Empfehlung liegt vor
- 18-Kilometer-Tunnel Dresden-Prag empfohlen
- Kosten bis 8 Milliarden Euro
- Elbtal soll entlastet werden
Bahnstrecke Dresden-Prag: Verkehrsausschuss empfiehlt Tunnelvariante
Hintergrund
Das Projekt ist Teil des europäischen Schienennetzes TEN und der geplanten Hochgeschwindigkeitsverbindung Berlin-Prag-Wien. Die bestehende Strecke durch das Elbtal ist überlastet und hochwassergefährdet. Seit 2021 lief eine frühe Öffentlichkeitsbeteiligung, bei der sich die Region für die teure Tunnelvariante aussprach.
Die Neubaustrecke Dresden – Grenze D/CZ (– Prag) ist Teil des Bundesverkehrswegeplans 2030 und als neues Vorhaben des vordringlichen Bedarfs Nr. 32 in der Anlage zu § 1 Absatz 1 BSWAG enthalten.
— Beschlussempfehlung BT-Drs. 21/5997
Der Verkehrsausschuss hat dem Bundestag empfohlen, die Neubaustrecke Dresden-Prag zu realisieren. Die Tunnelvariante mit 18 Kilometern Tunnelstrecke soll umgesetzt werden, heißt es in der Beschlussempfehlung BT-Drs. 21/5997 vom 19. Mai 2026.
Milliardenprojekt für Europa
Das Vorhaben ist Teil des Bundesverkehrswegeplans 2030. Gleichzeitig gehört es zur geplanten europäischen Hochgeschwindigkeitsverbindung Berlin-Prag-Wien. Die Gesamtkosten liegen bei 5,6 Milliarden Euro, während die Gesamtwertprognose 8 Milliarden Euro beträgt. Das Nutzen-Kosten-Verhältnis erreicht knapp 1,03.
Durch die neue Strecke sollen die Reisezeiten zwischen Dresden und Prag verkürzt werden. Das Elbtal wird dadurch vom Güterverkehr entlastet. Dies ist bemerkenswert, da die bestehende Strecke entlang der Elbe überlastet und hochwassergefährdet ist.
Durch den 18 Kilometer langen Tunnel wird das touristische Elbtal vom Bahnlärm befreit – dafür zahlt Deutschland bis zu 8 Milliarden Euro.
Koalition setzt sich durch
Die Koalitionsfraktionen CDU/CSU und SPD haben sich mit ihrer Entschließung durchgesetzt. Zusätzlich sind 18,1 Millionen Euro für Brandschutz-Maßnahmen vorgesehen. Die AfD hat sich bei der Abstimmung enthalten. Hintergrund ist die vorherige Ablehnung ihres eigenen Antrags für zusätzlichen Lärmschutz gewesen.
Der Verkehrsausschuss hat die europäische Dimension des Projekts betont. Es handelt sich um einen wichtigen Baustein des transeuropäischen Schienennetzes. Die Tunnelvariante bringt erhebliche Vorteile für den Lärmschutz mit sich.
Diskussion um Nutzen-Kosten-Verhältnis
Das Nutzen-Kosten-Verhältnis von 1,03 ist von mehreren Fraktionen thematisiert worden. Die Grünen haben gefordert, künftig auch die Pünktlichkeit von Zügen in die Bewertung einzubeziehen. Demgegenüber verwies die Linke darauf, dass die Klimavorteile des Projekts stärker berücksichtigt werden sollten.
Die Bundesregierung soll außerdem darauf hinwirken, dass die Strecke für Geschwindigkeiten von 230 km/h ausgelegt wird. Ein Fernverkehrsbahnhof in Heidenau soll geprüft werden.
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Betroffen sind vor allem die Anwohner im Elbtal, die vom Bahnlärm entlastet werden sollen. Reisende zwischen Deutschland und Tschechien profitieren von kürzeren Fahrzeiten. Die Gemeinden entlang der Tunnelstrecke müssen mit Bauarbeiten rechnen.
Der Verkehrsausschuss hat seine Empfehlung vorgelegt. Die abschließende Abstimmung im Bundestag steht bevor. Bei Zustimmung kann das Projekt in die nächste Planungsphase übergehen. Der Bau soll im Rahmen des Deutschlandtakts erfolgen.
- BSWAG
- Bundesschienenwegeausbaugesetz – regelt den Ausbau der Bundesschienenwege
- TEN-Korridor
- Transeuropäisches Verkehrsnetz verbindet die EU-Länder miteinander
- Nutzen-Kosten-Verhältnis
- Bewertungsmaßstab für Infrastrukturprojekte – muss über 1,0 liegen
Wie teuer wird die neue Bahnstrecke Dresden-Prag?
Die Gesamtkosten betragen 5,6 Milliarden Euro, die Gesamtwertprognose liegt bei 8 Milliarden Euro.
Warum wird ein Tunnel gebaut statt oberirdisch?
Der Tunnel entlastet das touristische Elbtal vom Bahnlärm und hat weniger Umweltauswirkungen.























































