- 41 Mio. Euro Planungsmittel für die Nahverkehrstangente Nord freigegeben
- Regionalbahnhof Marzahn ohne Finanzierungsvertrag und ohne Zeitplan
- Bahnhof Berlin-Friedrichsfelde Ost hat schlechteste Zustandsnote 3,74
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6518 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Marzahn-Hellersdorf ist mit rund 270.000 Einwohnern einer der bevölkerungsreichsten Berliner Bezirke, verfügt aber trotz vorhandener Regionalverkehrslinien über keinen direkten Regionalbahnhalt im Bezirkszentrum. Die DB InfraGO AG trägt als Betreiber die Hauptverantwortung für den Erhalt der Schieneninfrastruktur. Das Programm i2030 ist eine gemeinsame Initiative der Länder Berlin und Brandenburg sowie der Deutschen Bahn zum Ausbau des Schienenverkehrs in der Hauptstadtregion. Die Anfrage BT-Drs. 21/6079 wurde von Abgeordneten der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen eingereicht und vom Bundesministerium für Verkehr am 15. Juni 2026 beantwortet.
- 3,74 — Zustandsnote 2025 für Berlin-Friedrichsfelde Ost, schlechtester Wert unter den acht abgefragten Bahnhöfen.
- 2,93 — Beste Zustandsnote 2025: Bahnhof Berlin Raoul-Wallenberg-Straße.
- 41 Mio. Euro — Ausgereichte Planungsmittel für den Nordabschnitt der Nahverkehrstangente (bis Lph 3/4 für Teilabschnitt Wartenberg–Sellheimbrücke).
- 2033 — Angestrebtes Inbetriebnahmejahr für die neue S-Bahn-Abstellanlage Marzahn (5 Vollzüge Kapazität), bei gesicherter Finanzierung.
- 2036 — Frühestmögliche Inbetriebnahme der erweiterten S-Bahn-Abstellkapazität am Bahnhof Ahrensfelde (bis zu 3 Vollzüge).
Im Detail
Nach Angaben der DB AG ist eine Aussage zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme derzeit nicht möglich.
— Antwort der Bundesregierung, BT-Drs. 21/6518, S. 5
Die Bahnhöfe im Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf weisen Zustandsnoten zwischen 2,93 und 3,74 auf — auf einer Skala, auf der 4 die schlechteste Bewertung darstellt. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung (BT-Drs. 21/6518) vom 15. Juni 2026 auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hervor. Besonders schlecht schneidet Berlin-Friedrichsfelde Ost mit der Note 3,74 ab, während Berlin Raoul-Wallenberg-Straße mit 2,93 am besten bewertet wird.
Hinter den Noten stehen konkrete Mängel und jahrelang aufgeschobene Investitionen. Am Bahnhof Springpfuhl etwa haben Stützen des Bahnsteigdachs bei turnusmäßigen Überprüfungen Auffälligkeiten im Bodenbereich aufgewiesen. Die DB InfraGO AG hat sich daraufhin für einen Teilrückbau des Dachs entschieden. Eine vollständige Grunderneuerung inklusive Dachstützen und -haut ist erst Ende der 2020er- beziehungsweise Anfang der 2030er-Jahre vorgesehen. Für die Übergangszeit prüft die DB InfraGO AG den Einsatz zusätzlicher Wetterschutzhäuser.
Bahninfrastruktur Marzahn-Hellersdorf: Ausbau ohne gesicherte Finanzierung
Besonders gravierend ist die Lage beim geplanten Regionalbahnhof Marzahn. Das Projekt ist zwar in der Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung LuFV 8.7 verankert und soll den Bahnhof zu einem Kreuzungsbahnhof ausbauen, damit alle Halte der RB 25 im 30-Minuten-Takt möglich werden. Finanzierungsvereinbarungen wurden jedoch noch nicht geschlossen, und einen konkreten Inbetriebnahmetermin nennt die Bundesregierung nicht: „Nach Angaben der DB AG ist eine Aussage zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme derzeit nicht möglich.“ Für den Halt des Regionalverkehrs in Springpfuhl gilt Ähnliches — das Land Berlin hat bei der DB InfraGO AG noch keine Bestellung aufgegeben.
Auch der barrierefreie Zugang an der Westseite des Bahnhofs Raoul-Wallenberg-Straße ist zwar beauftragt, aber noch nicht terminiert: Die Planung beginnt erst, sobald die Finanzierung gesichert ist. Am S-Bahnhof Marzahn soll der Zugang über eine neue südliche Fußgängerbrücke nach aktuellem Planungsstand voraussichtlich erst Mitte der 2030er-Jahre beginnen.
Nahverkehrstangente: 41 Mio. Euro für frühe Planungsphasen
Das ambitionierteste Vorhaben für den Bezirk ist die Nahverkehrstangente (NVT), eine geplante neue S-Bahn-Verbindung, die Marzahn-Hellersdorf besser erschließen soll. Laut Bundesregierung ist das Projekt in einen Nord- und einen Südabschnitt unterteilt. Für den Nordabschnitt — von Wartenberg über das Karower Kreuz bis zur Schönerlinder Straße — sind rund 41 Mio. Euro Planungsmittel ausgereicht worden, der Teilabschnitt Wartenberg–Sellheimbrücke befindet sich bereits in Leistungsphase 3/4. Inbetriebnahmen werden hier ab Mitte der 2030er-Jahre erwartet, sofern Folgefinanzierungen gesichert werden. Der Südabschnitt von Springpfuhl bis zum Grünauer Kreuz steckt noch in Leistungsphase 1 — ein Inbetriebnahmezeitplan ist nicht möglich.
Das geplante Betriebskonzept sieht einen 10-Minuten-Takt der S-Bahn auf der Nahverkehrstangente vor. Nach Fertigstellung beider Abschnitte soll eine neue Linie zwischen Birkenwerder und dem Flughafen BER eingeführt werden. Die Nutzen-Kosten-Untersuchung liegt allerdings in der Verantwortung der Länder Berlin und Brandenburg — der Bund verweist hier auf die Zuständigkeit der Länder.
Weitere Einzelvorhaben mit langen Zeithorizonten
Für den Bahnhof Ahrensfelde plant die DB AG die Erneuerung der Stellwerkstechnik bis Ende 2028. Gleise und Weichen zwischen Springpfuhl und Ahrensfelde sollen bis voraussichtlich 2032 erneuert werden. Eine Erweiterung des Nebengleises 333 für bis zu drei S-Bahn-Vollzüge ist bis zur Leistungsphase 2 finanziert, eine Inbetriebnahme ist frühestens 2036 vorgesehen. In Marzahn selbst plant das Programm i2030 eine neue Abstellanlage für bis zu fünf S-Bahn-Vollzüge; Leistungsphase 3 ist abgeschlossen, und bei gesicherter Finanzierung wird eine Inbetriebnahme bis 2033 angestrebt.
Am Bahnhof Kaulsdorf soll die Personenüberführung in südlicher Richtung verlängert und ein weiterer Aufzug errichtet werden — die Umsetzung wird Anfang der 2030er-Jahre erwartet. Für einen neuen S-Bahnhof am Biesdorfer Kreuz oder einen neuen Bahnhof an der Wuhletalstraße liegen der DB InfraGO AG keine Bestellungen vor.
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Unmittelbar betroffen sind die rund 270.000 Einwohnerinnen und Einwohner des Berliner Bezirks Marzahn-Hellersdorf, die täglich auf S-Bahn und Regionalverkehr angewiesen sind. Besonders betroffen sind Fahrgäste an den Bahnhöfen Ahrensfelde, Springpfuhl und Marzahn, an denen konkrete Ausbau- und Sanierungsmaßnahmen geplant, aber noch nicht vollständig finanziert sind. Auch Pendler zwischen Brandenburg und Berlin sind von fehlenden Taktverbesserungen bei der RB 25 betroffen.
Die Bundesregierung leitet die meisten Antworten mit 'Nach Angaben der DB AG' ein und verweist damit weitgehend auf den Infrastrukturbetreiber. Bei mehreren Fragen zu konkreten Zeitplänen und Finanzierungen verweist sie auf fehlende Bestellungen durch die Länder Berlin und Brandenburg oder auf noch nicht gesicherte Finanzierungen.
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Anfrage wurde mittlerweile beantwortet. (Stand: 15.06.2026) Grüne decken Bahnhof-Misere in Berlin auf →
- i2030
- Gemeinsames Infrastrukturprogramm der Länder Berlin und Brandenburg sowie der Deutschen Bahn zum Ausbau des Schienenverkehrs in der Hauptstadtregion.
- Leistungsphase (Lph)
- Planungsstufe eines Bauprojekts nach HOAI; Lph 1 ist die Grundlagenermittlung, Lph 5 die Ausführungsplanung. Je höher die Phase, desto weiter fortgeschritten ist die Planung.
- Nahverkehrstangente (NVT)
- Geplante neue S-Bahn-Verbindung im Berliner Osten, die Marzahn-Hellersdorf tangential erschließen soll, aufgeteilt in einen Nord- und einen Südabschnitt.
Welche Bahnhöfe in Marzahn-Hellersdorf haben die schlechtesten Noten?
Berlin-Friedrichsfelde Ost erhält die Note 3,74, gefolgt von Ahrensfelde mit 3,48 und Berlin Mehrower Allee mit 3,50. Berlin Raoul-Wallenberg-Straße hat mit 2,93 die beste Note.
Wann kommt der Regionalbahnhof Marzahn?
Laut Bundesregierung ist ein konkreter Inbetriebnahmetermin derzeit nicht möglich. Es sind noch keine Finanzierungsvereinbarungen geschlossen worden.
Was ist die Nahverkehrstangente?
Die Nahverkehrstangente ist ein geplantes neues S-Bahn-Streckennetz, das Marzahn-Hellersdorf besser erschließen soll. Der Nordabschnitt befindet sich in Planungsphase 2, der Südabschnitt erst in Phase 1.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6518 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.


































































