- KTF plant 2026 Ausgaben von 34,8 Milliarden Euro für Klimaschutz
- BEG-Gebäudeförderung ist mit 12 Milliarden Euro der größte Einzelposten
- 2025 wurden zehn Milliarden Euro weniger ausgegeben als geplant
Der Klima- und Transformationsfonds: Aufbau, Volumen und Mittelverwendung 2026
Der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages hat in einer Analyse vom 13. Juli 2026 den Klima- und Transformationsfonds (KTF) umfassend dargestellt. Das Dokument beschreibt Struktur, Finanzvolumen und die wichtigsten Ausgabetitel des Sondervermögens für das Haushaltsjahr 2026.
Was ist der KTF?
Der KTF ist ein rechtlich unselbständiges Sondervermögen des Bundes, das seit 2010 besteht und 2022 aus dem früheren Energie- und Klimafonds (EKF) hervorgegangen ist. Er wird haushaltssystematisch unter Kapitel 6092 des Einzelplans 60 geführt und vom Bundesministerium der Finanzen federführend verwaltet. Sieben Fachressorts bewirtschaften insgesamt 67 Ausgabetitel. Den größten Anteil verwaltet das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit 81 Prozent des Finanzvolumens.
Ausgaben 2026 im Überblick
Für das Wirtschaftsjahr 2026 sind Gesamtausgaben von 34,8 Milliarden Euro eingeplant – rund 1,9 Milliarden Euro weniger als im Vorjahr. Davon entfallen etwa 15,1 Milliarden Euro auf konsumtive Maßnahmen (Zuweisungen und Zuschüsse) und 22,2 Milliarden Euro auf investive Maßnahmen. Allein für Stromkostenzuschüsse – aufgeteilt in Übertragungsnetzkosten (6,5 Mrd. Euro) und Strompreiskompensation (4 Mrd. Euro) – sind fast 30 Prozent der Gesamtausgaben reserviert. Den größten Einzelposten stellt die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) mit rund 12 Milliarden Euro dar.
Kritik und Auffälligkeiten
Der Bundesrechnungshof hat in der Vergangenheit die Praxis der Sondervermögen grundsätzlich kritisiert, weil sie den Bundeshaushalt an Transparenz verlieren lassen. Konkret bemängelt er beim KTF, dass Klimaschutzausgaben aus dem Kernhaushalt und aus dem Fonds nicht zusammenfassend ausgewiesen werden. Zudem wurde 2025 mit 26,6 Milliarden Euro rund zehn Milliarden Euro weniger ausgegeben als im Soll veranschlagt – ein Hinweis auf strukturelle Probleme beim Mittelabfluss.
Veränderungen gegenüber 2025
Gegenüber dem Vorjahr wurden 13 Titel gestrichen oder in das neue Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität verlagert. Neu hinzugekommen sind unter anderem Zuschüsse zum Industriestrompreis, zur Entlastung bei Übertragungsnetzkosten sowie eine einkommensabhängige Förderung klimaneutraler Mobilität für Haushalte mit kleinem und mittlerem Einkommen.
Beihilferechtlicher Rahmen
Viele KTF-Fördermaßnahmen unterliegen dem EU-Beihilferecht. Die Bundesregierung muss ihre Programme grundsätzlich bei der EU-Kommission notifizieren oder unter die Allgemeine Gruppenfreistellungsverordnung (AGVO) fallen. Ab 2027 soll eine reformierte AGVO neue Möglichkeiten für Betriebsbeihilfen bei erneuerbaren Energien schaffen. Der 30. Subventionsbericht der Bundesregierung veranschlagt für 2026 Finanzhilfen von rund 59,5 Milliarden Euro, während der Freiburger Subventionsbericht des Walter-Eucken-Instituts das gesamtstaatliche Subventionsvolumen mit 321,3 Milliarden Euro deutlich höher beziffert.

































































