- Auswahlbibliografie des Bundestages zum Volksaufstand vom 17. Juni 1953
- Umfassende Quellen von Online-Dossiers bis wissenschaftlichen Monografien
- Internationale Perspektiven von USA, Grossbritannien, Frankreich und Sowjetunion erfasst
Volksaufstand vom 17. Juni 1953: Wissenschaftlicher Dienst des Bundestages legt Auswahlbibliografie vor
Der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages hat im Juni 2026 eine Auswahlbibliografie zum Volksaufstand in der DDR am 17. Juni 1953 vorgelegt (WD 1 – 3000 – 015/26). Das Dokument richtet sich an Mitglieder des Bundestages und bietet eine strukturierte Ubersicht uber die wissenschaftliche und dokumentarische Literatur zu diesem zentralen Ereignis der deutschen Nachkriegsgeschichte. Die Zusammenfassung erhebt keinen Anspruch auf Vollstandigkeit, sondern dient als gezielter Einstieg in die Forschungsliteratur.
Aufbau und Struktur der Bibliografie
Das Dokument gliedert sich in drei Teile. Im ersten Abschnitt werden Online-Dossiers einschlagiger Institutionen vorgestellt, darunter das Bundesarchiv, die Bundesstiftung Aufarbeitung, die Bundeszentrale fur politische Bildung sowie das Leibniz-Zentrum fur Zeithistorische Forschung in Potsdam. Diese Dossiers bieten unter anderem Tageschroniken, Karten, Zeitzeugenberichte und Unterrichtsmaterialien.
Der zweite Abschnitt verweist auf thematisch gegliederte Literatursammlungen, etwa die Bibliografien der Konrad-Adenauer-Stiftung, der Bundesstiftung Aufarbeitung sowie des Deutschen Bundestages. Besonders hervorzuheben ist die umfangreiche Bibliografie von Peter Bruhn aus dem Jahr 2003, die zum 50. Jahrestag des Aufstands erschien.
Den Hauptteil bildet die eigentliche Auswahlbibliografie mit mehreren Dutzend wissenschaftlichen Titeln. Aufgefuhrt sind Monografien, Sammelbandbeitrage und Zeitschriftenartikel aus einem Zeitraum von den 1950er Jahren bis 2024.
Inhaltliche Schwerpunkte der erfassten Literatur
Die aufgefuhrten Werke decken ein breites thematisches Spektrum ab. Neben Gesamtdarstellungen zum Verlauf und den Ursachen des Aufstands – etwa von Ilko-Sascha Kowalczuk, Hubertus Knabe oder Rolf Steininger – finden sich Studien zu regionalen Ereignissen, etwa fur Sachsen oder Berlin. Eigene Abschnitte widmen sich der Rolle des Ministeriums fur Staatssicherheit, dem Verhalten der sowjetischen Besatzungsmacht sowie den Reaktionen der Westalliierten.
Mehrere Titel beleuchten die internationale Dimension des Aufstands: So werden die Haltungen der USA, Grossbritanniens, Frankreichs und Polens gesondert behandelt. Weitere Werke befassen sich mit der Erinnerungskultur in der Bundesrepublik, der Rolle von Gewerkschaften und Intellektuellen sowie einem Vergleich mit spateren Erhebungen im Ostblock, insbesondere dem ungarischen Volksaufstand 1956.
Das Dokument ist eine Auftragsarbeit des Wissenschaftlichen Dienstes und gibt nicht die offizielle Auffassung des Deutschen Bundestages wieder. Es spiegelt den Forschungsstand zum Zeitpunkt der Erstellung wider und kann als solides Ausgangsmaterial fur die weitere wissenschaftliche oder politische Beschaftigung mit dem 17. Juni 1953 dienen.

































































