- 577 Messerdelikte bei der Bundespolizei im ersten Halbjahr 2026
- 304 der Vorfälle ereigneten sich an Bahnhöfen
- Syrische Staatsangehörige häufigste nichtdeutsche Tatverdächtigengruppe mit 36 Fällen
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7694 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Die Bundespolizei ist nach dem Bundespolizeigesetz (BPolG, §§ 2 ff.) für den Schutz der Bundesgrenzen sowie für bahnpolizeiliche Aufgaben zuständig. Entsprechend erfasst sie Straftaten in Zügen, an Bahnhöfen und im grenznahen Raum. Die Polizeiliche Eingangsstatistik der Bundespolizei (PES) ist dabei das zentrale Erhebungsinstrument. Daten zu Messerkriminalität werden seit Jahren von verschiedenen Fraktionen parlamentarisch abgefragt, um Lagebild und Prävention zu bewerten.
- 577 — Gesamt-Messerdelikte der Bundespolizei im 1. Halbjahr 2026 (320 eingesetzt, 257 mitgeführt)
- 304 — Delikte an Bahnhöfen; größter Einzeltatort mit mehr als der Hälfte aller Fälle
- 443 — Tatverdächtige insgesamt (155 deutsch, 177 nichtdeutsch, 111 unbekannt/ungeklärt)
- 36 — Syrische Tatverdächtige: häufigste nichtdeutsche Nationalität, davon 22 mit eingesetztem Messer
- 102 — Delikte an Bahnstreckenpunkten; zweithäufigste Tatörtlichkeit nach Straßen/Adressen (168)
Im Detail
Die Bundesregierung erfasst keine statistischen Daten im Sinne der Fragestellung.
— Antwort auf Frage 3, BT-Drs. 21/7694 (zur Frage nach Mehrstaatlern unter deutschen Tatverdächtigen)
Im ersten Halbjahr 2026 hat die Bundespolizei insgesamt 577 Gewaltdelikte mit Messerbezug erfasst. In 320 Fällen wurde das Messer tatsächlich eingesetzt, in 257 Fällen lediglich mitgeführt. Das geht aus der Antwort des Bundesministeriums des Innern vom 21. August 2026 auf die Kleine Anfrage der AfD-Fraktion hervor (BT-Drs. 21/7694, ursprüngliche Anfrage BT-Drs. 21/7581).
Tatörtlichkeiten: Bahnhöfe im Fokus
Die Messerkriminalität im Zuständigkeitsbereich der Bundespolizei konzentriert sich stark auf Bahnhöfe. Mit 304 von 577 Delikten entfällt mehr als die Hälfte aller Fälle auf Bahnhöfe — davon 140 mit eingesetztem und 164 mit lediglich mitgeführtem Messer. An Adressen und Straßen registrierte die Bundespolizei 168 Vorfälle, entlang von Bahnstreckenpunkten weitere 102. Grenzübergänge und Haltepunkte spielten mit je einem Fall eine untergeordnete Rolle.
Tatverdächtige: Herkunft und Altersstruktur
Von den 443 erfassten Tatverdächtigen hatten 155 die deutsche und 177 eine nichtdeutsche Staatsangehörigkeit; bei 111 Personen blieb die Herkunft unbekannt oder ungeklärt. Unter den nichtdeutschen Tatverdächtigen stehen syrische Staatsangehörige mit 36 Personen an erster Stelle (22 mit eingesetztem, 14 mit mitgeführtem Messer), gefolgt von afghanischen (19) und türkischen (17). Polnische Staatsangehörige folgen mit 16 Fällen auf Rang vier, rumänische mit 13 auf Rang fünf.
Bei der Altersstruktur zeigt sich bei deutschen Tatverdächtigen ein deutliches Übergewicht Erwachsener: 132 von 155 deutschen Tatverdächtigen waren volljährig und älter als 20 Jahre. Bei nichtdeutschen Tatverdächtigen waren 139 von 177 Erwachsene; 21 wurden als Heranwachsende (18–20 Jahre) und 16 als Jugendliche eingestuft. Unter den jugendlichen nichtdeutschen Tatverdächtigen dominierten syrische Staatsangehörige mit 8 Fällen.
Datenlücke bei Mehrstaatlern
Die AfD-Fraktion hatte auch gefragt, wie viele der deutschen Tatverdächtigen neben der deutschen Staatsangehörigkeit noch eine weitere besaßen. Dazu erklärt die Bundesregierung: Entsprechende statistische Daten werden von der Bundespolizei nicht erfasst. Eine Aufschlüsselung nach Mehrstaatlern ist damit aus der PES heraus nicht möglich.
Was gilt aktuell?
Die Bundespolizei erhebt Kriminalitätsdaten in der Polizeilichen Eingangsstatistik (PES). Diese Statistik erfasst festgestellte Delikte und Tatverdächtige im Zuständigkeitsbereich der Bundespolizei — also insbesondere Bahnhöfe, Bahnstrecken und Grenzbereiche. Eine separate Bundesstatistik zur Messerkriminalität über alle Länderpolizeien hinweg führt das Bundeskriminalamt; die Bundespolizei-Zahlen bilden davon nur einen Teilbereich ab. Die PES-Daten können sich laut Bundesregierung durch Nacherfassungen und Qualitätssicherungsmaßnahmen nachträglich geringfügig ändern.
Die politische Debatte um Messerkriminalität hat in Deutschland zuletzt an Intensität gewonnen, unter anderem ausgelöst durch mehrere öffentlichkeitswirksame Messerangriffe an Bahnhöfen und im öffentlichen Nahverkehr. Die parlamentarischen Aktivitäten des Bundestages in der laufenden Sitzungsperiode spiegeln dieses gesteigerte Interesse an Sicherheitsfragen wider.
Zu beachten ist, dass die Zahl der erfassten Delikte (577) und die Zahl der Tatverdächtigen (443) voneinander abweichen — dies liegt daran, dass einzelne Taten von mehreren Personen begangen wurden oder einzelne Personen mehrere Delikte verübt haben. Die Bundesregierung weist in ihrer Antwort ausdrücklich auf diese methodische Besonderheit der PES hin.
Weiterlesen:
Bahnreisende und Bahnhofbesucher sind besonders betroffen: 304 der 577 registrierten Messerdelikte ereigneten sich an Bahnhöfen. Auch entlang von Bahnstrecken (102 Fälle) und im öffentlichen Straßenraum (168 Fälle) im Bundespolizei-Zuständigkeitsbereich traten Vorfälle auf.
Die Bundesregierung beantwortet fünf der sechs Fragen vollständig mit detaillierten Statistiktabellen. Bei Frage 3 zur Mehrstaatlichkeit deutscher Tatverdächtiger verweist sie darauf, diese Daten statistisch nicht zu erfassen — eine Datenlücke, keine Ausweichung.
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Anfrage wurde mittlerweile beantwortet. Messerkriminalität: Bundespolizei-Statistik H1 2026 angefragt →
- Polizeiliche Eingangsstatistik (PES)
- Das zentrale Erfassungssystem der Bundespolizei für festgestellte Delikte und Tatverdächtige; Nacherfassungen können die Daten nachträglich leicht verändern.
- Heranwachsende
- Personen im Alter von 18 bis einschließlich 20 Jahren, die strafrechtlich eine Zwischenstellung zwischen Jugendlichen und Erwachsenen einnehmen.
- Bundespolizeigesetz (BPolG)
- Gesetz, das die Aufgaben der Bundespolizei regelt, insbesondere Grenzschutz und bahnpolizeiliche Tätigkeiten (§§ 2 ff.).
Wie viele Messerdelikte erfasste die Bundespolizei 2026?
Im ersten Halbjahr 2026 registrierte die Bundespolizei insgesamt 577 Gewaltdelikte mit Messerbezug: 320 mit eingesetztem und 257 mit mitgeführtem Messer.
Wo passieren Messerdelikte im Bundespolizei-Bereich am häufigsten?
An Bahnhöfen wurden 304 der 577 Delikte verzeichnet, gefolgt von Adressen und Straßen (168 Fälle) sowie Bahnstreckenpunkten (102 Fälle).
Welche Staatsangehörigkeit ist unter nichtdeutschen Tatverdächtigen am häufigsten?
Laut Bundesregierung stehen syrische Staatsangehörige mit 36 Tatverdächtigen an erster Stelle, gefolgt von afghanischen (19) und türkischen (17).
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7694 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.






























































