- 17 Genehmigungsanträge für Tierversuche zwischen 2020-2025
- Genaue Tierzahlen als Verschlusssache klassifiziert
- Anstieg der Forschungsvorhaben bis 2029 geplant
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6316 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Die Anfrage steht im Kontext der aktuellen militärischen Aufrüstung Deutschlands. Die Verteidigungsausgaben für 2026 belaufen sich ohne Sondervermögen auf historische 82,7 Milliarden Euro. Die Linke kritisiert die zunehmende Militarisierung und sieht Tierversuche im Widerspruch zum Tierschutzgesetz. Bereits seit Jahrzehnten führt die Bundeswehr Tierversuche für militärische Ausbildung, wehrtechnische Forschung und wehrmedizinische Zwecke durch.
- 17 Anträge — Genehmigungsanträge für Tierversuche zwischen 2020-2025, davon 6 im Jahr 2020, 1 im Jahr 2021, 8 im Jahr 2023 und 2 im Jahr 2024
- 0 Ablehnungen — Kein einziger Antrag wurde von den zuständigen Behörden abgelehnt
- 3 weitere Anträge — 1 neuer Antrag bereits 2026 gestellt, 2 weitere geplant
Im Detail
Aufgrund der hohen Komplexität der Fragestellungen und vor dem Hintergrund der veränderten geopolitischen Lage ist bis zum Jahr 2029 mit einem Anstieg entsprechender Forschungsvorhaben zu rechnen.
— Antwort Bundesregierung BT-Drs. 21/6316
Die Bundeswehr nutzt Tiere für militärische Forschung und medizinische Ausbildung. Zwischen 2020 und 2025 stellte das Verteidigungsministerium 17 Genehmigungsanträge für Tierversuche bei den zuständigen Behörden. Alle wurden genehmigt.
Die Linke-Fraktion forderte detaillierte Informationen zu Art und Anzahl der verwendeten Tiere. Diese Angaben klassifizierte die Bundesregierung als Verschlusssache „VS-Nur für den Dienstgebrauch“. Aus den Daten ließen sich Rückschlüsse auf Einsatzbereitschaft und Fähigkeiten der Bundeswehr ziehen, was die Verteidigungsfähigkeit beeinträchtigen könnte, so die Begründung.
Welche Tierversuche führt die Bundeswehr durch?
Verschiedene Zwecke verfolgen die militärischen Tierversuche. Im Bereich der wehrmedizinischen Forschung entwickelt die Bundeswehr Therapien gegen Nervenkampfstoffvergiftungen und phosphororganische Verbindungen. Wirkstoffe zur Behandlung neuromuskulärer Störungen werden dabei identifiziert.
Das „Teamtraining Chirurgie“ mit lebenden Tieren nutzt die Bundeswehr für die medizinische Ausbildung. Spezialisierte OP-Teams übten dabei an Schweinen unter Vollnarkose. Die Tiere werden nach den Eingriffen getötet. An ihren eigenen Hunden trainierten Diensthundeführer lebensrettende Maßnahmen für Notfälle.
Was gilt aktuell?
Tierversuche der Bundeswehr unterliegen dem Tierschutzgesetz. Sie müssen genehmigt werden. Nach eigenen Angaben wendet die Bundeswehr das 3R-Prinzip an: Replace (ersetzen), Reduce (verringern), Refine (verbessern). Externe Forschungsprojekte enthalten tierexperimentelle Anteile nur als „untergeordneten Bestandteil“ komplexerer Vorhaben.
Neben Forschungszwecken hält die Bundeswehr Tiere für andere militärische Aktivitäten. Wölfe werden auf Truppenübungsplätzen mit Telemetrie-Halsbändern zur wissenschaftlichen Untersuchung ausgestattet. Dies dient nach Angaben der Bundesregierung dem Artenschutz. Details zu Diensthunden und anderen Tieren blieben geheim.
Anstieg bis 2029 geplant
Eine Ausweitung der Tierversuchs-Forschung kündigt die Bundesregierung an. „Aufgrund der hohen Komplexität der Fragestellungen und vor dem Hintergrund der veränderten geopolitischen Lage ist bis zum Jahr 2029 mit einem Anstieg entsprechender Forschungsvorhaben zu rechnen“, heißt es in der Antwort.
2026 ist bereits ein neuer Genehmigungsantrag gestellt worden. Zwei weitere sind geplant. Tierversuche mit höherem Schweregrad sind aktuell nicht vorgesehen. Die gestiegenen Verteidigungsausgaben von 82,7 Milliarden Euro bilden den finanziellen Rahmen für diese Entwicklung.
Die Linke bezeichnet die Tierversuche als Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Deutschland hat anders als andere europäische Länder wie die Niederlande kein perspektivisches Ende von Tierversuchen signalisiert. Die Bundesregierung sieht „keine Veranlassung“ für eine öffentliche Stellungnahme zum Einsatz von Tieren als Kriegswaffe durch andere Staaten.
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Betroffen sind verschiedene Tierarten, die für Bundeswehr-Forschung eingesetzt werden. Genannt werden Schafe für Blutprobenentnahmen, Hunde für medizinische Notfalltrainings der Hundeführer sowie Wölfe für telemetrische Untersuchungen. Steuerzahler finanzieren diese Experimente über den Verteidigungshaushalt mit.
Die Bundesregierung beantwortet die Fragen teilweise, klassifiziert aber zentrale Informationen zu Tierzahlen, Tierarten und Versuchsarten als Verschlusssache mit der Begründung des Staatswohls.
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Anfrage wurde mittlerweile beantwortet. (Stand: 05.06.2026) Linke hinterfragt Bundeswehr-Tierversuche im Aufrüstungskontext →
- 3R-Prinzip
- Replace, Reduce, Refine – Grundsatz zur Ersetzung, Verringerung und Verbesserung von Tierversuchen.
- Live Tissue Training
- Medizinische Übungen an lebenden Tieren zur Simulation von Kriegsverletzungen für Ausbildungszwecke.
Warum sind die Tierzahlen geheim?
Laut Bundesregierung könnten Rückschlüsse auf Einsatzbereitschaft und Fähigkeiten der Bundeswehr gezogen werden, was die Verteidigungsfähigkeit beeinträchtigen könnte.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6316 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.








































































