Die Luftverkehrsteuer ist eine staatliche Abgabe auf Passagierflüge, die seit 2011 in Deutschland erhoben wird. Sie wird fällig, wenn Fluggäste von einem deutschen Flughafen abfliegen, unabhängig von ihrer Nationalität oder dem Ticketpreis. Die Steuer soll sowohl Einnahmen für den Bundeshaushalt generieren als auch Anreize für umweltbewusstes Reisen schaffen.
Rechtliche Grundlage und Höhe
Die gesetzliche Basis bildet das Luftverkehrsteuergesetz (LuftVStG), das zum 1. Januar 2011 in Kraft trat. Die Steuerhöhe richtet sich nach der Entfernung des Zielflughafens vom Abflugort in Deutschland. Aktuell gelten drei Tarifstufen: Für Flüge bis 2.500 Kilometer werden 12,73 Euro fällig, für mittlere Distanzen bis 6.000 Kilometer 32,25 Euro und für Langstreckenflüge über 6.000 Kilometer 58,06 Euro pro Passagier.
Verantwortlich für die Erhebung ist das Hauptzollamt, während die Fluggesellschaften als Steuerschuldner fungieren. Diese reichen die Kosten in der Regel direkt an die Passagiere weiter, indem sie die Steuer in den Ticketpreis einkalkulieren.
Politische Diskussion und Reformvorschläge
Die Luftverkehrsteuer steht regelmäßig im Fokus politischer Debatten. Während Befürworter sie als wichtiges Instrument des Klimaschutzes und der Haushaltsfinanzierung sehen, kritisieren Gegner negative Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Flughäfen. Die AfD fordert Aus für Luftverkehrsteuer – 70 Euro pro Passagier weg, während andere Parteien Reformen diskutieren.
Besonders kontrovers wird über eine mögliche Differenzierung nach Flugzeugtypen debattiert. So fordern die Grüne stellen sich gegen Steuersenkung: Privatjets extra besteuern, was die gesellschaftliche Diskussion über Klimagerechtigkeit widerspiegelt.
Praktisches Beispiel
Ein konkretes Beispiel: Familie Schmidt bucht einen Flug von Frankfurt nach New York für vier Personen. Da die Entfernung über 6.000 Kilometer beträgt, fallen pro Person 58,06 Euro Luftverkehrsteuer an – insgesamt 232,24 Euro zusätzlich zum eigentlichen Ticketpreis. Diese Summe wird von der Airline eingezogen und an das Hauptzollamt abgeführt.
Die Steuer brachte dem Bund in den vergangenen Jahren jährlich über eine Milliarde Euro ein, wobei die Einnahmen je nach Reiseaufkommen schwanken. Wie sich die Regelungen künftig entwickeln, wird auch in kommenden Bundestagssitzungen thematisiert, wie beispielsweise Heute im Bundestag – 21.05.2026 zeigt.























































