Am 19.05.2026 beantwortet
- Transatlantische Partnerschaft bleibt unerlässlich trotz Unterschiede
- Rubios Migrationskritik wird nur zur Kenntnis genommen
- NATO-Stärkung durch europäische Partner vorangetrieben
Münchner Sicherheitskonferenz: Bundesregierung antwortet zu Merz- und Rubio-Reden
Hintergrund
Auf der Münchner Sicherheitskonferenz im Februar 2026 hielten sowohl Bundeskanzler Merz als auch US-Außenminister Rubio kontroverse Reden. Merz sprach von einem angefochtenen US-Führungsanspruch, während Rubio westliche Migrations- und Energiepolitik scharf kritisierte.
Der Bundeskanzler hat in seiner Rede auf der 62. Münchner Sicherheitskonferenz dargelegt, dass die transatlantische Partnerschaft unerlässlich bleibt, um die Sicherheit im euroatlantischen Raum zu gewährleisten.
— Antwort der Bundesregierung BT-Drs. 21/5987
Die Bundesregierung hat auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion zu den Reden von Bundeskanzler Friedrich Merz und US-Außenminister Marco Rubio auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2026 geantwortet (BT-Drs. 21/5987 vom 19. Mai 2026).
33 Fragen hatte die AfD gestellt. Hintergrund war Rubios Rede, in der er „massenhafte Migration“ als destabilisierende Krise bezeichnet und energiepolitische Klimaschutzmaßnahmen scharf kritisiert hatte. Bundeskanzler Merz wiederum hatte zuvor eine bemerkenswerte Einschätzung zur Rolle der USA abgegeben – der amerikanische Führungsanspruch sei „angefochten, vielleicht schon verspielt“.
Die Bundesregierung betont die Wichtigkeit der deutsch-amerikanischen Beziehungen, obwohl es unterschiedliche Meinungen zu Migration und Energiepolitik gibt.
Transatlantische Beziehungen im Fokus
Die Regierung stellt in ihrer Antwort klar, dass die transatlantische Partnerschaft unerlässlich bleibt, um Sicherheit im euroatlantischen Raum zu gewährleisten. Dies ist bemerkenswert, da die Aussagen beider Politiker durchaus unterschiedliche Akzente gesetzt hatten. Dennoch besteht weiterhin eine große Überschneidung transatlantischer Interessen in der Sicherheitspolitik, heißt es.
Zu Rubios Migrationskritik äußert sich die Regierung zurückhaltend. „Die Bundesregierung nimmt die Aussage des US-Außenministers zur Kenntnis.“ Eine eigene Bewertung erfolgt nicht – stattdessen verweist sie auf die deutsche Migrations- und Asylpolitik.
NATO-Stärkung durch Europa
Differenziert zeigt sich die Bundesregierung bei der Verteidigungspolitik. Sie verweist auf den Beschluss des Haager NATO-Gipfels, der auf deutsches Engagement zurückgeht. Die europäischen NATO-Partner verstärken ihr Engagement erheblich. Deutschland wird das angestrebte Ausgabenziel von 5 Prozent des BIP voraussichtlich vor 2035 erreichen.
Bei der Energiepolitik führt die Regierung aus, Deutschland verfolgt das Ziel der Klimaneutralität 2045 mit einem Ansatz, der Klimaschutz, wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und soziale Ausgewogenheit zusammenbringt. Verschiedene Maßnahmen zur Senkung der Energiepreise sind bereits ergriffen worden.
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Betroffen sind die deutsch-amerikanischen Beziehungen sowie die europäische Sicherheits- und Migrationspolitik. Die Antworten zeigen Spannungsfelder in der transatlantischen Partnerschaft auf.
Bei kritischen Themen wie Migration und Energiepolitik weicht die Bundesregierung teils aus und verweist nur darauf, die US-Positionen zur Kenntnis zu nehmen, ohne eigene Bewertungen abzugeben.
Die Antwort ist vollständig erfolgt. Weitere parlamentarische Schritte sind nicht vorgesehen, jedoch könnten die aufgezeigten Differenzen Gegenstand künftiger Debatten werden.
- Münchner Sicherheitskonferenz
- Jährliche internationale Konferenz zu sicherheitspolitischen Themen mit hochrangigen Politikern, Militärs und Experten.
- Transatlantische Partnerschaft
- Politische, wirtschaftliche und sicherheitspolitische Zusammenarbeit zwischen Europa und Nordamerika.
Was kritisierte US-Außenminister Rubio?
Rubio kritisierte 'massenhafte Migration' als destabilisierende Krise und energiepolitische Maßnahmen als wirtschaftlich schwächend.
Wie bewertet die Bundesregierung Rubios Migrationskritik?
Die Bundesregierung nimmt die Aussage zur Kenntnis, ohne sie zu bewerten oder zu kommentieren.














































