- BMFTR-Etat 2026: 21,82 Mrd. Euro, davon 3,89 Mrd. über Projektträger
- Öffentlichkeitsarbeit sank von 2,29 Mio. (2024) auf 0,92 Mio. Euro (2026)
- Dienstreisekosten belaufen sich bis September 2026 auf rund 2 Mio. Euro
Hintergrund
Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) wurde im Herbst 2025 durch einen Organisationserlass des Bundeskanzlers neu zugeschnitten. Neben der Integration der Raumfahrtzuständigkeiten wurden Aufgaben aus dem Bundesministerium für Verkehr sowie dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie übernommen. Der Bundesrechnungshof hatte im Vorfeld Kritik an der globalen Minderausgabe und an der Prüfung von Kompetenzzentren geübt. Der Einzelplan 30 umfasst 2026 Ausgaben von rund 21,82 Mrd. Euro — nach 22,36 Mrd. Euro im Jahr 2025.
- 21,82 Mrd. Euro — Gesamtetat des BMFTR (Einzelplan 30) im Haushaltsjahr 2026, nach 22,36 Mrd. Euro 2025.
- 1.238,4 Stellen — Gesamtstellenzahl in Kapitel 3012 gemäß Haushaltsplan 2026 nach der Umressortierung.
- 3,89 Mrd. Euro — Fördermittel, die 2026 durch externe Projektträger bewirtschaftet werden (17,83 % des Etats).
- 263,38 Mio. Euro — Ausgaben für die Projektträgerverwaltung 2026 (2024: 320,57 Mio. Euro).
- ca. 2 Mio. Euro — Gesamtkosten für Dienstreisen im BMFTR bis zum Stichtag 22. September 2026.
Im Detail
Aus Sicht der Bundesregierung ist die Grenze administrativer Überkontrolle angesichts der Detailtiefe, des Umfangs und der Vielzahl der Fragen teilweise erreicht.
— Vorbemerkung der Bundesregierung, BT-Drs. 21/8308
Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) verwaltet 2026 einen Etat von 21,82 Mrd. Euro — und legt nach einer parlamentarischen Anfrage erstmals umfassend offen, wie diese Mittel auf Personal, IT, Liegenschaften, Projektträger und Veranstaltungen verteilt sind. Die Antwort der Bundesregierung vom 30. September 2026 (BT-Drs. 21/8308) beantwortet 36 Einzelfragen zur Organisations- und Finanzstruktur des Ministeriums.
Etat und Stellenzahl des BMFTR 2026
Der Gesamtetat des Einzelplans 30 sank 2026 gegenüber dem Vorjahr leicht von 22,36 auf 21,82 Mrd. Euro. Die Stellenzahl liegt nach der Umressortierung im Herbst 2025 bei 1.238,4 Planstellen und Stellen (Kapitel 3012). Die zuvor vom Fragesteller genannte Zahl von 1.398 Stellen stammte noch aus dem Regierungsentwurf vor der Neustrukturierung des Ressorts. Ein strukturelles Defizit bei den Personalkosten bestehe laut Bundesregierung nicht, da die Titelansätze entsprechend angepasst wurden.
Das BMFTR beschäftigt derzeit vier Personen in Beschäftigtenvertretungen oder als Beauftragte (Personalrat, Schwerbehindertenvertretung, Gleichstellungsbeauftragte), acht Beamtinnen und Beamte befinden sich in Altersteilzeit, fünf in einer Sabbaticalphase.
Projektträger verwalten 3,89 Mrd. Euro
Ein zentrales Instrument der BMFTR-Forschungsförderung sind externe Projektträger — Organisationen wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) oder das Forschungszentrum Jülich, die im Auftrag des Ministeriums Fördermittel ausreichen. Laut Drucksache 21/8308 verwalten diese 2026 rund 3,89 Mrd. Euro, was 17,83 Prozent des Gesamtetats entspricht. Die Verwaltungskosten für diese Aufgaben sanken von 322,5 Mio. Euro (2025) auf 263,38 Mio. Euro 2026 — ein Rückgang, der auf den veränderten Ressortzuschnitt zurückzuführen ist. Wer Forschungsförderung des Bundes beantragt oder erhält, kommt fast immer mit diesen Projektträgern in Berührung. Wie die Bundesregierung bei anderen Förderbereichen zeigt, sind Lücken in der Datenlage ein wiederkehrendes Problem.
IT-Ausgaben und Liegenschaften
Die IT-Ausgaben des BMFTR (Kapitel 3012, Titel 51101, 53201 und 81202) belaufen sich 2026 auf: 3,001 Mio. Euro für IT-Dienstleistungen, 1,466 Mio. Euro für Softwarelizenzen, 3,838 Mio. Euro für Hardwarebeschaffungen und 1,237 Mio. Euro für Digitalisierungsprojekte. Gegenüber 2025 sind alle Kategorien rückläufig.
Das BMFTR verfügt über drei Liegenschaften: den Hauptstandort in Bonn (Heinemannstraße, 31.401 m², Miete 8,791 Mio. Euro/Jahr), einen Berliner Standort (Kapelle-Ufer, 15.988 m², Miete 8,652 Mio. Euro/Jahr) sowie die Villa Vigoni in Norditalien (4.545 m², Miete 910.000 Euro/Jahr). Energiekosten werden in Bonn und Berlin gemeinsam mit den Betriebskosten ausgewiesen, was die Vergleichbarkeit einschränkt.
Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungen
Die Ausgaben für Öffentlichkeitsarbeit sind seit 2024 deutlich gesunken: von 2,29 Mio. Euro (2024) über 1,75 Mio. Euro (2025) auf 0,92 Mio. Euro (2026). Eine externe Kommunikationsberatung wurde nicht in Anspruch genommen. Styling- und Visagistikleistungen wurden ebenfalls nicht erbracht. Der Anteil eventbezogener Kosten am Öffentlichkeitsarbeitsbudget stieg dagegen stark an: von 27 Prozent (2024) auf rund 80 Prozent (2026), da andere Kommunikationsformate weggefallen sind.
In der beigefügten Anlage listet das BMFTR alle Veranstaltungen von 2024 bis 2026 mit Einzelkosten auf. Zu den kostspieligsten Einzelveranstaltungen zählen die Auftaktveranstaltung der Hightech Agenda Deutschland (HTAD) am 29. Oktober 2025 mit 779,83 T Euro, die Hannover Messe 2024 mit 701,36 T Euro sowie das Innovationsforum Zivile Sicherheit 2024 mit 868 T Euro. Das Demokratiefest der Bundesregierung 2024 kostete das BMFTR 307,86 T Euro. Wie ähnlich angelegte Transparenzberichte bei anderen Themen zeigen — etwa zur Auswärtigen Kulturförderung — sind solche Veranstaltungslisten ein wichtiges Instrument der parlamentarischen Kontrolle.
Sondervermögen und ressortübergreifende Mittel
Auf die Frage nach der Nutzung von Sondervermögen gibt die Bundesregierung eine klare Antwort: Im Einzelplan 30 werden weder Mittel des Klima- und Transformationsfonds (KTF) noch des Sondervermögens Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK) bewirtschaftet. Reguläre ministerielle Verwaltungsaufgaben werden aus diesen Töpfen ebenfalls nicht finanziert. Auch spezifische Titel für die Kofinanzierung EU-geförderter Projekte existieren nicht. Aus dem Einzelplan 30 fließen laut Drucksache keine direkten oder indirekten Zahlungen an die EU oder durch die EU betriebene Organisationen. Zur Klarstellung hält die Bundesregierung fest: Die Europäische Weltraumorganisation ESA ist keine von der EU betriebene Organisation.
Für Bürokratieabbau und Verwaltungsmodernisierung wurden seit 2024 rund eine Mio. Euro Personalaufwand aufgewendet. Externe Beratungskosten oder IT-Investitionen speziell für diesen Zweck seien nicht angefallen. Aktuelle Entwicklungen rund um Verwaltungsdigitalisierung, wie die KI-gestützte Deutschland-App, zeigen, wie breit das Thema Staatsmodernisierung politisch diskutiert wird.
Weiterlesen:
Betroffen sind in erster Linie Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Hochschulen, die Fördermittel aus dem BMFTR-Etat erhalten, sowie Steuerzahlerinnen und Steuerzahler, die den Bundeshaushalt finanzieren. Externe Projektträger verwalten mit rund 3,89 Mrd. Euro den direkten Fördermittelfluss an die Empfänger.
Die Bundesregierung beantwortet die meisten Fragen substantiell, verweist aber bei mehreren Fragen zur Kapitelstruktur und Haushaltsdetails auf öffentlich verfügbare Dokumente wie 'Bundeshaushalt digital'. Bei einigen Fragen zu externen Beratungskosten und Beteiligungen wird auf frühere Berichte oder andere Drucksachen verwiesen, ohne neue Zahlen zu liefern.
Die Anfrage ist mit der Antwort vom 30. September 2026 abgeschlossen. Weiterführende Informationen zu externen Beratungskosten 2024 sind im Bericht an den Haushaltsausschuss abrufbar; der Bericht für 2025 befindet sich noch in der Erstellung.
- Einzelplan 30
- Der Einzelplan 30 ist der Haushaltsetat des Bundesforschungsministeriums im Bundeshaushalt. Er enthält alle Ausgaben, Stellen und Förderkapitel des Ressorts.
- Globale Minderausgabe (GMA)
- Ein pauschaler Abzugsbetrag im Haushaltsplan, der über Einsparungen bei einzelnen Titeln im laufenden Jahr erwirtschaftet werden muss. 2026 beträgt sie rund 360 Mio. Euro.
- Projektträger
- Externe Organisationen (z. B. DLR, Forschungszentrum Jülich), die im Auftrag des BMFTR Fördermittel ausreichen und Projekte administrativ betreuen.
Wie viele Stellen hat das BMFTR 2026?
Laut Haushaltsplan 2026 umfasst Kapitel 3012 insgesamt 1.238,4 Stellen. Die ursprünglich genannte Zahl von 1.398 entstammte noch dem Regierungsentwurf vor der Umressortierung.
Wie hoch sind die IT-Ausgaben des BMFTR?
Im Jahr 2026 betragen die IT-Ausgaben bis zum Stichtag: 3,001 Mio. Euro für Dienstleistungen, 1,466 Mio. für Softwarelizenzen, 3,838 Mio. für Hardware und 1,237 Mio. für Digitalisierungsprojekte.
Wie viel gibt das BMFTR für Veranstaltungen aus?
Die eventbezogenen Kosten stiegen von 640.000 Euro (2024) auf 740.000 Euro (2026) und machen rund 80 Prozent der gesamten Öffentlichkeitsarbeitsmittel aus.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/8308 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.




































































