AfD fragt nach Preisentwicklung beim deutschen Zuckermarkt
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/5122 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Der europäische Zuckermarkt steht unter erheblichem Preisdruck. Die Zuckerpreise sind seit 2023 um 38 Prozent gesunken, was dazu führte, dass bereits fünf Zuckerfabriken in Europa schließen mussten. Zusätzlich kürzen die Zuckerfabriken die Lieferrechte für Zuckerrüben im Jahr 2026. Das geplante MERCOSUR-Abkommen könnte durch zusätzliche Importquoten von bis zu 190.000 Tonnen Zucker pro Jahr den Preisdruck weiter verstärken.
Die AfD-Fraktion hat am 31. März 2026 eine Kleine Anfrage zur aktuellen Preisentwicklung beim deutschen Zuckermarkt eingereicht (BT-Drs. 21/5122). Die Abgeordneten um Julian Schmidt fragten die Bundesregierung, welche Maßnahmen gegen den dramatischen Preisverfall und drohende Wettbewerbsverzerrungen geplant sind.
Dramatischer Preisverfall belastet Branche
Seit 2023 sind die Zuckerpreise um 38 Prozent eingebrochen. Dies ist bemerkenswert, da sich die Entwicklung beschleunigt hat. Bereits fünf Zuckerfabriken in Europa haben schließen müssen. Die verbliebenen Fabriken kürzen nun die Lieferrechte für Zuckerrüben im Jahr 2026, wie die Anfrage darlegt. Hintergrund ist, dass die Zuckerrübenanbauverbände Landwirten bereits empfohlen haben, ihren Anbau einzuschränken.
Die AfD-Fraktion kritisiert die Öffnung des europäischen Zuckermarktes für Rohrzucker aus Südamerika. Dieser wird teilweise nicht nach europäischen Umwelt- und Sozialstandards produziert und setzt die heimischen Rübenzuckerproduzenten zusätzlich unter Druck, so die Argumentation der Fraktion.
Deutsche Zuckerrübenbauern konkurrieren mit billigem Rohrzucker aus Südamerika, der unter anderen Standards produziert wird.
MERCOSUR-Abkommen als zusätzliche Belastung
Das geplante MERCOSUR-Abkommen bringt zusätzliche Importquoten von bis zu 190.000 Tonnen Zucker pro Jahr aus den MERCOSUR-Staaten mit sich. Die AfD befürchtet einen weiteren Preisverfall im heimischen Markt und fragt, wie die Bundesregierung die zukünftige Preisentwicklung beurteilt.
Ihre neun Fragen umfassende Anfrage thematisiert außerdem, welche Auswirkungen steigende Kosten bei Energie, Arbeit und Düngemitteln haben. Die CO2-Bepreisung belastet zusätzlich die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Zuckerrübenanbaus, so die Abgeordneten. Als weiteres Problem sprechen sie die Ausbreitung der Schilf-Glasflügelzikade als gefährlichen Schädling für den Zuckerrübenanbau an.
Betroffen sind vor allem deutsche Zuckerrübenbauern, Zuckerfabriken und deren Beschäftigte. Die Anbauverbände empfehlen Landwirten bereits, ihren Zuckerrübenanbau einzuschränken, und befürchten weitere Fabrikschließungen.
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Anfrage wurde mittlerweile beantwortet. (Stand: 13.04.2026)
- MERCOSUR-Abkommen
- Handelsabkommen zwischen der EU und den südamerikanischen Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay, das zusätzliche Zuckerimporte ermöglicht.
- Schilf-Glasflügelzikade
- Schädling, der sich in Deutschland ausbreitet und den Zuckerrübenanbau bedroht durch die Übertragung von Pflanzenkrankheiten.
- Lieferrechte
- Vertraglich festgelegte Mengen, die Landwirte an Zuckerfabriken liefern dürfen – werden bei schlechter Marktlage oft gekürzt.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/5122 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.

































































