- 1 Milliarde Euro Einsparung beim Wohngeld geplant
- 42 Prozent Kürzung des 2,4-Milliarden-Etats befürchtet
- 1,2 Millionen Haushalte beziehen aktuell Wohngeld
Wohngeld 2027: Grüne fragen nach geplanter Milliarden-Kürzung
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6213 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Das Wohngeld wurde 2023 mit dem Wohngeld-Plus-Gesetz deutlich ausgeweitet. Der Berechtigtenkreis wurde erweitert und eine dauerhafte Heizkostenkomponente eingeführt. Die Mietpreise sind in den letzten fünf Jahren um durchschnittlich 9,7 Prozent gestiegen, die Heizkosten ebenfalls deutlich angestiegen. Für den Bundeshaushalt 2027 wurden nun Einsparungen von einer Milliarde Euro im Etat des Bauministeriums angekündigt.
- 1,2 Millionen — Haushalte beziehen aktuell Wohngeld in Deutschland
- 2,4 Milliarden Euro — aktueller Wohngeld-Etat im Bundeshaushalt
- 2,49 Milliarden Euro — tatsächliche Ausgaben 2025, über dem ursprünglich veranschlagten Betrag
- 42 Prozent — Kürzung des Etats bei Einsparung von einer Milliarde Euro
Im Detail
Mit 52,8 Prozent wohnt die Hälfte aller Personen in Deutschland zur Miete, soviel wie in keinem anderen Land der EU.
— Vorbemerkung BT-Drs. 21/6213
Die Bundesregierung plant Einsparungen beim Wohngeld. Bauministerin Verena Hubertz (SPD) hat im Zuge der Haushaltsplanung für 2027 eine Neustrukturierung angekündigt, die eine Milliarde Euro einsparen soll. Bei einem aktuellen Etat von 2,4 Milliarden Euro entspricht dies einer Kürzung von 42 Prozent.
Diese Pläne stellen die Grünen in Frage. In ihrer umfangreichen Kleinen Anfrage fordern die Abgeordneten um Mayra Vriesema und Ricarda Lang mit 29 Fragen detaillierte Aufklärung über die geplanten Maßnahmen. Besonders stehen die Auswirkungen auf die 1,2 Millionen Haushalte im Fokus, die derzeit Wohngeld beziehen.
Wer ist besonders betroffen?
Knapp die Hälfte der Wohngeld-Empfänger sind Ein-Personen-Rentner-Haushalte. Familien und Alleinerziehende machen einen weiteren großen Teil aus. Diese Gruppen sind bereits von gestiegenen Energie- und Heizkosten betroffen. Die Mietpreise haben sich in den letzten fünf Jahren um durchschnittlich 9,7 Prozent erhöht.
„Mit 52,8 Prozent wohnt die Hälfte aller Personen in Deutschland zur Miete, soviel wie in keinem anderen Land der EU“, heißt es in der Anfrage. Das Wohngeld bietet durch seine Dynamisierung und die Heizkostenpauschale eine direkte Entlastung für diese Haushalte, so die Grünen weiter.
Das Wohngeld ist ein staatlicher Zuschuss zu den Wohnkosten für Haushalte mit geringem Einkommen, die keine Grundsicherung beziehen.
Was gilt aktuell?
Das Wohngeld ist in den vergangenen Jahren mehrfach reformiert und verändert worden. Mit dem Wohngeld-Plus-Gesetz aus dem Jahr 2023 wurde der Kreis der Berechtigten ausgeweitet. Die Unterstützung ist an die realen Belastungen angepasst worden. Eine Dynamisierung entlang der Miet- und Verbraucherpreisentwicklung sowie eine dauerhafte Heizkosten- und Klimakomponente sind eingeführt worden.
2025 haben die tatsächlichen Ausgaben mit 2,49 Milliarden Euro bereits über dem ursprünglich veranschlagten Betrag gelegen. Ein signifikanter Anteil der berechtigten Personen nimmt die Leistung allerdings nicht in Anspruch.
Sozialstaatsreform als Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6213 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Möglicherweise stehen die geplanten Kürzungen im Zusammenhang mit den Empfehlungen der Sozialstaatskommission. Diese schlägt vor, das Wohngeld künftig gemeinsam mit dem Kinderzuschlag sowie Leistungen nach dem SGB II und SGB XII in ein einheitliches, digitalisiertes Sozialleistungssystem zu überführen.
Die Grünen stellen dies in Zusammenhang mit den Aussagen von Bundesministerin Bärbel Bas (SPD). Diese hat erklärt, das soziale Schutzniveau solle nicht abgesenkt werden. Die Fraktion befürchtet jedoch, dass Einsparungen beim Wohngeld zu höheren Wohnkostenbelastungen führen können. Auch ein verstärkter Wechsel von Haushalten in die Grundsicherung ist möglich.
Die Fraktion verweist auf mögliche Folgen: „steigende Miet- und Energieschulden, wachsende Unsicherheit und ein erhöhtes Risiko von Wohnungsverlust“. Entscheidend ist, dass das Wohngeld als eigenständiger Zuschuss erhalten bleibt. Es muss sich weiterhin an den tatsächlichen Wohnkosten orientieren.
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Betroffen wären vor allem die 1,2 Millionen aktuellen Wohngeld-Haushalte: knapp die Hälfte sind Ein-Personen-Rentner-Haushalte, einen weiteren großen Teil machen Familien und Alleinerziehende aus. Besonders Haushalte mit geringem Einkommen, die keine Grundsicherung beziehen, sind auf diese staatliche Unterstützung angewiesen.
Die Bundesregierung hat 21 Tage Zeit, um die Anfrage zu beantworten. Die Antwortfrist läuft bis zum 24. Juni 2026. Die Grünen erwarten detaillierte Informationen über die geplanten Einsparungen und deren Auswirkungen auf die Betroffenen.
- Wohngeld-Plus-Gesetz
- Gesetz aus 2023, das das Wohngeld deutlich ausgeweitet und eine dauerhafte Heizkostenkomponente eingeführt hat.
- Sozialstaatskommission
- Gremium, das tiefgreifende Reformen des deutschen Sozialstaats vorschlägt, einschließlich der Digitalisierung von Sozialleistungen.
Was ist das Wohngeld?
Das Wohngeld ist ein staatlicher Zuschuss zu den Wohnkosten für Haushalte mit geringem Einkommen, die keine Grundsicherung beziehen.
Wie viele Haushalte beziehen Wohngeld?
Aktuell beziehen etwa 1,2 Millionen Haushalte in Deutschland Wohngeld, davon knapp die Hälfte Ein-Personen-Rentner-Haushalte.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6213 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.




























































