- Keine Tabaksteuer-Kompensation für Energiesteuer-Ausfälle
- 256 Mio unversteuerte Zigaretten 2025 beschlagnahmt
- Tabaksteuereinnahmen 2025: 17,63 Milliarden Euro
Tabaksteuer 2026: Regierung korrigiert Pläne zur Kompensation
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6150 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Die Bundesregierung hatte ursprünglich geplant, die für 2027 vorgesehene Tabaksteuererhöhung auf 2026 vorzuziehen. Damit sollten Mindereinnahmen aus einer temporären Mineralölsteuersenkung ausgeglichen werden. Die AfD-Fraktion zeigte sich besorgt über mögliche Auswirkungen wie Zigarettenschmuggel, ähnlich wie in Frankreich nach Steuererhöhungen beobachtet.
- 17,63 Mrd. Euro — Tabaksteuereinnahmen 2025, deutlich über den geschätzten 16,83 Milliarden
- 256 Mio. Stück — unversteuerte Zigaretten wurden 2025 vom Zoll beschlagnahmt
- 47 Mio. Euro — Steuerschaden durch Zigarettenschmuggel entspricht 0,3% der Gesamteinnahmen
- 30 Prozent — Anteil von Feinschnitt im Vergleich zu Zigaretten in den ersten vier Monaten 2026
Im Detail
Die Steuermehreinnahmen aus einer Anpassung der Tabaksteuer sind nicht zur Kompensation der Mindereinnahmen aus der temporären Senkung der Energiesteuer vorgesehen.
— Antwort der Bundesregierung BT-Drs. 21/6150
Die Bundesregierung hat ihre ursprünglichen Pläne zur vorgezogenen Tabaksteuererhöhung als Kompensation für Mineralölsteuer-Mindereinnahmen aufgegeben. Dies geht aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion hervor, die am 26. Mai 2026 veröffentlicht worden ist (BT-Drs. 21/6150).
Kurskorrektur bei Steuerpolitik: Ursprünglich hat die Bundesregierung erwogen, die für 2027 geplante Tabaksteueranhebung auf 2026 vorzuziehen. Ziel ist gewesen, Ausfälle durch eine temporäre Mineralölsteuersenkung auszugleichen. Nun stellt sie jedoch klar: „Die Steuermehreinnahmen aus einer Anpassung der Tabaksteuer sind nicht zur Kompensation der Mindereinnahmen aus der temporären Senkung der Energiesteuer vorgesehen.“
Was gilt aktuell?
Das Tabaksteuermodell führt seit 2022 zu schrittweisen Erhöhungen der Steuersätze. Zum 1. Januar 2026 sind die Regelsteuersätze für Zigaretten, Feinschnitt und Wasserpfeifentabak sowie der Steuersatz für Tabak-Substitute erneut angehoben worden. Die Tabaksteuereinnahmen sind 2025 auf 17,63 Milliarden Euro gestiegen – deutlich über den ursprünglich geschätzten 16,83 Milliarden Euro.
Zigarettenschmuggel: Die Zollbehörden haben 2025 insgesamt 256 Millionen unversteuerte Zigaretten beschlagnahmt. Der dadurch entstandene Steuerschaden beläuft sich auf rund 47 Millionen Euro. Für 2026 kann die Bundesregierung noch keine aktuellen Zahlen nennen.
Einfach erklärt: Die Regierung ist von ihrem Plan abgerückt, höhere Tabaksteuern zu nutzen, um Verluste durch günstigeren Sprit auszugleichen.
Substitution nimmt zu: Der Anteil von Feinschnitt im Vergleich zu Zigaretten ist von 28 Prozent im Jahr 2025 auf 30 Prozent in den ersten vier Monaten 2026 gestiegen. Dies deutet auf eine verstärkte Ausweichreaktion der Konsumenten hin. Für E-Zigaretten-Liquids sind 2025 Steuerzeichen für 1,5 Millionen Liter bezogen worden.
Gesundheitspolitische Ziele
Die Bundesregierung verfolgt weiterhin das Ziel, den Einstieg ins Rauchen zu verhindern und den Nichtraucheranteil zu erhöhen. Laut dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) senken regelmäßige Tabaksteuererhöhungen nachweislich den Tabakkonsum und fördern das Nichtrauchen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bestätigt Preiserhöhungen durch Besteuerung als effektivstes Mittel zur Konsumreduzierung.
EU-weite Überarbeitung geplant: Die EU-Kommission plant für das vierte Quartal 2026 einen Vorschlag zur Revision der Tabakprodukt- und Tabakwerberichtlinien. Die Bundesregierung will sich für Regelungen einsetzen, die dem vorsorgenden Gesundheitsschutz und dem EU-Binnenmarkt gerecht werden.
Zu vielen Detailfragen hat die Bundesregierung keine Angaben machen können. Etwa zu Arbeitsplatzverlusten im Tabakhandel, Prognosen zum illegalen Zigarettenhandel oder zur Entwicklung von Grenzkäufen. Die fehlende systematische Erfolgskontrolle zeigt sich auch in der Tabaksteuerpolitik.
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Betroffen sind Raucher, die Tabaksteuer zahlen, der Tabakhandel und die Zollbehörden. Bei weiteren Steuererhöhungen könnten auch Arbeitsplätze im Tabakhandel gefährdet sein, wobei die Bundesregierung hierzu keine konkreten Daten vorlegen kann.
Die Bundesregierung beantwortet die meisten Fragen vollständig, gibt bei mehreren Punkten aber an, keine Kenntnisse zu haben – insbesondere bei Arbeitsplatzverlusten, Zigarettenschmuggel-Prognosen und Grenzkäufen.
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Anfrage wurde mittlerweile beantwortet. (Stand: 26.05.2026) Tabaksteuererhöhung 2026 – AfD fragt nach Auswirkungen auf Arbeitsmarkt und Schmuggelrisiken →
- Tabaksteuer
- Verbrauchsteuer auf Tabakwaren wie Zigaretten, Zigarren und Feinschnitt zur Gesundheitsprävention und Staatsfinanzierung.
- Steuerzeichenbezug
- Abnahme von Steuerzeichen durch Hersteller und Importeure zur ordnungsgemäßen Versteuerung von Tabakprodukten.
Warum sollte die Tabaksteuer ursprünglich erhöht werden?
Zur Kompensation von Mindereinnahmen durch die temporäre Mineralölsteuersenkung – davon ist die Regierung nun abgerückt.
Wie viele unversteuerte Zigaretten wurden 2025 beschlagnahmt?
Der Zoll stellte 256 Millionen Stück sicher, was einem Steuerschaden von 47 Millionen Euro entspricht.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6150 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.

































































