Warum stehen ausländische Studierende vor dem Aus?
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/5583 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Die IU Internationale Hochschule ist mit über 100.000 Studierenden Deutschlands größte Hochschule und finanziert sich primär über Studiengebühren. Medienberichte decken auf, dass Ausländerbehörden hybride Studiengänge wie „myStudium“ oft nicht als vollwertige Präsenzstudiengänge anerkennen. Dies führt zu Visa-Problemen und Ausreiseaufforderungen für internationale Studierende, insbesondere aus Indien.
Die Grünen-Fraktion hat am 23. April 2026 eine Kleine Anfrage zu den prekären Situationen internationaler Studierender an privaten Hochschulen gestellt (BT-Drs. 21/5583). Im Fokus steht die IU Internationale Hochschule. Über 100.000 Studierende sind dort eingeschrieben.
Das Kernproblem liegt in der Anerkennung hybrider Studienformate. Ausländerbehörden erkennen Online-basierte Programme wie das Modell „myStudium“ oft nicht als vollwertige Präsenzstudiengänge im Sinne des Aufenthaltsrechts an. Zahlreiche Studierende sind daher von Visa-Problemen betroffen. Manche erhalten sogar Ausreiseaufforderungen.
Besonders prekär ist die Lage für Studierende aus Indien. Diese sind mit dem Versprechen eines Präsenzstudiums in Deutschland angeworben worden, haben jedoch überwiegend digitale Lehrformate vorgefunden. Ähnlich wie bei Software-Beschaffungen mangelt es auch hier an Transparenz und klaren Standards. Dies ist bemerkenswert, da private Hochschulen ihre Angebote oft gezielt im Ausland bewerben.
Studierende zahlen hohe Gebühren für ein vermeintliches Studium in Deutschland, erhalten aber nur Online-Unterricht und verlieren dadurch ihre Aufenthaltserlaubnis.
20 Fragen an die Regierung
Die Grünen forderten detaillierte Statistiken über Visa-Verweigerungen, Aufenthaltserlaubnis-Ablehnungen und Abschiebungen internationaler Studierender zwischen 2020 und 2024. Diese Daten sollten nach Hochschultyp, Jahr, Herkunftsland und Bundesland aufgeschlüsselt werden.
Hintergrund ist die mangelnde Datenlage zu diesem Phänomen. Die Bundesregierung soll außerdem klären, welche Reformen des Aufenthaltsgesetzes und des Fernunterrichtsschutzgesetzes geplant sind. Besonders wichtig ist dabei die Definition und transparente Ausweisung hybrider Studiengänge. So lassen sich aufenthaltsrechtliche Unsicherheiten beseitigen.
Ein weiterer Schwerpunkt der Anfrage betrifft die Arbeitsausbeutung betroffener Studierender. Diese sind häufig in der Lieferbranche tätig. Die Grünen prüfen daher ein Direktanstellungsgebot für Lieferdienste, vergleichbar mit der Fleischindustrie.
Betroffen sind internationale Studierende an privaten Hochschulen, insbesondere aus Drittstaaten wie Indien. Viele wurden mit dem Versprechen eines Präsenzstudiums angeworben, fanden aber überwiegend digitale Lehrformate vor.
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Anfrage wurde mittlerweile beantwortet. (Stand: 22.05.2026) Grüne fordern Schutz für ausländische Studierende an privaten Unis →
- Hybride Studiengänge
- Studiengänge, die Präsenz- und Online-Elemente kombinieren. Aufenthaltsrechtlich oft problematisch, da unklar ist, ob sie als vollwertiges Präsenzstudium gelten.
- § 16b AufenthG
- Paragraf des Aufenthaltsgesetzes, der die Aufenthaltserlaubnis zum Zweck des Studiums regelt und eine hinreichende Präsenzpflicht voraussetzt.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/5583 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.

































































