- 73 Angriffe auf Geflüchtete außerhalb von Unterkünften
- 23 Gewaltdelikte mit 16 Verletzten registriert
- Keine größeren rechtsextremen Proteste dokumentiert
Angriffe auf Geflüchtete: 73 Fälle in 3 Monaten
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6144 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Die Linken-Fraktion erfragt regelmäßig Zahlen zu rechtsextremen Übergriffen auf Geflüchtete und deren Unterkünfte, um die Entwicklung politisch motivierter Kriminalität zu dokumentieren. Die Bundesregierung erfasst diese Daten über das Bundeskriminalamt im Rahmen des Kriminalpolizeilichen Meldedienstes für Politisch motivierte Kriminalität (KPMD-PMK). Die Zahlen haben vorläufigen Charakter und können sich durch Nachmeldungen noch ändern.
- 73 Straftaten — gegen Geflüchtete außerhalb von Unterkünften registriert
- 23 Gewaltdelikte — davon mit 16 verletzten Personen, ein verletztes Kind
- 4 Angriffe — auf Asylunterkünfte selbst, keine Verletzten
- 54 Tatverdächtige — in 47 von 73 Fällen ermittelt
- 3 Demonstrationen — mit rechtsextremem Bezug zur Asylthematik
Im Detail
Der Bundesregierung sind im ersten Quartal 2026 keine von Rechtsextremisten durchgeführten oder von Rechtsextremisten dominierten Kundgebungen im Sinne der Fragestellung bekannt geworden.
— Antwort der Bundesregierung BT-Drs. 21/6144
Im ersten Quartal 2026 wurden 73 politisch motivierte Straftaten gegen Geflüchtete außerhalb von Asylunterkünften registriert. Davon waren 23 Gewaltdelikte. 16 Menschen wurden verletzt. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken-Fraktion hervor (BT-Drs. 21/6144).
Zusätzlich verzeichneten die Behörden vier Angriffe direkt auf Asylunterkünfte, wobei jedoch keine Personen verletzt worden sind. Die Straftaten reichten von Beleidigungen und Volksverhetzung bis hin zu gefährlicher Körperverletzung und Bedrohung.
Was gilt aktuell?
Das Bundeskriminalamt erfasst alle politisch motivierten Straftaten im Kontext Asyl und Migration über den Kriminalpolizeilichen Meldedienst (KPMD-PMK). Sowohl Angriffe auf Personen als auch auf Einrichtungen werden erfasst. Die Zahlen haben vorläufigen Charakter. Sie können sich durch Nach- und Änderungsmeldungen noch verändern.
Bei den 73 Angriffen auf Geflüchtete sind in 47 Fällen insgesamt 54 Tatverdächtige ermittelt worden. Drei Personen haben bereits Vorerkenntnisse im Bereich politisch motivierte Kriminalität, während zwölf allgemeine Vorerkenntnisse aufweisen.
Regionale Verteilung zeigt Schwerpunkte
Die meisten Fälle haben sich in Brandenburg (23 Fälle) ereignet, gefolgt von Thüringen (15 Tatverdächtige) und Sachsen-Anhalt (11 Tatverdächtige). Unter den 16 Verletzten hat sich ein Kind befunden. Die meisten Opfer sind erwachsene Männer gewesen (13 Personen).
Die Bundesregierung dokumentierte für das erste Quartal 2026 keine größeren rechtsextremen Kundgebungen gegen Geflüchtetenunterkünfte. Lediglich drei kleinere Veranstaltungen mit Bezug zur Asylthematik sind registriert worden. Darunter eine Mahnwache in Hamburg mit 80 Teilnehmern.
Zur Einordnung: Im vierten Quartal 2025 sind noch 355 Angriffe auf Geflüchtete außerhalb von Unterkünften registriert worden – deutlich mehr als im ersten Quartal 2026. Dabei sind 49 Personen verletzt worden. Ehrenamtliche Helfer und Hilfsorganisationen blieben im Berichtszeitraum von Übergriffen verschont.
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Betroffen sind vor allem Geflüchtete und Asylsuchende außerhalb ihrer Unterkünfte sowie in geringerem Maße die Unterkünfte selbst. 16 Personen wurden bei Angriffen verletzt, darunter ein Kind. Ehrenamtliche Helfer und Hilfsorganisationen waren im ersten Quartal 2026 nicht von Übergriffen betroffen.
Die Bundesregierung beantwortet alle Fragen detailliert mit umfangreichen statistischen Aufschlüsselungen und verweist auf methodische Einschränkungen bei der Datenerfassung.
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Anfrage wurde mittlerweile beantwortet. (Stand: 22.05.2026)
- KPMD-PMK
- Kriminalpolizeilicher Meldedienst in Fällen Politisch motivierter Kriminalität – System zur bundesweiten Erfassung extremistischer Straftaten.
- Phänomenbereich Rechts
- Klassifizierung für rechtsextreme und rechtspopulistische Straftaten im KPMD-PMK.
Wie viele Geflüchtete wurden bei Angriffen verletzt?
16 Personen wurden verletzt, darunter ein Kind. Die meisten Verletzten waren erwachsene Männer.
In welchen Bundesländern gab es die meisten Angriffe?
Thüringen führt mit 15 Tatverdächtigen, gefolgt von Sachsen-Anhalt mit 11 und Brandenburg mit 23 Fällen.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6144 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.

































































