- Bedrohungsdelikte: +231,5 % nichtdeutsche Tatverdächtige seit 2000
- Vergewaltigung und sexuelle Nötigung: +148,2 % in 25 Jahren
- Straftaten insgesamt: nichtdeutsche Tatverdächtige +39,8 % seit 2000
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7672 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) wird jährlich vom Bundeskriminalamt (BKA) veröffentlicht und erfasst alle der Polizei bekannt gewordenen Straftaten. Die vorliegende Anfrage baut auf einer früheren Kleinen Anfrage (BT-Drs. 21/23) auf, die denselben Zeitraum bis 2024 abdeckte. Mit der aktuellen Anfrage (BT-Drs. 21/7532) sollten die Daten um das Jahr 2025 ergänzt werden. Bei der Interpretation ist zu beachten, dass 2009 die echte Tatverdächtigenzählung eingeführt wurde und 2016 das Sexualstrafrecht reformiert wurde, was jeweils die Vergleichbarkeit der Zeitreihen einschränkt.
- +231,5 % — Zuwachs nichtdeutscher Tatverdächtiger bei Bedrohung (2025 gegenüber 2000)
- +169,3 % — Zuwachs bei vorsätzlicher einfacher Körperverletzung
- +148,2 % — Zuwachs bei Vergewaltigung, sexueller Nötigung und schwerem sexuellem Übergriff
- +88,9 % — Zuwachs bei gefährlicher und schwerer Körperverletzung
- +39,8 % — Zuwachs bei Straftaten insgesamt (alle Deliktsbereiche)
Im Detail
Die Umstellung auf diese Zählweise erlaubt keinen belastbaren Vergleich der Tatverdächtigenzahlen mit den Jahren vor 2009.
— Vorbemerkung der Bundesregierung, BT-Drs. 21/7672
Die Bundesregierung hat am 20. August 2026 eine Antwort auf die Kleine Anfrage der AfD-Fraktion zur Kriminalitätsentwicklung in Deutschland über 25 Jahre vorgelegt (BT-Drs. 21/7672). Die Anfrage bezieht sich auf 16 Deliktsbereiche aus der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) im Zeitraum von 2000 bis 2025 und fragt jeweils nach Fallzahlen, Tatverdächtigenzahlen, dem Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger und dem Zuwachs gegenüber dem Jahr 2000.
PKS-Daten: Zuwächse nichtdeutscher Tatverdächtiger im Überblick
Den prozentualen Zuwachs nichtdeutscher Tatverdächtiger von 2000 bis 2025 beantwortet die Bundesregierung direkt in einer Tabelle. Der stärkste Anstieg zeigt sich bei Bedrohungsdelikten mit +231,5 Prozent. Es folgen vorsätzliche einfache Körperverletzung mit +169,3 Prozent und Vergewaltigung sowie sexuelle Nötigung mit +148,2 Prozent. Bei gefährlicher und schwerer Körperverletzung beträgt der Zuwachs +88,9 Prozent, bei Gewaltkriminalität insgesamt +71,6 Prozent. Über alle Straftaten hinweg stieg die Zahl nichtdeutscher Tatverdächtiger um +39,8 Prozent. Den geringsten Anstieg verzeichnet der Bereich Diebstahl an/aus Kraftfahrzeugen mit lediglich +3,8 Prozent.
Was gilt aktuell?
Die PKS erfasst alle der Polizei bekannt gewordenen Straftaten in Deutschland. Sie unterscheidet zwischen deutschen und nichtdeutschen Tatverdächtigen, ohne dabei zwischen verschiedenen Aufenthaltsstatus zu differenzieren. Nichtdeutsche Tatverdächtige umfassen damit sowohl Personen mit dauerhaftem Aufenthaltstitel als auch Asylsuchende, Geduldete und illegal Eingereiste. Die Bundesregierung weist in ihrer Vorbemerkung ausdrücklich auf zwei methodische Einschränkungen hin: Ab 2009 gilt die echte Tatverdächtigenzählung, die Mehrfacherfassungen vermeidet — ein direkter Vergleich mit den Jahren vor 2009 ist daher nur eingeschränkt belastbar. Zudem wurden im Zuge der Sexualstrafrechtsreform von 2016 neue Straftatbestände eingeführt, was Zeitreihenvergleiche im Bereich sexuelle Selbstbestimmung weiter erschwert.
Bundesregierung verweist auf BKA-Standardtabellen
Für die Unterfragen zu absoluten Fallzahlen (Unterpunkt a), Tatverdächtigenzahlen insgesamt (b), deutschen Tatverdächtigen (c), nichtdeutschen Tatverdächtigen und deren Nationalitäten (d) sowie dem prozentualen Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger (e) verweist die Bundesregierung durchgehend auf öffentlich zugängliche Standardtabellen des BKA. Diese sind für das Berichtsjahr 2025 auf der Website des Bundeskriminalamts abrufbar. Eine eigene tabellarische Aufbereitung im Antworttext fehlt bei diesen Unterpunkten. Lediglich der prozentuale Zuwachs 2025 gegenüber 2000 (Unterpunkt f) wird direkt und vollständig in einer Tabelle ausgewiesen.
Für Zahlen der Jahre vor 2025 verweist die Bundesregierung zudem auf die Antwort zur vorherigen Kleinen Anfrage der AfD auf BT-Drs. 21/41, die denselben Untersuchungszeitraum bis 2024 abdeckte. Die vorliegende Anfrage ergänzt diesen Datensatz um das aktuelle Berichtsjahr 2025.
16 Deliktsbereiche im Überblick
Die Anfrage umfasst folgende Deliktsbereiche: Straftaten insgesamt, Gewaltkriminalität, Mord und Totschlag, Vergewaltigung und sexuelle Nötigung, Raubdelikte, gefährliche und schwere Körperverletzung, vorsätzliche einfache Körperverletzung, Bedrohung, Straßenkriminalität, Diebstahlskriminalität insgesamt, Ladendiebstahl, Wohnungseinbruchsdiebstahl, Diebstahl an/aus Kraftfahrzeugen, Taschendiebstahl, Betrug sowie Erschleichen von Leistungen. Bei Taschendiebstahl beträgt der Zuwachs nichtdeutscher Tatverdächtiger +97,9 Prozent, bei Betrug +45,3 Prozent und beim Erschleichen von Leistungen +52,0 Prozent.
Die Antwort auf die Kleine Anfrage wurde vom Bundesministerium des Innern erarbeitet und am 20. August 2026 übermittelt. Die zugrundeliegende Anfrage BT-Drs. 21/7532 war von Abgeordnetem Stephan Brandner und der AfD-Fraktion eingereicht worden.
Weiterlesen:
Die Daten betreffen die gesamte Bevölkerung in Deutschland als potenzielle Geschädigte sowie nichtdeutsche Personen, die als Tatverdächtige in der PKS erfasst sind. Strafverfolgungsbehörden, Kriminologen und die interessierte Öffentlichkeit nutzen diese Statistiken zur Lagebeurteilung.
Für die Unterpunkte a bis e (Fallzahlen, Tatverdächtige, Nationalitäten, prozentuale Anteile) verweist die Bundesregierung durchgehend auf öffentlich zugängliche BKA-Standardtabellen, ohne die Zahlen selbst aufzuführen. Lediglich die prozentualen Zuwächse der nichtdeutschen Tatverdächtigen (Unterpunkt f) werden direkt und vollständig beantwortet.
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Anfrage wurde mittlerweile beantwortet. Kriminalitätsentwicklung 2000–2025: 16 Deliktsbereiche angefragt →
- PKS (Polizeiliche Kriminalstatistik)
- Jährliche Statistik des BKA, die alle polizeilich erfassten Straftaten in Deutschland dokumentiert — ohne Verkehrsdelikte und Staatsschutzdelikte.
- Echte Tatverdächtigenzählung
- Seit 2009 wird jede tatverdächtige Person bundesweit nur einmal gezählt, auch wenn sie in mehreren Ländern registriert wurde.
- Nichtdeutsche Tatverdächtige
- Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit, die polizeilich als tatverdächtig erfasst wurden — einschließlich Personen mit Aufenthaltstitel, Geduldete und Asylsuchende.
In welchem Deliktsbereich stieg die Zahl nichtdeutscher Tatverdächtiger am stärksten?
Bei Bedrohungsdelikten verzeichnet die PKS 2025 gegenüber 2000 den höchsten Anstieg: +231,5 Prozent.
Warum sind die Tatverdächtigenzahlen vor und nach 2009 schwer vergleichbar?
Im Jahr 2009 wurde die echte Tatverdächtigenzählung eingeführt. Seitdem wird eine Person, die in mehreren Ländern registriert wurde, nur einmal gezählt, was die Vergleichbarkeit mit früheren Jahren einschränkt.
Wo sind die vollständigen PKS-Daten abrufbar?
Die Bundesregierung verweist auf die Standardtabellen des BKA auf bka.de, die für das Berichtsjahr 2025 öffentlich zugänglich sind.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7672 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
































































