- Deutschland Platz 17 von 18 EU-Ländern bei Prävention
- Zuckerabgabe kommt ab 2028
- Tabak- und Alkoholsteuern werden erhöht
Prävention und Gesundheitsförderung: Grüne kritisieren schwache Position Deutschlands
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6113 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Der Public Health Index 2025 von AOK-Bundesverband und Deutschem Krebsforschungszentrum vergleicht erstmals systematisch Präventionsmaßnahmen in 18 europäischen Ländern. Deutschland erreicht nur Platz 17, besonders schlecht bei Alkoholpolitik mit nur 9 von 40 Punkten. Auch die FinanzKommission Gesundheit empfahl bereits Steuererhöhungen bei Tabak, Alkohol und zuckergesüßten Getränken.
Deutschland belegt mit Rang 17 von 18 Ländern den vorletzten Platz im europäischen Vergleich. In drei von vier Bereichen – Tabak, Alkohol und Ernährung – landet Deutschland auf den hinteren Rängen.
— Vorbemerkung der Fragesteller BT-Drs. 21/6113
Die Grünen-Fraktion hat eine Kleine Anfrage zur Gesundheitsprävention an die Bundesregierung gerichtet. Anlass ist der Public Health Index 2025, der Deutschland auf Platz 17 von 18 europäischen Ländern bei Präventionsmaßnahmen einstuft. Die Bundesregierung hat in BT-Drucksache 21/6113 vom 21. Mai 2026 geantwortet.
Deutschland liegt bei der Vorbeugung von Volkskrankheiten wie Krebs und Diabetes im EU-Vergleich auf einem der hinteren Plätze der Rangliste.
Position bei Alkohol und Tabak
In der Alkoholpolitik erreicht Deutschland 9 von 40 möglichen Punkten. Dies ist bemerkenswert, da sich die Bundesrepublik damit mit Österreich den vorletzten Platz teilt. Die Grünen stellten in ihrer ursprünglichen Anfrage fest, Alkohol ist hierzulande nahezu jederzeit verfügbar, häufig beworben und im internationalen Vergleich sehr günstig. Bei der Tabakpolitik erreicht Deutschland 43 von 100 Punkten.
Geplante Maßnahmen
Die Bundesregierung kündigt mehrere Schritte an: Ab 2028 wird eine Zuckerabgabe auf gesüßte Getränke eingeführt, wie im Eckwertebeschluss vom 29. April 2026 festgelegt. Hintergrund ist eine verstärkte Präventionspolitik gegen Volkskrankheiten. Zusätzlich sind Erhöhungen der Tabak- und Alkoholsteuer geplant, deren genaue Ausgestaltung derzeit geprüft wird. Eine Präventionsoffensive befindet sich in Vorbereitung.
Volkswirtschaftliche Kosten
Die Bundesregierung beziffert die jährlichen volkswirtschaftlichen Kosten durch Tabak- und Alkoholkonsum auf mehr als 150 Milliarden Euro. Tabakkonsum verursacht jährlich rund 87.600 Krebsneuerkrankungen und 127.000 vorzeitige Todesfälle. Alkoholkonsum führt zu über 20.000 Krebsneuerkrankungen und 47.500 vorzeitigen Todesfällen.
Die Grünen forderten weitere Regelungen für Werbebeschränkungen und verbindliche Qualitätsstandards in der Gemeinschaftsverpflegung. Die Bundesregierung verwies teilweise auf die Zuständigkeiten der Länder. Dies betrifft etwa den Nichtraucherschutz in der Gastronomie.
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Betroffen sind alle Bürger, da ineffektive Prävention zu mehr Volkskrankheiten wie Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes führt. Besonders gefährdet sind Kinder und Jugendliche durch fehlende Schutzmaßnahmen vor Tabak-, Alkohol- und Zuckerwerbung.
Die Bundesregierung beantwortet die meisten Fragen sachlich und kündigt konkrete Maßnahmen wie Zuckerabgabe und Steuererhöhungen an. Bei einigen Fragen verweist sie auf Länderzuständigkeiten oder noch laufende Prüfungen.
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Anfrage wurde mittlerweile beantwortet. (Stand: 21.05.2026) Gesundheitsprävention – Bundesregierung ignoriert Defizite bei Alkohol- und Tabakpolitik →
- Public Health Index
- Ranking-System, das misst, wie gut Länder wissenschaftlich empfohlene Präventionsmaßnahmen umsetzen
- FinanzKommission Gesundheit
- Von der Bundesregierung eingesetzte Expertenkommission zur Reform der Gesundheitsfinanzierung
Warum steht Deutschland so schlecht da bei der Prävention?
Laut Public Health Index fehlen wichtige Maßnahmen wie hohe Tabaksteuern, Alkoholbeschränkungen und Zuckerabgaben.
Was plant die Bundesregierung konkret?
Ab 2028 kommt eine Zuckerabgabe, Tabak- und Alkoholsteuern werden erhöht, eine Präventionsoffensive ist geplant.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6113 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Deutscher Bundestag / DIP — BT-Drs. 21/6113 | Antwort | Original-PDF | dip.bundestag.de

































































