Weniger Deutsche wandern in die USA aus – Auswanderungstrends im Wandel
Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat in seiner aktuellen Erhebung eine bemerkenswerte Entwicklung dokumentiert: Im Jahr 2025 zogen nur noch knapp 8 900 Deutsche in die Vereinigten Staaten. Dies ist der niedrigste Wert der vergangenen zwei Dekaden, wenn man die coronabedingten Ausnahmejahre 2020 und 2021 ausklammert. Zum Vergleich: Im Jahr 2005 verlagerten noch knapp 13 600 Deutsche ihren Wohnsitz in die USA – ein Rückgang um 35 Prozent über 20 Jahre.
Ähnliche Entwicklungen in Kanada, Gegenbewegung in Mexiko
Das Phänomen zeigt sich auch beim zweiten WM-Gastgeberland Kanada: Etwa 1 800 Deutsche zogen 2025 dorthin, was einem Rückgang von 39 Prozent gegenüber 2005 entspricht. Einzig Mexiko entwickelt sich gegensätzlich und wird für deutsche Auswanderer attraktiver – die Zahl stieg um 43 Prozent auf rund 800 Personen. Trotz der sinkenden Zahlen bleiben die USA mit Schweiz (22 700), Österreich (13 500) und Spanien (9 700) unter den beliebtesten Zielländern deutscher Auswanderer.
Relevanz für Arbeitsmarkt- und Migrationspolitik
Die Daten berühren mehrere Politikfelder: Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und das Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) sind für Migrationsfragen verantwortlich. Die sinkenden Auswanderungszahlen in die USA könnten auf veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen, Visumsregelungen oder geopolitische Faktoren hinweisen und sind relevant für die Fachkräfte- und Arbeitskräfteplanung beider Länder.
Für Bürgerinnen und Bürger bedeutet dieser Trend, dass die klassischen Auswanderungsziele an Attraktivität einbüßen, möglicherweise aufgrund strenger amerikanischer Einwanderungspolitik oder besserer Chancen in europäischen Ländern. Die absolute Zahl von knapp 520 000 im Ausland geborenen Deutschen in den USA zeigt jedoch, dass historisch gewachsene Netzwerke und Strukturen weiterhin bestehen.
Handlungsperspektiven und statistischer Hintergrund
Parlamentarische Initiativen zur Erleichterung der Fachkräftezuwanderung, etwa zum Fachkräfteeinwanderungsgesetz, könnten indirekt auch Auswirkungen auf Auswanderungsbereitschaft haben. Ein Handlungsbedarf könnte darin liegen, die Gründe für sinkende Auswanderungsquoten genauer zu analysieren – ob Visarestriktionen, wirtschaftliche Faktoren oder andere Barrieren ausschlaggebend sind.
Die Erfassung erfolgt über die deutsche Wanderungsstatistik, die allerdings – wie Destatis vermerkt – Untererfassungen aufweist, wenn sich Personen nicht anmelden oder abmelden. Für die Bestände in den USA, Kanada und Mexiko greifen die Statistikbehörden der Gastländer auf Zensusdaten zurück.
➜ Originale Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes
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