Antrag eingegangen
- AfD fordert PFAS-Forschung bei Windkraftanlagen
- Widersprüchliche Daten zu Materialabrieb kritisiert
- Genotoxische Effekte sollen untersucht werden
Windkraft-Abrieb: AfD fordert Forschung zu PFAS-Gesundheitsrisiken
Hintergrund
Eine 2024 veröffentlichte Studie wies erstmals eine keimbahnmutagene Wirkung für eine spezifische PFAS-Verbindung nach. Gleichzeitig zeigen bundesweite Untersuchungen PFAS-Belastungen in 42 von 46 Trinkwasserproben. Eine dänische Blutuntersuchung bei EU-Umweltministern, einschließlich des deutschen Ministers, fand bei allen Teilnehmern schädliche PFAS-Substanzen.
Die wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Menge des Materialabriebs von den Oberflächen der Rotoren von Windkraftanlagen (WKA), verbunden mit einem Eintrag in die Umwelt, sind uneinheitlich und bedürfen dringend einer empirischen Validierung.
— Antragsbegründung BT-Drs. 21/6086
Die AfD-Fraktion hat am 21. Mai 2026 einen Antrag zur Erforschung von Gesundheits- und Umweltfolgen durch Windkraftanlagen-Abrieb eingereicht (BT-Drs. 21/6086). Der Antrag thematisiert unterschiedliche wissenschaftliche Daten über die Menge des Materialabriebs von Rotorblättern. Ein umfassendes Forschungsprogramm wird gefordert.
Die Angaben zum jährlichen Materialverlust variieren erheblich: Eine ältere Fraunhofer-Studie ist von maximal 45 Kilogramm pro Anlage ausgegangen. Der Bundesverband Windenergie schätzt hingegen 2,74 Kilogramm. Eine dänische Studie beziffert den Abrieb auf lediglich 8 bis 50 Gramm pro Rotorblatt und Jahr. Dies ist bemerkenswert, da die Unterschiede eine fundierte Bewertung erschweren.
Die Unsicherheitsspanne beim Windkraft-Abrieb liegt beim 16-fachen und erschwert nach Ansicht der Antragsteller fundierte Umweltbewertungen.
Im Fokus stehen freigesetzte PFAS-Chemikalien (Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen). Diese werden als „Ewigkeitschemikalien“ bezeichnet. Hintergrund ist ihre extreme Langlebigkeit in der Umwelt. Eine 2024 veröffentlichte Studie hat eine keimbahnmutagene Wirkung für die PFAS-Verbindung Perfluornonansäure nachgewiesen, so der Antrag. Da PFAS-haltige Beschichtungen Bestandteile der Rotorblätter sind, sieht die AfD Forschungsbedarf.
Zur Untermauerung verweist der Antrag auf Befunde zur PFAS-Belastung in Deutschland. Eine BUND-Untersuchung hat in 42 von 46 Trinkwasserproben PFAS-Chemikalien gefunden. Selbst bei EU-Umweltministern, einschließlich des deutschen Ministers Carsten Schneider, sind PFAS-Substanzen im Blut nachgewiesen worden.
Die AfD fordert konkret: Eine Datengrundlage über gesundheits- und umweltwirksame Chemikalien im Windkraft-Abrieb soll geschaffen werden. Das geforderte Forschungsprogramm umfasst empirische Quantifizierung des Abriebs und Untersuchung von Umweltverhalten. Besonderer Fokus liegt auf spezifischen PFAS-Substanzen wie Perfluornonansäure, Trifluoracetat und Perfluorbutansäure. Auch toxikologische Risiken sollen bewertet werden.
Die Begründung führt Folgen der PFAS-Kontamination für die deutsche Bevölkerung an. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat festgestellt, dass bereits der einmalige jährliche Verzehr von 125 Gramm Wildschweinleber zu einer Überschreitung der tolerierbaren wöchentlichen PFAS-Aufnahmemenge führt.
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Betroffen sind alle Bürger durch mögliche PFAS-Belastung in Trinkwasser und Lebensmitteln. Besonders gefährdet sind Anwohner von Windparks durch direkten Kontakt mit Abriebpartikeln. Auch die gesamte Nahrungskette ist durch Bioakkumulation betroffen.
Der Antrag wird zunächst an den zuständigen Ausschuss überwiesen. Die Bundesregierung muss zu den geforderten Forschungsmaßnahmen Stellung nehmen. Eine Beratung im Plenum folgt nach Ausschussberatung.
- PFAS
- Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen, auch Ewigkeitschemikalien genannt, die extrem langlebig sind und sich in Umwelt und Organismen anreichern.
- Genotoxizität
- Eigenschaft von Substanzen, das Erbgut zu schädigen und damit Mutationen oder Krebs verursachen zu können.
Was sind PFAS und warum sind sie problematisch?
PFAS sind Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen, sogenannte Ewigkeitschemikalien, die sich in der Umwelt und im Körper anreichern und schwer abbaubar sind.
Wie viel Material verlieren Windräder durch Abrieb?
Die Angaben schwanken zwischen 8 Gramm und 45 Kilogramm pro Anlage und Jahr – eine Unsicherheitsspanne, die wissenschaftliche Klarstellung erfordert.























































