Der Deutsche Bundestag befasst sich derzeit mit einer Reihe außenpolitischer Drucksachen, die ein breites Spektrum abdecken: von der europäischen Sicherheitsarchitektur über humanitäre Krisen bis hin zu deutschen Engagements auf dem Balkan und in Zentralasien. Ein Blick auf die eingereichten Anfragen und Petitionen zeigt, dass vor allem die AfD-Fraktion in den vergangenen Wochen mit mehreren Kleinen Anfragen aktiv war.
NATO-Gipfel 2026 und EU-Sicherheitsstrategie
Mit der Frage, welche Position Deutschland vor dem NATO-Gipfel 2026 zur EU-Sicherheitsstrategie: Deutschlands Position vor NATO-Gipfel 2026 einnimmt, hat die AfD eine parlamentarische Anfrage eingereicht, die am 17. Juni 2026 bereits beantwortet wurde. Die Bundesregierung hat schriftlich Stellung genommen. Die Anfrage zielt darauf ab, die Koordinierung zwischen EU-Sicherheitspolitik und NATO-Planungen transparent zu machen und die Haltung der Bundesregierung zu diesem strategischen Rahmen offenzulegen.
Bosnien-Einsatz EUFOR ALTHEA unter parlamentarischer Beobachtung
Deutlich umfangreicher fällt die Kleine Anfrage zu EUFOR ALTHEA: 58 Fragen zur deutschen Bosnien-Politik aus, die am 18. Juni 2026 eingereicht wurde und noch nicht beantwortet ist. Mit 58 Einzelfragen handelt es sich um eine der umfangreichsten Anfragen in diesem Themenfeld. Im Mittelpunkt steht der deutsche Beitrag zur EU-geführten Friedensmission in Bosnien-Herzegowina sowie die strategische Ausrichtung dieser Beteiligung.
Russland-Rhetorik der Bundesregierung
Ebenfalls von der AfD stammt die am 2. Juni 2026 eingereichte Anfrage zur Russland-Rhetorik der Bundesregierung: 14 Fragen zur Außenpolitik. Die Anfrage ist noch offen. Mit 14 Fragen soll die Bundesregierung ihre sprachliche und politische Positionierung gegenüber Russland erläutern. Die AfD zielt erkennbar darauf ab, Widersprüche oder Verschiebungen in der offiziellen Kommunikation sichtbar zu machen.
Kuba-Embargo und humanitäre Folgen der US-Ölblockade
Die Grünen haben am 15. Juni 2026 eine Kleine Anfrage zur humanitären Lage auf Kuba eingereicht. Das Kuba-Embargo: Humanitäre Lage nach US-Ölblockade 2026 steht im Mittelpunkt: Seit der verschärften US-Ölblockade im Jahr 2026 hat sich die Versorgungslage auf der Insel nach Darstellung der Fraktion erheblich verschlechtert. Die Anfrage ist noch nicht beantwortet. Die Grünen fragen nach der Haltung der Bundesregierung zur Blockade und nach möglichen Maßnahmen auf europäischer Ebene.
200 Millionen Euro für den Syrien-Wiederaufbau
Bereits am 27. Mai 2026 hat die AfD eine Anfrage zur Finanzierung des Syrien-Wiederaufbaus eingereicht, die beantwortet wurde. Konkret geht es um 200 Millionen Euro, die die Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz für den Wiederaufbau in Syrien bereitstellt. Die AfD wollte wissen, auf welcher Grundlage diese Mittel vergeben werden, welche Organisationen davon profitieren und welche Kontrollmechanismen bestehen. Die Bundesregierung hat schriftlich geantwortet.
Zentralasien und Petitionen aus der Bevölkerung
Eine weitere offene Anfrage vom 3. Juni 2026 widmet sich der strategischen Regionalpartnerschaft zwischen Deutschland und Zentralasien. Die Anfrage ohne Fraktionszuordnung fragt nach konkreten Inhalten, Vereinbarungen und wirtschaftlichen Interessen hinter dieser Partnerschaft.
Auf der Ebene der Bürgerbeteiligung wurden im Petitionsausschuss mehrere Vorgänge abgeschlossen. Die Beschlussempfehlung zu 21 Petitionen entschieden: Von Steuern bis Sicherheit liegt vor und berührt auch außenpolitische Anliegen. Daneben wurde eine Bürgerpetition aus München abgeschlossen, die sich ebenfalls mit Außenpolitik befasste.
Einordnung: Was beantragt, was beantwortet
Von den hier dokumentierten Drucksachen wurden zwei parlamentarische Anfragen bereits beantwortet: jene zur EU-Sicherheitsstrategie und zur Syrien-Finanzierung. Alle übrigen Kleinen Anfragen, darunter zu EUFOR ALTHEA, zur Russland-Rhetorik, zum Kuba-Embargo und zu Zentralasien, warten noch auf eine Antwort der Bundesregierung. Die Petitionen aus dem Bürgerbereich wurden vom Petitionsausschuss mit Beschlussempfehlungen abgeschlossen. Auffällig ist, dass die AfD mit vier Anfragen die aktivste Einreicherin in diesem Themenfeld ist, gefolgt von den Grünen mit einer Anfrage zu Kuba.

































































