- 21,3 % der Frauen ab 65 Jahren in Deutschland sind armutsgefährdet
- 13,3 Millionen Menschen insgesamt von Armut betroffen laut Armutsbericht 2025
- 19 Fragen zu Renten, Grundsicherung und Vorsorge in Schleswig-Holstein
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7095 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Der Paritätische Wohlfahrtsverband hat im Jahr 2026 einen Armutsbericht vorgelegt, der die Zahl der Armutsbetroffenen in Deutschland für 2025 auf über 13,3 Millionen Menschen beziffert. Besonders ältere Menschen — vor allem Frauen — sind überdurchschnittlich häufig betroffen. Die Bundesregierung hat in ihrem 9. Altersbericht (BT-Drs. 20/14450) selbst festgestellt, dass die Einkommensunterschiede im Alter wesentlich auf geschlechterspezifische Unterschiede in der Erwerbs- und Sorgearbeit zurückzuführen sind. Politisch steht derzeit auch die Debatte um Reformvorschläge der Rentenkommission im Raum, darunter eine mögliche Kopplung der Regelaltersgrenze an die Lebenserwartung.
- 21,3 % — Armutsquote bei Frauen ab 65 Jahren in Deutschland laut Paritätischem Armutsbericht 2025.
- 17,3 % — Armutsquote bei Männern ab 65 Jahren im selben Bericht.
- 13,3 Mio. — Gesamtzahl der von Armut betroffenen Menschen in Deutschland im Jahr 2025.
- 19 Fragen — Umfang der Kleinen Anfrage zu Daten für Schleswig-Holstein und Deutschland (Ost/West).
Im Detail
„das Resultat einer oftmals noch traditionellen geschlechterspezifischen Aufteilung der Erwerbs- und Sorgearbeit in der BRD“
— 9. Altersbericht der Bundesregierung, BT-Drs. 20/14450, S. 59 — zitiert in BT-Drs. 21/7095
Altersarmut trifft in Deutschland Frauen über 65 Jahre besonders hart: Laut dem Paritätischen Armutsbericht 2025 sind 21,3 Prozent der Frauen dieser Altersgruppe armutsgefährdet — bei Männern liegt die Quote mit 17,3 Prozent deutlich niedriger. Insgesamt zählt der Bericht für das Jahr 2025 über 13,3 Millionen armutsbetroffene Menschen in Deutschland. Die Fraktion Die Linke hat diese Zahlen zum Anlass genommen, der Bundesregierung mit der Kleinen Anfrage BT-Drs. 21/7095 vom 10. Juli 2026 insgesamt 19 detaillierte Fragen zur Altersarmut und Alterssicherung in Schleswig-Holstein und Deutschland zu stellen.
Altersarmut: Warum Frauen besonders betroffen sind
Die strukturellen Ursachen für die höhere Altersarmut bei Frauen sind seit Jahren bekannt. Geringere Erwerbseinkommen, häufige Teilzeitbeschäftigung und Erwerbsunterbrechungen durch Kinderbetreuung führen zu niedrigeren Rentenansprüchen. In ihrem 9. Altersbericht hat die Bundesregierung selbst festgestellt, dass die Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen im Alter das Ergebnis einer traditionellen geschlechterspezifischen Aufteilung der Erwerbs- und Sorgearbeit sind. Besonders gravierend zeigt sich dieser Effekt in Westdeutschland: Mit steigender Kinderzahl sinken die Renten von Frauen dort sogar — so hatte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales in einer früheren Anfrage (BT-Drs. 21/3685) geantwortet.
Was gilt aktuell?
Menschen, deren Rente und sonstiges Einkommen nicht zur Bestreitung des Lebensunterhalts ausreicht, haben Anspruch auf Grundsicherung im Alter nach dem SGB XII. Die Debatte um die Rentenkommission bringt zusätzliche Unsicherheit: Vorschläge wie eine Kopplung der Regelaltersgrenze an die Lebenserwartung oder die Abschaffung der Rente für besonders langjährig Versicherte könnten — aus Sicht der Fragesteller — die Altersarmut weiter verschärfen. Konkrete politische Gegenmaßnahmen der Bundesregierung sind bislang aus Sicht des Paritätischen Wohlfahrtsverbands nicht erkennbar.
19 Fragen zu Renten und Grundsicherung in Schleswig-Holstein
Die Kleine Anfrage zielt auf ein umfassendes statistisches Bild der Alterssicherung in Schleswig-Holstein und Deutschland, aufgeschlüsselt nach Ost und West sowie nach Geschlecht. Konkret erkundigt sich die Fraktion unter anderem nach:
- Der Entwicklung des Verhältnisses von Pflichtversicherten zu Rentnerinnen und Rentnern über die vergangenen zehn Jahre
- Den durchschnittlichen Rentenzahlbeträgen nach Art der Rente (Alters-, Erwerbsminderungs- und Hinterbliebenenrenten) für 2015 und 2025
- Der Zahl der Rentnerinnen und Rentner mit mindestens 45 Versicherungsjahren, die dennoch weniger als 1.446 Euro Nettorente erhalten
- Der Entwicklung der Grundsicherungsfälle im Alter und bei Erwerbsminderung
- Dem Anteil älterer Menschen, die ausschließlich auf die gesetzliche Rente angewiesen sind
- Der Zahl der Riester-Sparerinnen und -Sparer sowie dem vollständigen Abruf ihrer Zulagenansprüche
- Der Verbreitung betrieblicher und privater Altersvorsorge
Altersarmut in Schleswig-Holstein im Fokus
Die letzte der 19 Fragen richtet sich gezielt an die Bewertung der Bundesregierung: Sieht sie ein besonders hohes Armutsgefährdungsrisiko in Schleswig-Holstein — und wenn ja, welche Maßnahmen plant sie? Diese Frage ist politisch zentral, da Schleswig-Holstein zwar kein ausgewiesenes Hochrisikoland für Altersarmut ist, aber als Flächenland mit strukturellen Unterschieden zwischen städtischen und ländlichen Regionen gilt. Die Anfrage schließt ausdrücklich ein, dass keine Antworten durch bloßen Verweis auf andere Drucksachen gegeben werden sollen.
Das Thema Altersarmut steht in engem Zusammenhang mit der Debatte über die Grundsicherungsausgaben im SGB II und der Frage, wie staatliche Leistungen für einkommensschwache ältere Menschen gestaltet werden. Auch die Transparenz staatlicher Förderung und die Wirkungsmessung sozialer Maßnahmen sind politisch umstrittene Felder, wie etwa die Debatte zur Bundesförderung für NGOs zeigt. Für Fragen der sozialen Sicherung im Alter relevant ist zudem der Befund der Anfrage zur Pflege: 5,7 Millionen Pflegebedürftige bundesweit — viele davon beziehen zugleich Altersrente.
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Betroffen sind vor allem ältere Frauen ab 65 Jahren, die aufgrund von Teilzeitarbeit, Kindererziehung oder Erwerbsunterbrechungen niedrige Renten beziehen. Besonders in Westdeutschland steigt laut früherer Auskunft des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales die Altersarmut mit zunehmender Kinderzahl bei Frauen. Betroffen sind zudem Erwerbsgeminderte sowie Menschen, die ergänzend Grundsicherung beziehen. Der regionale Fokus liegt auf Schleswig-Holstein.
"Der Vorschlag der Rentenkommission ist ein Rezept für Altersarmut. Es sind gerade die hart arbeitenden Menschen mit zu geringer Entlohnung, die es nicht bis zur Rente schaffen. Um die, die heute oft schon mit Abschlägen in Frührente gehen, weil sie einfach nicht mehr können. Und für diese Menschen, die in… …
"Das ist keine Rentenreform, das ist ein Rentenkürzungsprogramm. Wer sein Leben lang gearbeitet hat, soll künftig länger schuften, weniger Rente bekommen und darauf hoffen, dass die Börse gute Laune hat. Besonders dreist ist der Angriff auf die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren. Da reden wir über Menschen, die morgens um… …
Die Kleine Anfrage wurde am 10. Juli 2026 beim Deutschen Bundestag eingereicht (BT-Drs. 21/7095). Die Bundesregierung hat nun 21 Tage Zeit, die 19 Fragen schriftlich zu beantworten — die Frist läuft bis zum 31. Juli 2026. Nach Eingang der Antwort wird diese als eigene Drucksache veröffentlicht.
- Grundsicherung im Alter
- Staatliche Leistung nach SGB XII für Menschen ab Regelaltersgrenze, deren Rente und sonstiges Einkommen nicht zur Deckung des Lebensunterhalts ausreicht.
- Erwerbsminderungsrente
- Rente der gesetzlichen Rentenversicherung für Versicherte, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr oder nur eingeschränkt erwerbstätig sein können.
- Armutsgefährdungsquote
- Anteil der Bevölkerung mit einem Einkommen unterhalb von 60 Prozent des mittleren Einkommens (Median) — internationaler Standardindikator für relative Armut.
Wie hoch ist die Altersarmut bei Frauen in Deutschland?
Laut Paritätischem Armutsbericht 2025 liegt die Armutsquote bei Frauen ab 65 Jahren bei 21,3 Prozent, bei Männern bei 17,3 Prozent.
Was fragt Die Linke konkret von der Bundesregierung?
Die Fraktion stellt 19 Fragen zu Rentenhöhen, Grundsicherungsbezug, Erwerbsminderungsrenten, Riester-Rente und Beschäftigungsquoten — jeweils aufgeschlüsselt für Schleswig-Holstein sowie Ost- und Westdeutschland.
Warum sind Frauen stärker von Altersarmut betroffen?
Geringere Erwerbseinkommen, häufige Teilzeitarbeit und Unterbrechungen durch Kinderbetreuung führen zu niedrigeren Rentenansprüchen, insbesondere in Westdeutschland.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7095 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.


































































