- 289 Mio. Euro deutsche Gesamtzusage an CAFI seit 2019
- Über 606.000 Hektar Gemeindewälder in DR Kongo gesichert
- Verwaltungskosten bei 6,69 Prozent des Fondsvolumens
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7131 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Die Central African Forest Initiative (CAFI) ist ein multilateraler Klimaschutzfonds, der seit 2015 die Waldschutz- und Klimapolitik im Kongobecken unterstützt. Das Kongobecken beherbergt den zweitgrößten tropischen Regenwald der Erde und gilt als bedeutender globaler Kohlenstoffspeicher. Deutschland beteiligt sich über die Maßnahme DE-1-201952039 seit Dezember 2019 mit einem Gesamtvolumen von 289 Millionen Euro; Durchführungsorganisation ist das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP). Die Laufzeit der Maßnahme reicht bis voraussichtlich Dezember 2029.
- 289 Mio. Euro — Gesamtzusage Deutschlands an CAFI (Stand Juni 2026), davon 280 Mio. Euro bereits ausgezahlt.
- 606.576 Hektar — Gemeindewälder in der DR Kongo, die auf Portfolioebene abgesichert wurden.
- 900.000+ — direkte Begünstigte der CAFI-Vorhaben im Kongobecken bis 2025.
- 6,69 % — Verwaltungskostenquote (max. 7 % vertraglich begrenzt); entspricht 25,5 Mio. US-Dollar bei 381 Mio. US-Dollar Programmvolumen.
- 80 Vorhaben — seit Gründung finanziert; 30 davon erfolgreich abgeschlossen.
Im Detail
Da die Mittel Deutschlands in diesem multilateralen Fonds mit Beiträgen anderer Geber gebündelt werden, ist die Wirkung einzelner deutscher Zahlungen nicht isoliert messbar.
— Antwort der Bundesregierung, BT-Drs. 21/7131, S. 2
Mit 289 Millionen Euro beteiligt sich Deutschland an der Central African Forest Initiative (CAFI), einem multilateralen Fonds zum Schutz der Regenwälder im Kongobecken. Die Bundesregierung hat am 13. Juli 2026 in der Drucksache 21/7131 alle 21 Fragen der AfD-Fraktion (BT-Drs. 21/6488) zu dieser Initiative beantwortet — und gibt damit erstmals einen detaillierten Überblick über Mittelflüsse, Ergebnisse und Risiken des Projekts.
Von der Gesamtzusage in Höhe von 289 Millionen Euro wurden bis zum Zeitpunkt der Anfrage bereits 280 Millionen Euro ausgezahlt. Die verbleibenden 9 Millionen Euro fließen planmäßig in zwei Raten zu je 4,5 Millionen Euro in den Jahren 2026 und 2027. Ob Deutschland nach dem Projektende 2029 weitere Mittel bereitstellt, ist laut Bundesregierung noch nicht entschieden und hängt von künftigen Haushaltsentscheidungen des Bundestages ab.
Was hat CAFI bisher erreicht?
Die CAFI-Initiative hat nach Angaben der Bundesregierung auf Portfolioebene 606.576 Hektar Gemeindewälder in der Demokratischen Republik Kongo sowie rund 28.000 Hektar in Gabun abgesichert. Für eine Fläche von rund 8 Millionen Hektar im Kongobecken wurden nachhaltige lokale Landnutzungspläne unterstützt. Bis 2025 profitierten mehr als 900.000 Menschen direkt von den CAFI-Vorhaben, darunter wurden rund 635.000 Hektar rechtlich gesicherter Gemeindewälder geschaffen. Gabun erzielte im Rahmen des ergebnisbasierten Finanzierungsansatzes nachweisliche Emissionsminderungen in einem Bilanzierungsgebiet von 26,8 Millionen Hektar.
Seit Gründung hat CAFI insgesamt 80 Vorhaben und vorbereitende Zuschüsse finanziert. 30 Vorhaben gelten als erfolgreich abgeschlossen.
Verwaltungskosten und Mittelverwendung
Ein zentrales Kontrollthema der Anfrage waren die Verwaltungskosten. Laut Bundesregierung beliefen sich diese bis Dezember 2025 auf 25,5 Millionen US-Dollar bei einem umgesetzten Programmvolumen von 381,3 Millionen US-Dollar — das entspricht einer Verwaltungskostenquote von 6,69 Prozent. Vertraglich ist ein Höchstsatz von 7 Prozent festgelegt. Die verbleibenden 93 Prozent fließen in die Programmumsetzung, einschließlich fachlicher Leistungen und Maßnahmen vor Ort.
Eine isolierte Ausweisung der deutschen Mittelverwendung nach Kostenkategorien — etwa Verwaltung, Beratung, Gehälter — ist nicht möglich, da CAFI als gemeinsamer Finanzierungsmechanismus ausgestaltet ist und keine geberspezifische Buchführung vorsieht. Rückforderungen wegen nicht erreichter Ziele oder nachgewiesener Fehlverwendungen hat es nach Angaben der Bundesregierung bisher nicht gegeben.
Sektorale Mittelverteilung und Korruptionsrisiken
Auf Grundlage der für 2025 gemeldeten Projektausgaben wurden rund 31 Prozent der Mittel im Agrarsektor eingesetzt, 20 Prozent für Governance, 16 Prozent für Energie, 15 Prozent direkt für Wälder, 11 Prozent für Landrechte und 6 Prozent für demografische Maßnahmen. Der Schwerpunkt auf Landwirtschaft erklärt sich damit, dass CAFI bewusst in jene Sektoren investiert, die maßgeblich für Entwaldung verantwortlich sind.
Governance-Risiken und Korruptionsfragen in den Partnerländern adressiert CAFI laut Bundesregierung durch Risikoanalysen, Prüf- und Kontrollmechanismen sowie verbindliche Anforderungen an Korruptionsprävention. Projekte werden nur finanziert, wenn angemessene Vorkehrungen vorliegen. Die verfügbaren Daten deuten auf eine relative Stabilisierung der nationalen Entwaldungsraten in den CAFI-Partnerländern seit 2019 hin — eine direkte quantitative Zurechnung an CAFI lehnt die Bundesregierung jedoch ab, da die Wirkung langfristiger Politikinstrumente typischerweise zeitverzögert eintrete.
Transparenz und Berichterstattung
Detaillierte Projektberichte sind auf der öffentlich zugänglichen Gateway-Plattform des Multi Partner Trust Fund Office (mptf.undp.org) einsehbar. Das BMZ berichtet zur CAFI-Unterstützung über seine Website und anlassbezogen gegenüber der Fachöffentlichkeit, etwa im Rahmen von UN-Generalversammlungen. Den jährlichen Ausgabenverlauf stellt das Transparenzportal des Bundes grafisch dar.
Der Anteil der Maßnahme DE-1-201952039 an den kumulierten deutschen Gesamtausgaben für alle mit CAFI verbundenen Maßnahmen in Subsahara-Afrika beträgt 77,7 Prozent. Für weitere verbundene Maßnahmen in DR Kongo, Kamerun und mit der Zentralafrikanischen Waldkommission (COMIFAC) hat Deutschland zusätzlich 82,76 Millionen Euro zugesagt.
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Direkt betroffen sind die Bevölkerungen der CAFI-Partnerländer im Kongobecken, darunter die Demokratische Republik Kongo, Kamerun und Gabun. Bis 2025 erreichten CAFI-Vorhaben laut Bundesregierung mehr als 900.000 direkte Begünstigte. In Deutschland sind indirekt alle Steuerzahlerinnen und Steuerzahler betroffen, da die Initiative vollständig aus dem Bundeshaushalt finanziert wird.
Die Bundesregierung hat mehrere Fragen mit Verweisen auf externe Quellen beantwortet: Für die jahresgenauen Auszahlungsverläufe (Frage 1) wird auf das Transparenzportal verwiesen, für den Umsetzungsstand (Frage 2) auf die CAFI-Jahresberichte. Fragen zur isolierten Wirkung der deutschen Mittel (Fragen 3, 7, 9) werden mit dem Hinweis auf den multilateralen Fondsmechanismus abgewiesen — eine inhaltlich nachvollziehbare, aber dennoch ausweichende Antwortpraxis.
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Anfrage wurde mittlerweile beantwortet. CAFI-Waldinitiative: 289 Mio. Euro für Kongobecken unter Kontrolle →
- CAFI
- Central African Forest Initiative — ein multilateraler Fonds zum Schutz der Regenwälder im Kongobecken, finanziert von mehreren Geberländern und umgesetzt durch das UNDP.
- FPIC
- Free Prior and Informed Consent (freie, vorherige und informierte Zustimmung) — ein Verfahren, das sicherstellt, dass indigene Gemeinschaften Projekten in ihrem Gebiet zustimmen müssen.
- Ergebnisbasierte Zahlung
- Ein Finanzierungsansatz, bei dem Mittel erst nach dem Nachweis messbarer Ergebnisse — z. B. reduzierter Emissionen — ausgezahlt werden.
Wie viel Geld hat Deutschland an CAFI gezahlt?
Deutschland hat bisher 280 von insgesamt zugesagten 289 Millionen Euro ausgezahlt. Die verbleibenden 9 Millionen Euro werden in je 4,5 Mio. Euro-Raten in 2026 und 2027 überwiesen.
Wie hoch sind die Verwaltungskosten bei CAFI?
Bis Dezember 2025 beliefen sich die Verwaltungskosten auf 25,5 Millionen US-Dollar, entsprechend 6,69 Prozent des umgesetzten Programmvolumens. Der Höchstsatz ist auf 7 Prozent begrenzt.
Welche Flächen wurden durch CAFI geschützt?
CAFI hat auf Portfolioebene 606.576 Hektar Gemeindewälder in der DR Kongo und rund 28.000 Hektar in Gabun abgesichert. Zudem wurden nachhaltige Landnutzungspläne für rund 8 Millionen Hektar unterstützt.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/7131 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.



































































