- 2.384 der 12.485 FKS-Stellen sind zum September 2026 unbesetzt
- Unterbesetzung von 19 Prozent besteht seit mindestens 2015
- 1.190 neue Planstellen im Haushalt 2026 bewilligt, Besetzung dauert an
Hintergrund
Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit ist eine Organisationseinheit der Zollverwaltung und für die Bekämpfung von Schwarzarbeit, illegaler Beschäftigung und Sozialleistungsmissbrauch zuständig. Der Bundestag hat die Behörde in den vergangenen Jahren schrittweise gestärkt: Das Gesetz gegen illegale Beschäftigung und Sozialleistungsmissbrauch ermöglichte mehrere Planstellenzuläufe, zuletzt 1.190 neue Stellen im Haushalt 2026. Trotz dieser Aufstockung übersteigt der festgesetzte Personalbedarf die tatsächliche Besetzung erheblich, weil die Ausbildung von Beamten mehrere Jahre in Anspruch nimmt und die Behörde zugleich dem demografischen Wandel ausgesetzt ist.
- 12.485 Arbeitskräfte — festgesetzter Personalbedarf der FKS für 2026 (Stichtag 15.09.2026)
- 10.101 besetzte Dienstposten — tatsächlicher Personalstand der FKS zum 15. September 2026
- ca. 2.384 unbesetzte Stellen — entspricht einer Unterdeckung von rund 19 Prozent
- 1.190 neue Planstellen — im Haushalt 2026 bewilligt (500 zur direkten FKS-Stärkung, 690 aus Haushaltsvermerk Nr. 4)
- 850 / 1.300 Einstellungsermächtigungen — im gehobenen bzw. mittleren Zolldienst für 2026; ab 2027 ist eine Erhöhung auf 900 im gehobenen Dienst geplant
Im Detail
Von den eingerichteten Dienstposten sind aktuell ca. 10.101 (Stichtag: 15. September 2026) Dienstposten besetzt.
— Antwort der Bundesregierung, BT-Drs. 21/8488, S. 2
Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) ist die zentrale Behörde des Bundes zur Bekämpfung von Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung. Zum Stichtag 15. September 2026 stehen dem festgesetzten Personalbedarf von 12.485 Arbeitskräften lediglich 10.101 besetzte Dienstposten gegenüber — eine Unterdeckung von rund 2.384 Stellen oder knapp 19 Prozent. Diese Zahlen gehen aus der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (BT-Drs. 21/8488, beantwortet am 9. Oktober 2026) hervor.
Finanzkontrolle Schwarzarbeit: Entwicklung der Unterbesetzung seit 2015
Die Personaldaten der Anlage 1 zeigen, dass die FKS seit 2015 kontinuierlich unterbesetzt ist. Ende 2015 fehlten bei einem Bedarf von rund 7.906 Arbeitskräften bereits etwa 1.815 Kräfte (ca. 23 Prozent). In den Folgejahren stieg der festgesetzte Bedarf deutlich — auf 8.297 im Jahr 2017, 9.585 im Jahr 2022 und schließlich 12.485 im Jahr 2026 —, weil der Gesetzgeber die Aufgaben der FKS mit dem Gesetz gegen illegale Beschäftigung und Sozialleistungsmissbrauch schrittweise ausgeweitet hat. Die absolute Zahl unbesetzter Stellen wuchs entsprechend: Sie lag Ende 2022 bei rund 1.346 und kletterte bis September 2026 auf rund 2.384. Die relative Unterdeckung schwankte dabei zwischen 14 und 23 Prozent.
Besonders ausgeprägt ist die Unterdeckung im gehobenen und mittleren Dienst. Laut der nach Sachgebieten aufgeschlüsselten Tabelle (Anlage 1, Blatt 2026-09-15_AGe) fehlen allein im Sachgebiet E — dem operativen Kern mit Prüfungs- und Ermittlungsaufgaben — rund 1.910 Arbeitskräfte, was einer Unterdeckung von rund 19 Prozent entspricht. Im Sachgebiet F, das Finanzkontrollaufgaben wahrnimmt, beträgt die Lücke rund 474 Stellen (ca. 21 Prozent).
Neue Planstellen und Nachwuchsgewinnung
Der Haushalt 2026 sieht insgesamt 1.190 neue Planstellen für die FKS vor: 500 zur direkten Stärkung der Behörde und 690 zur Übernahme von Personal gemäß Haushaltsvermerk Nr. 4 (6. Tranche). Die Zollverwaltung setzt laut Bundesregierung primär auf selbst ausgebildete Nachwuchskräfte, da die Aufgaben hoheitlichen Charakter tragen und deshalb im Wesentlichen von Beamtinnen und Beamten wahrgenommen werden müssen. Seit 2018 ergänzen bundesweite externe Stellenausschreibungen das Angebot; im höheren Dienst erfolgt die Personalgewinnung vorrangig über externe Ausschreibungen.
Die Einstellungsermächtigungen für die Ausbildung wurden seit 2017 deutlich erhöht: Im gehobenen Zolldienst stieg die Zahl von 440 (2015) auf 850 (2026), im mittleren Dienst von 800 auf 1.300. Ab 2027 plant die Zollverwaltung, die Einstellungsermächtigungen im gehobenen Dienst auf 900 zu erhöhen, während im mittleren Dienst mittelfristig eine Absenkung geprüft wird — begründet mit der gestiegenen Aufgabenkomplexität, die ein dreijähriges Studium erfordert. Von 2015 bis 2026 wurden der FKS insgesamt 6.906 Nachwuchskräfte durch Ausbildung zugewiesen sowie 897 Personen extern eingestellt (für 2015–2017 lagen keine Angaben zu externen Einstellungen vor).
Grenzen der Auskunft: keine Prognosen, keine Krankheitsdaten
Mehrere Fragen beantwortet die Bundesregierung nur eingeschränkt. Eine nach Hauptzollämtern differenzierte Prognose bis 2029 erklärt sie für nicht möglich. Angaben zur langfristigen Arbeitsunfähigkeit von FKS-Beschäftigten liegen der Regierung nach eigenen Angaben nicht vor. Zum Ausbildungshintergrund von Führungskräften teilt sie ebenfalls mit, keine Erkenntnisse zu besitzen. Bei den Fragen zu Fluktuation und Rentenabgängen verweist die Antwort auf eine frühere Drucksache (BT-Drs. 20/1223). Ähnliche Fragestellungen rund um die Kontrolle von NGO-Fördergeldern werden in anderen parlamentarischen Verfahren verfolgt, etwa zur Vergabe von 2,77 Mio. Euro für Berliner NGOs.
Die Mitarbeiterbefragungen zeigen laut Bundesregierung für die FKS durchschnittliche Ergebnisse im Vergleich zur gesamten Zollverwaltung. Seit dem 4. Quartal 2022 finden im Rahmen des Verwaltungsklima-Monitorings regelmäßige Befragungen statt. Nennenswerte negative Abweichungen für die FKS wurden bisher nicht festgestellt, weshalb keine gesonderten anlassbezogenen Befragungen durchgeführt wurden.
Weiterlesen:
Direkt betroffen sind Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die durch Schwarzarbeit und Lohndumping in Branchen wie Bau, Gastronomie und Pflege benachteiligt werden, sowie Sozialversicherungsträger, denen durch nicht abgeführte Beiträge Einnahmen entgehen. Mittelbar betroffen sind auch die FKS-Beschäftigten selbst, die laut Drucksache eine erhöhte Arbeitsbelastung tragen.
Die Bundesregierung beantwortet die meisten Fragen, verweist bei Fluktuation (Frage 4) und Rentenabgängen (Frage 6) auf eine frühere Antwort zu BT-Drs. 20/1223. Bei Fragen zu langfristiger Arbeitsunfähigkeit (Frage 5) sowie zum Ausbildungshintergrund von Führungskräften (Fragen 11 und 12) erklärt sie, keine Erkenntnisse zu haben. Eine differenzierte Prognose nach Hauptzollämtern bis 2029 lehnt die Regierung als nicht möglich ab.
Die Kleine Anfrage BT-Drs. 21/8205 ist mit der Antwort vom 8. Oktober 2026 (BT-Drs. 21/8488) abschließend beantwortet. Das parlamentarische Verfahren ist damit abgeschlossen. Weitere Schritte — etwa Gesetzesinitiativen zur Personalaufstockung — sind nicht Gegenstand dieser Drucksache.
- Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS)
- Behörde innerhalb der deutschen Zollverwaltung, die Schwarzarbeit, illegale Beschäftigung und Sozialleistungsmissbrauch prüft und ahndet.
- Dienstposten / Planstelle
- Ein Dienstposten beschreibt den Arbeitsplatz und den Personalbedarf; eine Planstelle ist die haushaltsmäßige Finanzierungsgrundlage für eine Beamtenstelle. In der Zollverwaltung gilt Topfbewirtschaftung, bei der Planstellen nicht einzelnen Dienststellen fest zugewiesen sind.
- Einstellungsermächtigung (EE)
- Genehmigung des Haushaltsgesetzgebers, eine bestimmte Anzahl von Nachwuchskräften für die Ausbildung einzustellen.
Wie viele Stellen fehlen bei der FKS aktuell?
Zum Stichtag 15. September 2026 sind von 12.485 festgesetzten Arbeitskräften nur 10.101 besetzt. Die Unterdeckung beträgt rund 2.384 Stellen, was etwa 19 Prozent entspricht.
Was unternimmt die Bundesregierung gegen die Unterbesetzung?
Die Zollverwaltung setzt auf eigene Nachwuchsausbildung und externe Einstellungen. Im Haushalt 2026 sind 1.190 neue Planstellen bewilligt worden, davon 500 zur direkten Stärkung der FKS. Ab 2027 sollen die Einstellungsermächtigungen im gehobenen Dienst auf 900 pro Jahr erhöht werden.
Wie hat sich die Unterbesetzung seit 2015 entwickelt?
Die Unterdeckung ist kontinuierlich gewachsen: 2015 fehlten rund 1.815 Arbeitskräfte (ca. 23 Prozent), 2022 waren es rund 1.346 (ca. 14 Prozent), und bis 2026 stieg die absolute Lücke auf rund 2.384 Stellen (ca. 19 Prozent), auch weil der Personalbedarf deutlich ausgeweitet wurde.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/8488 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.




































































