Anfrage eingereicht
- Über 1 Million Wohnmobile in Deutschland zugelassen
- Infrastruktur an Rastanlagen unzureichend
- 21 Fragen zu Zuständigkeiten und Handlungsbedarf
Reisemobil-Infrastruktur: Grüne fragen nach Rastanlagen-Ausstattung
Hintergrund
Der Reisemobiltourismus in Deutschland wächst seit Jahren dynamisch. Im Jahr 2024 wurden 74.718 Reisemobile neu zugelassen, ein Zuwachs von 9,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Bestand stieg von 450.167 Fahrzeugen im Januar 2017 auf 981.010 Fahrzeuge im Januar 2025. Reisemobilisten geben durchschnittlich 50,50 Euro pro Person und Tag im Zielgebiet aus.
Der ADAC verweist in einer aktuellen Umfrage auf deutliche Defizite an Rastanlagen für Camperinnen und Camper. Genannt werden insbesondere fehlende ausgewiesene Stellflächen, mangelhafte Ausschilderung sowie unzureichende Möglichkeiten zur Frischwasserversorgung und zur Entsorgung von Grau- und Schwarzwasser.
— Kleine Anfrage BT-Drs. 21/6078
Die Grünen-Fraktion im Bundestag hat am 21. Mai 2026 eine umfassende Kleine Anfrage zur Ver- und Entsorgungsinfrastruktur für Reisemobile an deutschen Rastanlagen eingereicht (BT-Drs. 21/6078). Die Abgeordneten um Matthias Gastel stellten der Bundesregierung 21 detaillierte Fragen zur Ausstattung der Autobahnen und Bundesstraßen für den wachsenden Wohnmobil-Tourismus.
Wachstum bei begrenzter Infrastruktur
Erstmals sind in Deutschland mehr als eine Million Wohnmobile zugelassen, heißt es zur Begründung der Anfrage. Der Bestand hat sich von 450.167 Fahrzeugen im Januar 2017 auf 981.010 Fahrzeuge im Januar 2025 mehr als verdoppelt. Dies ist bemerkenswert, da allein 2024 noch einmal 74.718 Reisemobile neu zugelassen wurden – ein Zuwachs von 9,1 Prozent. Knapp ein Drittel der Wohnmobile ist auf Personen zwischen 60 und 69 Jahren zugelassen.
Wohnmobile brauchen spezielle Stationen zum Frischwasser-Tanken und zur Entsorgung von Abwasser – diese fehlen oft an deutschen Rastanlagen.
Diesem Boom steht jedoch eine begrenzte Infrastruktur gegenüber, so die Fragesteller. Der ADAC nennt in einer aktuellen Umfrage erhebliche Defizite an Rastanlagen für Camper. Besonders problematisch sind fehlende ausgewiesene Stellflächen und unvollständige Ausschilderung. Hinzu kommen begrenzte Möglichkeiten zur Frischwasserversorgung und Entsorgung von Grau- und Schwarzwasser.
Wirtschaftsfaktor und Umweltaspekte
Der Reisemobiltourismus ist ein bedeutender Wachstumsmarkt und Wirtschaftsfaktor. Laut Deutschem Tourismusverband geben Reisemobilisten durchschnittlich 50,50 Euro pro Person und Tag im Zielgebiet aus. Hintergrund ist, dass die Grünen bei unzureichender Infrastruktur auch Umweltauswirkungen befürchten – insbesondere durch unsachgemäße Entsorgung von Abwasser.
Systematische Erfassung gefordert
Mit ihrer Anfrage wollen die Grünen ermitteln, ob die Bundesregierung die Entwicklung systematisch erfasst, bewertet und steuert. Gefragt wird nach aktuellen Daten zum Bestand der Anlagen. Weitere Schwerpunkte sind Zuständigkeiten zwischen Bund, Autobahn GmbH und privaten Betreibern sowie Beispiele aus anderen Ländern. Auch Investitionskosten, Förderprogramme und konkrete Zeitpläne für eine flächendeckende Mindestversorgung stehen im Fokus der Anfrage.
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Betroffen sind über eine Million Wohnmobil-Besitzer in Deutschland, davon knapp ein Drittel im Alter zwischen 60 und 69 Jahren. Auch Betreiber von Rastanlagen, Rasthöfen und Autohöfen sowie die Autobahn GmbH des Bundes sind von den Infrastruktur-Defiziten betroffen.
Die Bundesregierung muss die 21 Fragen bis zum 11. Juni 2026 beantworten. Die Anfrage könnte zu einer Ausschussberatung im Verkehrsausschuss führen und politischen Handlungsdruck für den Ausbau der Reisemobil-Infrastruktur erzeugen.
- Ver- und Entsorgungsinfrastruktur
- Anlagen zur Frischwasserversorgung und Entsorgung von Grau- und Schwarzwasser aus Reisemobilen.
- Grau- und Schwarzwasser
- Grauwasser ist gebrauchtes Wasser aus Waschbecken und Dusche, Schwarzwasser stammt aus der Toilette.
Wie viele Wohnmobile sind in Deutschland zugelassen?
Laut Kraftfahrt-Bundesamt waren zum 1. April 2025 erstmals mehr als eine Million Wohnmobile in Deutschland zugelassen.
Was kritisiert der ADAC an den Rastanlagen?
Fehlende Stellflächen, mangelhafte Ausschilderung sowie unzureichende Möglichkeiten zur Frischwasserversorgung und Abwasserentsorgung.























































