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- 59 Mio. Euro für Bahnhof Fangschleuse, RE1-Trasse gleichzeitig gefährdet
- Mögliche Streckensperrungen bedrohen täglich tausende Pendler
- 17 Fragen zu Trassenpreisen, Schienenersatzverkehr und Kapazitäten
Hintergrund
Medienberichte vom Herbst 2026 thematisieren Überlegungen der DB InfraGO AG zu einer vorübergehenden oder teilweisen Einstellung des Betriebs auf Abschnitten der RE1-Trasse. Gleichzeitig investiert das Land Brandenburg rund 59 Millionen Euro in den Neubau des Bahnhofs Fangschleuse, der den Tesla-Standort in Grünheide anbinden soll. Auf der RE1-Strecke sind zudem umfangreiche Baumaßnahmen geplant, die eingleisige Sperrungen und Schienenersatzverkehr erfordern. Der Betreiber ODEG wartet auf den Ausbau der Infrastruktur, um durchgehend achtteilige Züge einsetzen zu können.
- 59 Mio. Euro — Öffentliche Mittel des Landes Brandenburg für den Neubau des Bahnhofs Fangschleuse (Tesla-Standort).
- 16.000 Fahrgäste täglich — Geplante Kapazität des neuen Bahnhofs Fangschleuse nach Fertigstellung.
- 17 Fragen — Umfang der Kleinen Anfrage der Fraktion Die Linke zu Betrieb, Kosten und Kapazität der RE1-Trasse.
Im Detail
Der Regionalexpress RE1 ist eine der wichtigsten Pendler- und Wirtschaftsachsen in Berlin-Brandenburg.
— Vorbemerkung BT-Drs. 21/8085, Fraktion Die Linke
Täglich nutzen zehntausende Pendlerinnen und Pendler den Regionalexpress RE1, der Berlin mit dem Umland in Brandenburg verbindet — von Brandenburg an der Havel im Westen bis Frankfurt (Oder) im Osten. Nun stehen nach Medienberichten mögliche Streckensperrungen oder sogar eine teilweise Einstellung des Betriebs im Raum, während das Land Brandenburg gleichzeitig rund 59 Millionen Euro in den Neubau des Bahnhofs Fangschleuse investiert. Diese Diskrepanz nimmt die Fraktion Die Linke zum Anlass für die Kleine Anfrage BT-Drs. 21/8085, die am 21. September 2026 beim Deutschen Bundestag eingereicht wurde.
RE1-Trasse: Was steht auf dem Spiel?
Laut Drucksache berichtet die Berliner Zeitung über Überlegungen der DB InfraGO AG, das Zugangebot auf Teilabschnitten der RE1-Trasse vorübergehend einzustellen oder einzuschränken. Die Fraktion fragt die Bundesregierung in 17 Einzelfragen, wie die DB InfraGO AG diese Überlegungen gegenüber dem Bundesministerium für Verkehr begründet und welche wirtschaftlichen sowie bauseitigen Faktoren — etwa der Zustand von Stellwerken, Brücken und Oberbau — dabei eine Rolle spielen.
59 Mio. Euro für Bahnhof, Trasse in Frage gestellt
Besonders kritisch beleuchtet die Anfrage das Verhältnis zwischen den Investitionen in den Bahnhof Fangschleuse und dem Zustand der zugehörigen Hauptachse. Der neue Bahnhof, der auch als „Teslabahnhof“ bezeichnet wird, soll künftig täglich bis zu 16.000 Fahrgäste bedienen und den Tesla-Produktionsstandort in Grünheide anbinden. Gleichzeitig drohen laut Linke auf eben dieser Trasse kapazitätsmindernde Baustellen, steigende Trassenpreise und Verzögerungen beim Ausbau für achtteilige Züge. Die Fraktion fragt, ob die Bundesregierung hierin eine Fehlplanung oder mangelnde Abstimmung zwischen dem Bundesverkehrsministerium und der DB InfraGO AG sieht.
Kosten für Schienenersatzverkehr und Trassenpreise
Ein weiterer Schwerpunkt der Anfrage betrifft die finanzielle Absicherung der betroffenen Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU). Die Linke fragt, ob der Bund oder die DB AG planen, den Betreibern — darunter die ODEG — Mehrkosten und Einnahmeausfälle durch baubedingte Ausfälle vollständig zu erstatten, um drohende Leistungseinschränkungen zu verhindern. Außerdem erkundigt sich die Anfrage, ob das Bundesverkehrsministerium eine temporäre Absenkung oder Aussetzung von Trassenpreisen auf stark baustellenbelasteten RE1-Abschnitten anstrebt und welche gesetzlichen Anpassungen geprüft werden, um Trassenpreise künftig an die tatsächliche Streckenqualität zu koppeln.
Kapazitäten im Berufs- und Schülerverkehr
Während der Bauphasen mit geplanten ein- oder mehrstündigen Streckensperrungen stellt sich die Frage, wie der Berufs- und Schülerverkehr in den Hauptverkehrszeiten sichergestellt wird. Die Anfrage thematisiert dabei auch kurzfristige technische Lösungen wie die Zulassung einer selektiven Türsteuerung, die es ermöglichen würde, längere Züge auch an zu kurzen Bahnsteigen halten zu lassen. Zudem fragt Die Linke, ob Bahnsteigverlängerungen entlang der RE1-Trasse während der anstehenden Sperrungen mitgeplant werden, um Folgesperrungen für diese Maßnahmen zu vermeiden.
Güterverkehr und Industriestandorte
Neben dem Personenverkehr betrifft die RE1-Trasse auch den Güterverkehr zu wichtigen Industriestandorten — darunter der Stahlstandort Eisenhüttenstadt und der Tesla-Standort in Fangschleuse. Die Anfrage fragt nach verbindlichen Absprachen zwischen dem Bundesverkehrsministerium, der DB InfraGO AG, den Ländern Berlin und Brandenburg sowie den betroffenen Industriebetrieben. Außerdem will die Fraktion wissen, ob ausreichende Umleitungsstrecken für den Güterverkehr bereitstehen, um eine Verlagerung auf die Straße zu verhindern. Das Risiko eines Kollapses des Schienenersatzverkehrs aufgrund des bundesweiten Bus- und Busfahrermangels rundet den Fragenkatalog ab.
Die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage steht noch aus. Vergleichbare Fragen zu Infrastrukturprojekten und ihrer parlamentarischen Kontrolle zeigt auch der Artikel KI-Chip in Dresden: Bundesregierung ohne Prüfverfahren.
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Unmittelbar betroffen sind die täglich pendelnden Fahrgäste zwischen Berlin, dem Berliner Umland und Frankfurt (Oder) sowie Schülerinnen und Schüler. Auch Industrieunternehmen entlang der Trasse — insbesondere Tesla in Fangschleuse und der Industriestandort Eisenhüttenstadt — sind auf einen verlässlichen Güter- und Personenverkehr angewiesen. Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) wie die ODEG tragen das finanzielle Risiko von baubedingten Ausfällen und ungeplanten Schienenersatzverkehren.
Die Kleine Anfrage (BT-Drs. 21/8085) ist am 21. September 2026 beim Deutschen Bundestag eingegangen. Die Antwort der Bundesregierung steht noch aus. Nach Zuleitung an das Bundeskanzleramt sieht § 104 GO-BT grundsätzlich eine Beantwortung innerhalb von 14 Tagen vor.
- DB InfraGO AG
- Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn, die das Schienennetz und Bahnhöfe in Deutschland betreibt und für deren Instandhaltung sowie Ausbau zuständig ist.
- Schienenersatzverkehr (SEV)
- Busverkehr, der bei Streckensperrungen oder Betriebsunterbrechungen den ausgefallenen Zugbetrieb ersetzt. Kosten und Organisation sind oft zwischen Bund, Ländern und Bahnbetreibern strittig.
- Trassenpreise
- Entgelte, die Eisenbahnverkehrsunternehmen für die Nutzung des Schienennetzes an den Infrastrukturbetreiber (DB InfraGO) zahlen müssen, unabhängig von der tatsächlichen Streckenqualität.
Was ist der RE1 und wen betrifft eine mögliche Einstellung?
Der Regionalexpress RE1 verbindet Brandenburg an der Havel mit Frankfurt (Oder) durch Berlin und ist laut Drucksache eine zentrale Pendler- und Wirtschaftsachse. Betroffen wären täglich tausende Berufspendler, Schüler sowie Industriestandorte wie Tesla in Fangschleuse und der Standort Eisenhüttenstadt.
Warum werden 59 Mio. Euro in den Bahnhof Fangschleuse investiert?
Das Land Brandenburg finanziert den Neubau des Bahnhofs Fangschleuse aus öffentlichen Mitteln, um den Industriestandort Tesla und künftig bis zu 16.000 Fahrgäste täglich anzubinden. Die Linke sieht laut Drucksache eine Diskrepanz, wenn die zugehörige RE1-Trasse gleichzeitig von Betriebseinschränkungen betroffen ist.
Welche konkreten Risiken fragt Die Linke ab?
Die Fraktion fragt unter anderem nach wirtschaftlichen Risiken für Bahnbetreiber durch unverschuldete Bauausfälle, möglichen Trassenpreissenkungen, der Kapazität im Berufsverkehr während Bauphasen sowie verbindlichen Absprachen zwischen dem Bund, DB InfraGO und den Ländern Berlin und Brandenburg.


































































