- 21,3 % der Frauen ab 65 Jahren sind laut Armutsbericht armutsgefährdet
- Im Saarland und Deutschland (Ost/West) werden 22 Datenfragen gestellt
- 13,3 Millionen Menschen in Deutschland von Armut betroffen (2025)
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7083 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Der Paritätische Armutsbericht 2026 beziffert die Zahl armutsbetroffener Menschen in Deutschland auf über 13,3 Millionen. Ältere Menschen, insbesondere Frauen, sind überdurchschnittlich häufig betroffen: Bei Frauen ab 65 Jahren liegt die Armutsquote laut Bericht bei 21,3 Prozent, bei gleichaltrigen Männern bei 17,3 Prozent. Ursachen sind unter anderem geringere Erwerbseinkommen, Teilzeitarbeit und Erwerbsunterbrechungen durch Kinderbetreuung. Die Bundesregierung hat diese Ungleichheit im 9. Altersbericht (BT-Drs. 20/14450) selbst auf traditionelle Rollenverteilungen zurückgeführt.
- 21,3 % — Armutsquote bei Frauen ab 65 Jahren laut Paritätischem Armutsbericht 2026.
- 17,3 % — Armutsquote bei Männern ab 65 Jahren laut demselben Bericht.
- 13,3 Millionen — Armutsbetroffene Menschen in Deutschland im Jahr 2025.
- 22 Fragen — Umfang der Kleinen Anfrage zu Altersarmut und Alterssicherung im Saarland.
- 1.446 Euro — Schwellenwert für die Nettorente, nach dem in Frage 4 aufgeschlüsselt werden soll.
Im Detail
„das Resultat einer oftmals noch traditionellen geschlechterspezifischen Aufteilung der Erwerbs- und Sorgearbeit in der BRD“
— 9. Altersbericht der Bundesregierung, zitiert in BT-Drs. 21/7083, S. 1
Jede fünfte Frau ab 65 Jahren in Deutschland ist armutsgefährdet — das belegt der Paritätische Armutsbericht 2026 mit einer Quote von 21,3 Prozent. Bei Männern gleichen Alters liegt der Wert bei 17,3 Prozent. Insgesamt sind laut Bericht über 13,3 Millionen Menschen in Deutschland von Armut betroffen. Vor diesem Hintergrund hat die Fraktion Die Linke am 10. Juli 2026 die Kleine Anfrage BT-Drs. 21/7083 eingereicht, die detaillierte Daten zur Altersarmut und Alterssicherung im Saarland sowie bundesweit einfordert.
Altersarmut im Saarland: Was die Anfrage untersucht
Die 22 Einzelfragen der Drucksache richten sich auf nahezu alle Dimensionen der Alterssicherung im Saarland: Rentenbestand und Rentenzugang, Grundsicherungsfälle, Erwerbsminderungsrenten, Beschäftigungsquoten Älterer, Riester-Verträge sowie die Verbreitung aller drei Alterssicherungsschichten — gesetzliche Rente, betriebliche Altersvorsorge und private Vorsorge. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Entwicklung über die vergangenen zehn Jahre und der Aufschlüsselung nach Geschlecht sowie nach Ost- und Westdeutschland. Beispielhaft fragt die Anfrage, wie viele Rentnerinnen und Rentner mit mindestens 45 Versicherungsjahren eine Nettorente von unter 1.446 Euro beziehen — einem Betrag, der als Orientierungswert für die Armutsgefährdungsschwelle dient.
Ursachen der Altersarmut bei Frauen
Die Ursachen für die höhere Altersarmut bei Frauen sind strukturell: Teilzeitarbeit, Erwerbsunterbrechungen für Kinderbetreuung und geringere Bruttolöhne führen zu niedrigeren Rentenansprüchen. Im 9. Altersbericht (BT-Drs. 20/14450) führte die Bundesregierung diese Ungleichheit selbst auf die traditionelle Aufteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit zurück. Laut BT-Drs. 21/3685 sinken die Renten von Frauen im Westen mit zunehmender Kinderzahl sogar ab — ein Befund, der die strukturelle Benachteiligung in der gesetzlichen Rentenversicherung unterstreicht. Ähnliche Muster werden auch in anderen Bundesländern untersucht, wie vergleichbare Anfragen zu Altersarmut in Niedersachsen, Hamburg und Hessen zeigen.
NS-Opfer und Grundsicherung: ein besonderes Themenfeld
Ein spezieller Fragenblock der Anfrage widmet sich Empfängerinnen und Empfängern laufender Entschädigungsleistungen für Opfer nationalsozialistischen Unrechts. Die Anfrage fragt, wie viele dieser Personen ergänzend Grundsicherung im Alter oder Wohngeld beziehen — sowohl im Saarland als auch bundesweit. Damit rückt die Einkommenssituation einer besonders vulnerablen Gruppe in den Fokus parlamentarischer Kontrolle.
Politischer Kontext: Rentenreform und Haushaltsdruck
Die Anfrage entsteht vor dem Hintergrund laufender rentenpolitischer Debatten. Aus Sicht der Fragestellenden könnten Kürzungen im Bundeshaushalt bei Rente und Wohngeld sowie Vorschläge der Rentenkommission — etwa eine Kopplung der Regelaltersgrenze an die Lebenserwartung — die Altersarmut weiter verschärfen. Ob die Bundesregierung ein spezifisch erhöhtes Armutsgefährdungsrisiko im Saarland sieht und welche Gegenmaßnahmen sie plant, ist Gegenstand der abschließenden Frage 22. Für weitere Einblicke in die Diskussion um die Altersarmut in Bremen und Schleswig-Holstein sei auf die jeweiligen Drucksachen verwiesen.
Weiterlesen:
- Altersarmut in Niedersachsen: 21,3 % der Frauen ab 65 betroffen
- Altersarmut in Hamburg: 21,3 % der Frauen ab 65 betroffen
- Altersarmut in Hessen: 21,3 % der Frauen ab 65 betroffen
- Altersarmut in Bremen: 21,3 % Armutsquote bei Frauen ab 65
Betroffen sind ältere Menschen im Saarland und bundesweit, insbesondere Frauen ab 65 Jahren mit geringen Rentenansprüchen, Empfängerinnen und Empfänger von Grundsicherung und Wohngeld sowie Erwerbsminderungsrentnerinnen und -rentner. Daneben thematisiert die Anfrage auch NS-Opfer mit laufenden Entschädigungsleistungen, die ergänzend Grundsicherung beziehen.
"Der Vorschlag der Rentenkommission ist ein Rezept für Altersarmut. Es sind gerade die hart arbeitenden Menschen mit zu geringer Entlohnung, die es nicht bis zur Rente schaffen. Um die, die heute oft schon mit Abschlägen in Frührente gehen, weil sie einfach nicht mehr können. Und für diese Menschen, die in… …
"Das ist keine Rentenreform, das ist ein Rentenkürzungsprogramm. Wer sein Leben lang gearbeitet hat, soll künftig länger schuften, weniger Rente bekommen und darauf hoffen, dass die Börse gute Laune hat. Besonders dreist ist der Angriff auf die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren. Da reden wir über Menschen, die morgens um… …
Die Bundesregierung hat 21 Tage Zeit, die Anfrage (BT-Drs. 21/7083) zu beantworten. Die Antwortfrist läuft bis zum 31. Juli 2026. Anschließend kann die Fraktion Die Linke die Antworten im Bundestag thematisieren.
- Armutsgefährdungsquote
- Anteil der Personen, deren Einkommen unter 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung liegt.
- Grundsicherung im Alter
- Staatliche Sozialleistung für Menschen ab der Regelaltersgrenze, die den Lebensunterhalt nicht aus eigenen Mitteln bestreiten können.
- Erwerbsminderungsrente
- Rente der gesetzlichen Rentenversicherung für Personen, die wegen Krankheit oder Behinderung nicht mehr oder nur eingeschränkt arbeiten können.
Wie hoch ist die Altersarmutsquote bei Frauen ab 65?
Laut Paritätischem Armutsbericht 2026 liegt die Armutsquote bei Frauen ab 65 Jahren bei 21,3 Prozent, bei Männern bei 17,3 Prozent.
Warum sind Frauen stärker von Altersarmut betroffen?
Geringere Erwerbseinkommen, häufigere Teilzeitarbeit und Erwerbsunterbrechungen durch Kinderbetreuung führen zu niedrigeren Rentenansprüchen — besonders in Westdeutschland.
Was fragt Die Linke konkret?
22 Fragen zu Rentenbeständen, Grundsicherungsfällen, Erwerbsminderungsrenten, Riester-Sparzahlen, Beschäftigungsquoten und der Armutsgefährdungsschwelle im Saarland und bundesweit.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7083 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.

































































