Grüne kritisieren ökologische Lücken der Tourismusstrategie
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/5227 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Die CDU/CSU-SPD-Koalition hatte in ihrem Koalitionsvertrag eine neue Tourismusstrategie angekündigt, die wirtschaftliche und nachhaltige Aspekte gleichermaßen berücksichtigen sollte. Nach nur neun Monaten Erarbeitungszeit verabschiedete das Kabinett am 28. Januar 2026 die Nationale Tourismusstrategie. Dem Nachhaltigkeitskapitel widmen sich jedoch nur knapp drei Seiten von insgesamt 17 Seiten. Angesichts fortschreitender Klimakrise mit zunehmenden Waldbränden, längeren Dürreperioden und schmelzenden Gletschern sehen die Grünen großen Handlungsbedarf.
Die Grünen-Fraktion um Stefan Schmidt und Matthias Gastel hat der Bundesregierung einen umfangreichen Fragenkatalog zur Nationalen Tourismusstrategie vorgelegt (BT-Drs. 21/5227 vom 8. April 2026). Insgesamt 17 Einzelfragen wurden formuliert. Diese zielen auf die aus Sicht der Fraktion unzureichenden ökologischen Aspekte der im Januar verabschiedeten Strategie ab.
Kernkritik der Grünen: Das Nachhaltigkeitskapitel umfasst lediglich knapp drei Seiten. Dies ist bemerkenswert, da Nachhaltigkeit als einer der zentralen Megatrends im Tourismus gilt. Die Grünen vermissen ausreichende Antworten darauf, wie der deutsche Tourismus klimaneutral gestaltet werden kann. Besonders problematisch erscheint ihnen der Widerspruch zwischen Nachhaltigkeitszielen einerseits und geplanten Maßnahmen wie dem Ausbau von Luftverkehrsverbindungen andererseits.
Konkrete Streitpunkte
Die Abgeordneten hinterfragen staatliche Förderstrukturen und deren Kürzungen. Insbesondere die Kürzung der GRW-Mittel steht in der Kritik, da diese dem Tourismus in erheblichem Umfang zugutekommen. Zudem wird nach einem geplanten „Sonderrahmenplan für Naturschutz und Klimaanpassung“ gefragt. Dessen finanzielle Ausstattung bleibt unklar.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Abstimmung zwischen der Nationalen Tourismusstrategie und der bereits bestehenden Nationalen Biodiversitätsstrategie 2030. Hintergrund ist die Befürchtung, dass tourismuspolitische Ziele mit den Umweltschutzzielen nicht vereinbar sind. Die Fraktion äußert entsprechende Zweifel.
Die Grünen werfen der Regierung vor, beim Tourismus zu wenig für den Klimaschutz zu tun, obwohl immer mehr Menschen nachhaltig reisen wollen.
Ökologische Themen wie erhöhter Flächenverbrauch durch zunehmenden Tourismus werden in der Strategie nicht aufgegriffen, kritisieren die Abgeordneten. Sie fordern konkrete Maßnahmen zur Verlängerung der Verweildauer in Tourismusdestinationen. Außerdem sollten wissenschaftlich fundierte Standards für die Berechnung klimaschädlicher Emissionen im Tourismus entwickelt werden.
Betroffen sind Tourismusunternehmen, Hotels, Reiseveranstalter sowie alle deutschen Urlaubsregionen. Auch Reisende, die zunehmend nachhaltige Angebote nachfragen, sind von der strategischen Ausrichtung betroffen. Laut Strategie schließen bis zu 50 Prozent der Auslandsreisenden Destinationen ohne nachhaltige Angebote aus.
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Anfrage wurde mittlerweile beantwortet. (Stand: 22.04.2026)
- GRW-Mittel
- Mittel der Gemeinschaftsaufgabe 'Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur', die auch dem Tourismus zugutekommen und wiederholt gekürzt wurden.
- Nationale Biodiversitätsstrategie
- Die NBS 2030 definiert im Handlungsfeld 18 spezielle Ziele für 'Tourismus und Sport' zum Schutz der biologischen Vielfalt.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/5227 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.

































































