- Über 52 Wochen Wartezeit an vielen Botschaften
- Nur sieben Härtefallvisa seit Juli 2025
- Online-Visaverfahren zeigt erste Erfolge
Familiennachzug: Linke kritisiert lange Wartezeiten und Hürden
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/5984 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Der Familiennachzug zu subsidiär Schutzberechtigten wurde im Juli 2025 erneut für zwei Jahre ausgesetzt. Zuvor galt zwischen 2018 und 2025 eine Kontingentregelung von monatlich 1.000 Visa. Die Linke kritisiert die restriktive Handhabung der Härtefallregelung nach § 22 Aufenthaltsgesetz.
Die Bundesregierung ist bestrebt, Wartezeiten im Familiennachzug so gering wie möglich zu halten. Gleichwohl kommt es an einigen Auslandsvertretungen mit einem Schwerpunkt für den Familiennachzug zu Schutzberechtigten wegen der großen Zahl an Antragstellern zu teilweise längeren Wartezeiten.
— Antwort der Bundesregierung BT-Drs. 21/5984
Die Bundesregierung hat auf eine umfangreiche Kleine Anfrage der Linken zum Familiennachzug geantwortet. Die Antwort auf die Kleine Anfrage 21/5455 vom 19. Mai 2026 dokumentiert die Wartezeiten an deutschen Auslandsvertretungen. Besonders brisant sind dabei die Verzögerungen bei Eheschließungen.
Wartezeiten an Botschaften
An der Botschaft Ankara beträgt die Wartezeit für Anträge bei beabsichtigten Eheschließungen über 52 Wochen. Dies ist bemerkenswert, da es sich um einen strategisch wichtigen Standort handelt. Für den Ehepartnernachzug zu Deutschen oder Drittstaatsangehörigen gilt dieselbe Wartezeit. Auch in Pakistan (Islamabad) und anderen Standorten liegt die Wartezeit über einem Jahr – ein Trend, der sich bundesweit zeigt.
Über 130.000 Visumanträge wurden bereits über das neue Online-Portal gestellt, was die Verfahren beschleunigen soll.
Folgen der Aussetzung
Drastische Zahlen zeigen sich bei der Härtefallregelung. Seit der erneuten Aussetzung des Familiennachzugs zu subsidiär Schutzberechtigten im Juli 2025 wurden nach der Härtefallregelung lediglich sieben Visa erteilt. Die Linke bezeichnet die Handhabung als Verstoß gegen das Recht auf Familienleben.
Personal und technische Lösungen
Das Bundesamt für Auswärtige Angelegenheiten (BfAA) bearbeitet mit 14 Dienstposten Anträge für somalische, eritreische und afghanische Antragsteller. 2024 wurden 4.174 Visa bearbeitet. Im Jahr 2025 waren es 4.295 – ein moderater Anstieg. Hintergrund ist die Einführung des seit Januar 2025 verfügbaren Online-Visaverfahrens, das erste Erfolge bei der Verfahrensbeschleunigung zeigt.
FAP-Büros als Unterstützung
Eine zentrale Rolle spielen die Familienunterstützungsprogramm-Büros der Internationalen Organisation für Migration (IOM). Diese haben 2024 insgesamt 4.220 Familienangehörige betreut. 2025 waren es bereits 5.459 – ein deutlicher Anstieg. Die Standorte in Istanbul verzeichneten 1.855 Fälle in 2025, während Islamabad 1.182 Fälle bearbeitete.
Weiterlesen:
- Linke will Grundrechte vor rechten Angriffen schützen
- Linke fordert Geschlechterparität bei Bundestagslisten
Betroffen sind Geflüchtete mit Schutzstatus in Deutschland sowie eingebürgerte Deutsche mit Migrationshintergrund, die ihre Partner, Kinder oder Eltern nachholen wollen. Besonders afghanische, syrische und irakische Familien leiden unter den langen Wartezeiten.
Die Bundesregierung beantwortet die meisten Fragen vollständig, verweist jedoch bei sensiblen Daten auf als Verschlusssache eingestufte Anlagen.
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Anfrage wurde mittlerweile beantwortet. (Stand: 19.05.2026) Familiennachzug zu Schutzberechtigten – Linke kritisiert Aussetzung und fordert Informationen zu Wartezeiten →
- Subsidiärer Schutz
- Schutzstatus für Menschen, die nicht als Flüchtling anerkannt sind, aber in ihrem Herkunftsland schweren Schaden befürchten müssen.
- Härtefallregelung
- Ausnahmebestimmung nach § 22 Aufenthaltsgesetz, die auch bei ausgesetztem Familiennachzug einzelne Visa ermöglicht.
- FAP-Büros
- Familienunterstützungsprogramm-Büros der IOM, die Antragsteller bei Visaverfahren beraten und unterstützen.
Wie lange dauert es aktuell, einen Visa-Termin zu bekommen?
An vielen deutschen Auslandsvertretungen über 52 Wochen, besonders in der Türkei und Pakistan.
Was ist mit dem subsidiären Schutz passiert?
Der Familiennachzug zu subsidiär Schutzberechtigten wurde für zwei Jahre ausgesetzt, nur Härtefälle werden noch bearbeitet.
Hilft das neue Online-Verfahren?
Ja, über 130.000 Anträge wurden bereits online gestellt und das System reduziert Wartezeiten durch vollständigere Anträge.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/5984 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
📊 Themen-Monitor
🔍 Migrations-Monitor

































































