- Ziele bei Zuckerreduktion nur teilweise erreicht
- Salzreduktion in Fleischerzeugnissen gescheitert
- Gesamtbilanz der Strategie für Ende 2026 geplant
Reduktionsstrategie: Gesunde Ernährung stockt weiter
Hintergrund iDieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6239 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.
Die Bundesregierung verfolgt seit 2018 mit der Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie einen auf freiwillige Vereinbarungen gestützten Ansatz zur Verringerung von Zucker, Fett und Salz in verarbeiteten Lebensmitteln. Das Max Rubner-Institut führt ein kontinuierliches Produktmonitoring durch und hat einen Stakeholderprozess zur Ableitung wissenschaftsbasierter Reduktionsziele koordiniert. Die Strategie basiert auf Zielvereinbarungen mit der Wirtschaft für verschiedene Produktgruppen.
- Seit 2018 — Laufzeit der Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie mit freiwilligen Vereinbarungen der Wirtschaft
- 7 Produktgruppen — Zielvereinbarungen zu Frühstückscerealien für Kinder, gesüßten Milchprodukten für Kinder, Erfrischungsgetränken, fruchthaltigen Getränken, Brot und Kleingebäck, Tiefkühl-Pizza und Fleischerzeugnissen
- Ende 2026 — Geplante Veröffentlichung der Gesamtbilanz und Abschlussbericht der Bundesregierung zur Reduktionsstrategie
- 2028 — Geplante Einführung einer Abgabe auf zuckergesüßte Getränke durch die Bundesregierung
Im Detail
Nach Darstellung des Max Rubner-Instituts reichen die bislang umgesetzten Maßnahmen vielfach noch nicht aus.
— Vorbemerkung der Fragesteller BT-Drs. 21/6239
Die seit 2018 laufende Nationale Reduktionsstrategie zur Verringerung von Zucker, Fett und Salz in verarbeiteten Lebensmitteln zeigt gemischte Ergebnisse. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion hervor (BT-Drs. 21/6239 vom 1. Juni 2026).
Ziele nur bei wenigen Produktgruppen erreicht
Die gesteckten Ziele zur Zuckerreduktion wurden bei gesüßten Milchprodukten für Kinder, Frühstückscerealien für Kinder und Erfrischungsgetränken erreicht. Anders bei der Salzreduktion: Hier haben die Ziele zum Abbau von Salzspitzen in handwerklich hergestelltem Brot nicht erfüllt werden können. Auch bei erhitzten Fleischerzeugnissen bleiben die angestrebten Werte unerreicht.
Was gilt aktuell?
Die Reduktionsstrategie basiert auf freiwilligen Vereinbarungen zwischen der Bundesregierung und der Wirtschaft. Sieben Produktgruppen stehen im Fokus. Dazu gehören Frühstückscerealien für Kinder und gesüßte Milchprodukte für Kinder, außerdem Erfrischungsgetränke sowie fruchthaltige Getränke mit Zuckerzusatz. Bei herzhaften Produkten sind Brot und Kleingebäck, Tiefkühl-Pizza und erhitzte Fleischerzeugnisse Teil der Strategie. Das Max Rubner-Institut führt ein kontinuierliches Produktmonitoring durch und bewertet die Fortschritte.
Hauptquellen für bestimmte Nährstoffe
Bei Kindern und Jugendlichen sind laut den Studien KiESEL und EsKiMo II die Hauptquellen für freie Zucker Süßwaren, Säfte und Milchprodukte. Ab dem Alter von sechs Jahren kommen Softdrinks hinzu. Die Fettzufuhr stammt vor allem aus Milch, Milchprodukten und Wurstwaren. Für die Natrium- bzw. Salzzufuhr nannte die Bundesregierung Brot, Wurstwaren und Gewürze als wichtigste Quellen.
Forschungsförderung läuft an
Die Bundesregierung fördert seit 2018 zahlreiche Forschungsprojekte zur Entwicklung zucker-, salz- und fettreduzierter Produkte im Rahmen des Programms zur Innovationsförderung. Insgesamt sind mehrere Millionen Euro in verschiedene Vorhaben investiert worden, die von der Entwicklung von Zuckerersatzstoffen bis hin zur Fettreduktion in Backwaren reichen.
Ab 2028 plant die Bundesregierung zusätzlich die Einführung einer Abgabe auf zuckergesüßte Getränke. Die konkrete Ausgestaltung dieser Maßnahme wird derzeit erarbeitet.
Internationale Ansätze wenig übertragbar
Andere Länder verfolgen unterschiedliche Ansätze zur Reduktion von Zucker, Fett und Salz. Diese reichen von freiwilligen Selbstverpflichtungen über fiskalische bis hin zu rechtlichen Regelungen. Aufgrund unterschiedlicher Rahmenbedingungen wie Verzehrgewohnheiten und Lebensmittelmärkten sieht die Bundesregierung jedoch keine unmittelbare Übertragbarkeit auf Deutschland.
Das Max Rubner-Institut sieht prioritären Forschungsbedarf insbesondere bei der mikrobiologischen Sicherheit von salzreduzierten Fleischerzeugnissen. Weitere wichtige Themen sind die Süßprägung im Kindesalter und die gesundheitliche Unbedenklichkeit von Süßungsmittelkombinationen.
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Betroffen sind alle Verbraucher, die verarbeitete Lebensmittel konsumieren. Besonders relevant ist die Strategie für Familien mit Kindern, da spezielle Ziele für Kinderprodukte definiert wurden. Die Lebensmittelindustrie und der Handel müssen die vereinbarten Reduktionsziele umsetzen.
Die Bundesregierung beantwortet die Fragen vollständig und verweist auf detaillierte Berichte und Studien. Bei einigen Aspekten werden jedoch keine konkreten Zahlen genannt oder auf zukünftige Berichte verwiesen.
Hinweis: Dieser Artikel beschreibt den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Die Anfrage wurde mittlerweile beantwortet. (Stand: 01.06.2026) AfD zweifelt an Regierungs-Strategie gegen Zucker und Fett →
- Nationale Reduktions- und Innovationsstrategie
- Seit 2018 verfolgte Initiative der Bundesregierung zur freiwilligen Reduktion von Zucker, Fetten und Salz in verarbeiteten Lebensmitteln durch Vereinbarungen mit der Wirtschaft.
- Max Rubner-Institut
- Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel, das das Produktmonitoring zur Reduktionsstrategie durchführt und wissenschaftliche Grundlagen erarbeitet.
Welche Produktgruppen zeigen Erfolge bei der Reduktion?
Erfolgreiche Zuckerreduktion gelang bei gesüßten Milchprodukten für Kinder, Frühstückscerealien für Kinder und Erfrischungsgetränken.
Wo wurden die Ziele verfehlt?
Die Salzreduktion in handwerklich hergestelltem Brot und erhitzten Fleischerzeugnissen konnte die gesteckten Ziele nicht erfüllen.
Dieser Beitrag bezieht sich auf BT-Drs. 21/6239 und gibt den Inhalt der Drucksache zusammenfassend wieder. Die inhaltliche Verantwortung liegt beim jeweiligen Verfasser der Drucksache. Der Beitrag spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung des Seitenbetreibers wider.




























































