regelangeboten gegenüber individuellen Hilfen zur Erziehung. Familienzentren, Beratung und sozialräumliche Angebote sind wichtig und können dazu beitragen, Probleme frühzeitig zu verhindern. Sie dürfen jedoch nicht als Sparmodell missverstanden werden.
Mit Sorge sehen wir, dass die im Kinder- und Jugendstärkungsgesetz angelegte inklusive Gesamtzuständigkeit der Kinder- und Jugendhilfe nicht weiterverfolgt wird. Eine solche Lösung wäre einfacher, wirksamer und bürokratieärmer. Deshalb bleibt die gemeinsame Zuständigkeit für alle Kinder und Jugendlichen unter dem Dach der Kinder- und Jugendhilfe für uns ein wichtiges politisches Ziel.
Wir wollen uns erfolgreiche Zusammenarbeitsstrukturen in einzelnen Kommunen zum Vorbild nehmen. Es gibt gute Beispiele für funktionierende sozialraumorientierte Ansätze, bei denen Familien früh unterstützt und dadurch aufwändige individuelle Hilfen vermieden werden.
Die SPD-Bundestagsfraktion setzt sich für eine Kinder- und Jugendhilfe ein, die mehr Teilhabe ermöglicht, Familien stärkt, Kinder besser schützt, allen jungen Menschen gerecht wird und niemanden zurücklässt.“





























































