- Mieten in Niedersachsen stiegen 2021–2024 um 16 Prozent
- Sozialwohnungsbestand sank von 90.000 auf rund 50.000 seit 2015
- 20 Fragen zu Mieten, Leerstand und Wohnungslosigkeit in allen Landkreisen
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7082 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Die Mietentwicklung in Niedersachsen steht seit mehreren Jahren unter Beobachtung. Laut Vorbemerkung der Fragesteller in BT-Drs. 21/7082 sind die Angebotsmieten im Flächenland Niedersachsen von 2021 bis 2024 landesweit um 16 Prozent gestiegen, wobei ländliche Regionen besonders stark betroffen sind. Der Bestand an Sozialwohnungen hat sich seit 2015 nahezu halbiert. Die Anfrage knüpft an eine frühere parlamentarische Anfrage (BT-Drs. 21/297) an, die bereits Daten zur Mietentwicklung für einzelne Landkreise erhoben hatte.
- 16 % — Anstieg der durchschnittlichen Angebotsmiete pro Quadratmeter in Niedersachsen von 2021 bis 2024 (laut Fragesteller)
- 30,7 % — Mietpreisanstieg im Landkreis Nienburg (Weser) von 2021 auf 2024 — höchster Wert unter den genannten Landkreisen
- 90.000 → 50.000 — Rückgang des Sozialwohnungsbestands in Niedersachsen von 2015 bis 2024
- 28,0 % — Durchschnittliche Mietbelastungsquote niedersächsischer Haushalte im Jahr 2022
- 78 % — Mietpreisanstieg in Elsfleth (Stadt) von 2015 bis 2025 — höchster Einzelwert laut NDR-Daten
Im Detail
Die Mieten sind flächendeckend teurer geworden: Von 2021 bis 2024 ist der durchschnittliche Preis pro Quadratmeter in Niedersachsen um 16 Prozent gestiegen.
— Vorbemerkung der Fragesteller, BT-Drs. 21/7082
Die Mietentwicklung in Niedersachsen ist Gegenstand einer umfangreichen parlamentarischen Anfrage der Fraktion Die Linke. Mit BT-Drs. 21/7082 vom 10. Juli 2026 stellen 19 Abgeordnete der Fraktion insgesamt 20 Einzelfragen an die Bundesregierung — zu Angebotsmieten, Bestandsmieten, Leerstand, Sozialwohnungen, Wohngeld, Zwangsräumungen und Wohnungslosigkeit in allen kreisfreien Städten und Landkreisen Niedersachsens.
Mietentwicklung Niedersachsen: Zahlen aus der Vorbemerkung
Die Fragesteller stützen sich in ihrer Vorbemerkung auf verschiedene Datenquellen: Demnach ist der durchschnittliche Angebotsmietpreis pro Quadratmeter in Niedersachsen von 2021 bis 2024 um 16 Prozent gestiegen. Besonders stark betroffen sind nach Darstellung der Fragesteller ländliche Regionen: Im Landkreis Nienburg (Weser) betrug der Preisanstieg im gleichen Zeitraum 30,7 Prozent, im Landkreis Lüchow-Dannenberg 26,6 Prozent und in den Landkreisen Northeim und Heidekreis jeweils 24,4 Prozent. Über einen längeren Zeitraum — von 2015 bis 2025 — seien die Mieten in einzelnen Gemeinden sogar um bis zu drei Viertel gestiegen: In Elsfleth (Stadt) um 78 Prozent, in Övelgönne um 77 Prozent und in Zetel um 76 Prozent.
Diese Zahlen stammen aus der Vorbemerkung der Fragesteller und geben deren Einschätzung der Lage wieder. Eine Stellungnahme der Bundesregierung liegt noch nicht vor, da die Antwortfrist noch läuft. Ähnliche Entwicklungen bei der Altersarmut in Niedersachsen zeigen, dass wirtschaftliche Belastungen für einkommensschwache Haushalte in dem Flächenland mehrere Dimensionen haben.
Sozialwohnungsbestand halbiert
Laut Vorbemerkung der Fragesteller ist der Bestand an Sozialwohnungen in Niedersachsen von rund 90.000 im Jahr 2015 auf etwa 50.000 im Jahr 2024 gesunken — ein Rückgang um fast die Hälfte innerhalb von knapp zehn Jahren. Gleichzeitig, so die Fragesteller, steigen Baulandpreise und energetische Sanierungskosten weiter. Die Mietbelastungsquote in Niedersachsen lag demnach im Jahr 2022 bei durchschnittlich 28,0 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens — etwas über dem bundesweiten Schnitt.
Vor diesem Hintergrund erkundigt sich die Anfrage konkret danach, wie viele neue Sozialwohnungen in den letzten zehn Jahren bewilligt wurden (aufgeschlüsselt nach Art der Förderung), wie sich die Kofinanzierung des Landes Niedersachsen zu den Bundesmitteln für den sozialen Wohnungsbau seit 2020 entwickelt hat, und welche Bundesfördermittel insgesamt nach Niedersachsen geflossen sind — inklusive KfW-Programme und energetischer Sanierungsprogramme.
20 Fragen zu Wohnen, Wohngeld und Wohnungslosigkeit
Die Anfrage umfasst ein breites Themenspektrum. Neben der Mietentwicklung in allen acht kreisfreien Städten (Braunschweig, Delmenhorst, Emden, Oldenburg, Osnabrück, Salzgitter, Wilhelmshaven, Wolfsburg) und sämtlichen Landkreisen fragt die Fraktion nach der Leerstandsquote seit 2011, nach der Anzahl der Wohnungsfertigstellungen und Abrisse seit 2020, sowie nach der Entwicklung der Wohngeldbeziehenden und der durchschnittlichen Bearbeitungsdauer von Wohngeldanträgen. Auch die Frage, ob niedersächsische Kommunen über ein gerichtsfestes „schlüssiges Konzept“ zur Ermittlung der Angemessenheitsgrenzen für Bürgergeld-Unterkunftskosten verfügen, ist Gegenstand der Anfrage. Fragen zu Zwangsräumungen und zur Zahl wohnungsloser Menschen runden das Bild ab.
Die Bundesförderung für den Wohnungsbau ist auch in anderen Kontexten Gegenstand parlamentarischer Beobachtung — so etwa bei der Bundesförderung für NGOs, wo ebenfalls Fragen zur Mittelverwendung und Wirksamkeit im Vordergrund stehen.
Was gilt aktuell?
Der soziale Wohnungsbau liegt in Deutschland in der gemeinsamen Finanzierungsverantwortung von Bund und Ländern. Der Bund stellt den Ländern Kompensationsmittel für den sozialen Wohnungsbau zur Verfügung, die Länder — in diesem Fall Niedersachsen — müssen diese kofinanzieren und eigenständig vergeben. Der Wohnberechtigungsschein gibt einkommensschwachen Haushalten Anspruch auf eine Sozialwohnung, sofern ausreichend Bestände vorhanden sind. Das Wohngeld ist eine staatliche Mietbeihilfe, deren Empfängerkreis zuletzt ausgeweitet wurde.
Vergleichbare Entwicklungen bei der Wohnkostenbelastung zeigen sich auch in anderen norddeutschen Ländern — etwa bei der Altersarmut in Hamburg und der Altersarmut in Bremen, wo hohe Mietkosten die Einkommenssituation älterer Menschen besonders verschärfen.
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Betroffen sind Mieterinnen und Mieter in ganz Niedersachsen — besonders in ländlichen Landkreisen wie Nienburg (Weser), Lüchow-Dannenberg sowie Northeim und dem Heidekreis, wo die Mietpreise überproportional gestiegen sind. Auch Wohngeldbezieher, Bürgergeldempfänger und wohnungslose Menschen in Niedersachsen sind Gegenstand der Anfrage.
Die Kleine Anfrage wurde am 10. Juli 2026 veröffentlicht (BT-Drs. 21/7082). Die Bundesregierung hat nun 21 Tage Zeit, die 20 Fragen schriftlich zu beantworten. Die Antwort wird als eigene Drucksache veröffentlicht.
- Angebotsmiete
- Der Mietpreis, der für eine neu angebotene Wohnung auf dem Markt verlangt wird — im Unterschied zur Bestandsmiete laufender Mietverhältnisse.
- Mietbelastungsquote
- Der Anteil des Haushaltsnettoeinkommens, der für die Bruttokaltmiete aufgewendet wird. Ein Wert über 30 Prozent gilt als belastend.
- Wohnberechtigungsschein
- Ein behördliches Dokument, das einkommensschwachen Haushalten den Zugang zu öffentlich geförderten Sozialwohnungen ermöglicht.
Wie stark sind die Mieten in Niedersachsen gestiegen?
Laut Vorbemerkung der Fragesteller sind die Angebotsmieten landesweit von 2021 bis 2024 um 16 Prozent gestiegen; in einzelnen ländlichen Landkreisen wie Nienburg (Weser) um bis zu 30,7 Prozent.
Wie viele Sozialwohnungen gibt es noch in Niedersachsen?
Nach Angaben der Fragesteller ist der Bestand an Sozialwohnungen von rund 90.000 im Jahr 2015 auf etwa 50.000 im Jahr 2024 gesunken.
Was fragt Die Linke konkret von der Bundesregierung?
Die Fraktion stellt 20 Einzelfragen zu Angebotsmieten, Bestandsmieten, Leerstand, Sozialwohnungsbau, Wohngeld, Zwangsräumungen und Wohnungslosigkeit in allen Landkreisen und kreisfreien Städten Niedersachsens.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7082 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.

































































