- AfD hinterfragt EU-Friedensforderungen an Russland
- 44 Fragen zu Diskussionspapier von Kallas
- Kritik an maximalistischen Positionen ohne Zugeständnisse
Ukraine-Friedensplan: AfD hinterfragt EU-Kernforderungen
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6140 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat ein internes Diskussionspapier mit dem Titel ‚European Core Interests in Ensuring a Comprehensive, Just and Lasting Peace and Continent’s Security‘ unter den EU-Mitgliedstaaten verbreitet. Darin werden zentrale Forderungen für eine Friedenslösung im Ukrainekrieg formuliert, während kritisiert wird, dass die EU bislang nicht ausreichend in die unter US-Führung stattfindenden diplomatischen Gespräche einbezogen wurde.
Nach Auffassung der Fragesteller enthalten die im Diskussionspapier formulierten Positionen Vorgaben, die den erklärten Zielsetzungen Russlands in zentralen Punkten entgegenstehen und deren Umsetzung faktisch eine umfassende militärische Niederlage Russlands voraussetzen würde.
— Begründung BT-Drs. 21/6140
Die AfD-Fraktion stellt mit der Drucksache 21/6140 vom 27. Mai 2026 umfassende Fragen zur Position der Bundesregierung gegenüber einem internen EU-Diskussionspapier. Das von EU-Außenbeauftragter Kaja Kallas vorgelegte Papier trägt den Titel „European Core Interests in Ensuring a Comprehensive, Just and Lasting Peace and Continent’s Security“.
Inhalte des EU-Diskussionspapiers
Das Papier formuliert verschiedene Forderungen an Russland für eine Friedensregelung. Zentral ist der vollständige Abzug russischer Truppen aus besetzten ukrainischen Gebieten. Moskau soll zudem auf die völkerrechtliche Anerkennung dieser Gebiete als Teil Russlands verzichten und die Kernwaffenstationierung in Belarus beenden. Darüber hinaus sieht das Papier Entschädigungsleistungen vor – sowohl für den Wiederaufbau der Ukraine als auch für Schäden in europäischen Staaten.
Das EU-Papier enthält umfassende Forderungen an Russland als Bedingungen für eine Friedensregelung.
Bemerkenswert sind auch die Forderungen nach innenpolitischen Veränderungen in Russland. Dies ist insofern brisant, da solche Bedingungen traditionell als Einmischung in innere Angelegenheiten kritisiert werden. Das Papier verlangt freie Wahlen unter internationaler Beobachtung, die Freilassung politischer Gefangener sowie die Rücknahme repressiver Gesetzgebung. Die AfD bezeichnet dies als faktische Forderung nach einem Regimewandel.
AfD-Position zu den EU-Vorschlägen
In ihrer 44 Fragen umfassenden Anfrage führt die AfD aus, dass diese Positionen „den erklärten Zielsetzungen Russlands in zentralen Punkten entgegenstehen“. Ein kurzer, aber zentraler Punkt: Wie könnten Verhandlungen erfolgreich sein? Die Fraktion um Markus Frohnmaier fragt nach der Vereinbarkeit mit erfolgreichen Friedensverhandlungen ohne gegenseitige Zugeständnisse.
Die finanziellen Aspekte für Deutschland werden ebenfalls thematisiert. Hintergrund ist die bereits erhebliche finanzielle Belastung durch die bisherige Ukraine-Unterstützung. Die AfD fragt nach den Gesamtkosten der Ukraine-Unterstützung seit 2022 und deren Auswirkungen auf die Schuldenbremse. Besondere Aufmerksamkeit gilt der geplanten Verwendung eingefrorener russischer Staatsvermögen in Höhe von 210 Milliarden Euro.
Fragen zu Deutschlands Rolle
Ein zentraler Punkt der Anfrage betrifft Deutschlands künftige Rolle bei möglichen Friedensverhandlungen. Würde Deutschland mit einem eigenen Vertreter teilnehmen? Die AfD will auch wissen, wie sich die Bundesregierung mit den USA abstimmt. Dies ist bedeutsam, da die transatlantische Koordination entscheidend für die europäische Position sein dürfte. Auch die Frage nach EU-Sicherheitsgarantien für die Ukraine und Deutschlands militärischen Beiträgen wird aufgeworfen.
Die Anfrage behandelt schließlich die Position der AfD zur deutschen Ukraine-Politik. Sie fragt, ob die von der EU formulierten Forderungen diplomatische Lösungen fördern oder erschweren.
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Betroffen sind deutsche Steuerzahler durch Ukraine-Unterstützungskosten, die deutsche Außen- und Sicherheitspolitik sowie potenzielle Friedensverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine. Auch die Rolle Deutschlands in zukünftigen EU-Sicherheitsgarantien steht zur Debatte.
Die Bundesregierung hat 21 Tage ab Einreichung Zeit, die 44 Fragen zu beantworten. Die Antwortfrist läuft bis zum 17. Juni 2026. Nach der Antwort ist das Verfahren abgeschlossen.
- EU-Außenbeauftragte
- Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, derzeit Kaja Kallas aus Estland.
- Eingefrorene Staatsvermögen
- Russische Staatsvermögen in EU-Staaten, die seit 2022 wegen des Ukraine-Kriegs blockiert sind, etwa 210 Milliarden Euro.
Was sind die EU-Kernforderungen für einen Ukraine-Frieden?
Vollständiger Abzug russischer Truppen, Verzicht auf Anerkennung besetzter Gebiete, Entschädigungsleistungen und innenpolitische Reformen in Russland.
Warum kritisiert die AfD diese Forderungen?
Sie sieht darin unrealistische Positionen, die faktisch eine militärische Niederlage Russlands voraussetzen und Friedensverhandlungen erschweren könnten.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6140 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Deutscher Bundestag / DIP — BT-Drs. 21/6140 | Kleine Anfrage | Original-PDF | dip.bundestag.de

































































