- 16 Fragen zu Bundeswehr-Tierversuchen gestellt
- Aufschlüsselung nach Tierarten und Kosten gefordert
- Kritik an Live-Trainings mit Schweinen
Tierversuche bei Bundeswehr: Linke fordert detaillierte Aufschlüsselung
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6118 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Die Bundesregierung forciert derzeit die größte militärische Aufrüstung Deutschlands seit dem Zweiten Weltkrieg. Die Verteidigungsausgaben für das Haushaltsjahr 2026 belaufen sich bereits ohne Sondervermögen auf historische 82,7 Milliarden Euro. Die Linke kritisiert, dass dabei auch die Militarisierung zivilgesellschaftlicher Bereiche wie der Gesundheitsversorgung vorangetrieben wird.
Tierversuche bei der Bundeswehr stehen nach Ansicht der Fragestellenden im eklatanten Widerspruch zum in § 1 TierSchG formulierten Grundsatz der Verantwortung gegenüber Tieren als Mitgeschöpfe.
— Begründung BT-Drs. 21/6118
Die Fraktion Die Linke hat am 22. Mai 2026 eine Kleine Anfrage zu Tierversuchen bei der Bundeswehr eingereicht (BT-Drs. 21/6118). Mit 16 detaillierten Fragen will sie Transparenz über Ausmaß und Kosten von Tierversuchen im Kontext der aktuellen militärischen Aufrüstung schaffen.
Stellungnahme zur Aufrüstungspolitik
Die Verteidigungsausgaben für 2026 beziffern sich auf 82,7 Milliarden Euro. Dies ist der historisch höchste Wert seit dem Zweiten Weltkrieg, erklären die Fragesteller. Darin sieht die Partei eine zunehmende Militarisierung zivilgesellschaftlicher Bereiche wie der Gesundheitsversorgung. Der Einsatz von Tieren für militärische Zwecke steht im Gegensatz zum Tierschutzgesetz, so die Position der Linken.
Detaillierte Fragenkataloge
Wie viele Tiere welcher Arten wurden von 2020 bis 2025 verwendet und getötet? Diese Frage steht im Zentrum der Anfrage. Bemerkenswert ist dabei der Fokus auf die Kostenentwicklung: Die Fraktion erkundigt sich sowohl nach Ausgaben für interne Versuche und externe Aufträge an Universitäten als auch nach sogenannten „Live Tissue Trainings“. Bei diesen werden lebende Schweine verstümmelt, um Kriegsverletzungen nachzuahmen.
Die Linke fragt, ob die Bundeswehr plant, Tiere als Waffen oder Drohnen einzusetzen – ähnlich wie russische Forschungen zu „lebenden Drohnen“ mit Tauben.
Der Einsatz von Hunden und Wölfen für militärische Zwecke bildet einen weiteren Schwerpunkt. Hintergrund ist die geplante Ausweitung von Tierversuchen im Zuge erhöhter Forschungsbudgets, wie die Fraktion anmerkt. Eine frühere schriftliche Einzelfrage von Ina Latendorf wurde unzureichend beantwortet.
Internationale Einordnung
Andere europäische Länder wie die Niederlande haben bereits ein perspektivisches Ende von Tierversuchen signalisiert, verweist die Anfrage. Deutschland dagegen hat kein entsprechendes Ziel formuliert.
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Betroffen sind verschiedene Tierarten, die für militärische Forschung, Waffenentwicklung und Ausbildung eingesetzt werden. Dazu gehören unter anderem Schweine für Live-Trainings, Hunde für berufliche Fähigkeiten und Wölfe für unbekannte Zwecke.
Die Bundesregierung hat 21 Tage Zeit, um die 16 detaillierten Fragen zu beantworten. Die Antwortfrist läuft bis zum 12. Juni 2026. Die Linke hatte bereits eine schriftliche Einzelfrage gestellt, deren Antwort sie als unzureichend bewertet.
- Live Tissue Training (LTT)
- Medizinische Ausbildung an lebenden Tieren, bei der beispielsweise Schweine verstümmelt werden, um Kriegsverletzungen zu simulieren.
- Tierschutzbericht
- Regelmäßiger Bericht der Bundesregierung über die Anzahl der Versuchstiere in verschiedenen Einrichtungen einschließlich der Bundeswehr.
- Schweregrade
- Klassifizierung von Tierversuchen nach der Belastung für die Tiere – von gering bis schwer belastend.
Was sind Live Tissue Trainings?
Übungen an lebenden Tieren, bei denen beispielsweise Schweine verstümmelt werden, um Kriegsverletzungen nachzuahmen.
Wie viel gibt die Bundeswehr für Verteidigung aus?
Die Verteidigungsausgaben für 2026 belaufen sich bereits ohne Sondervermögen auf historische 82,7 Milliarden Euro.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6118 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.

































































