Was ist eine Legislaturperiode?
Die Legislaturperiode bezeichnet den Zeitraum, für den ein Parlament gewählt wird und seine Arbeit aufnimmt. Sie beginnt mit dem Zusammentritt des neu gewählten Parlaments nach einer Wahl und endet mit der Neuwahl beziehungsweise dem Zusammentritt des nachfolgenden Parlaments. Während dieser Zeit übt das Parlament seine verfassungsmäßigen Aufgaben aus: Es verabschiedet Gesetze, kontrolliert die Regierung und entscheidet über den Staatshaushalt.
Im deutschen Bundestag dauert eine Legislaturperiode grundsätzlich vier Jahre. Diese Regelung ist im Grundgesetz festgeschrieben und bildet das Fundament für die parlamentarische Demokratie in Deutschland. Die feste Amtsdauer sorgt für Stabilität und Planungssicherheit in der politischen Arbeit.
Rechtliche Grundlagen der Legislaturperiode
Artikel 39 des Grundgesetzes regelt die Wahlperiode des Deutschen Bundestages. Demnach wird der Bundestag auf vier Jahre gewählt. Seine Wahlperiode endet mit dem Zusammentritt eines neuen Bundestages. Eine Verkürzung der Legislaturperiode ist nur unter besonderen Umständen möglich, etwa durch die Auflösung des Bundestages nach einem gescheiterten Misstrauensvotum oder einer verlorenen Vertrauensfrage.
Auch die Landtage der deutschen Bundesländer haben festgelegte Legislaturperioden, die zwischen vier und fünf Jahren variieren. Diese sind in den jeweiligen Landesverfassungen geregelt. Das Europäische Parlament wird ebenfalls für fünf Jahre gewählt.
Praxisbeispiel: Der 20. Deutsche Bundestag
Ein konkretes Beispiel ist die laufende 20. Legislaturperiode des Deutschen Bundestages, die am 26. Oktober 2021 begann. Nach der Bundestagswahl vom 26. September 2021 konstituierte sich das neue Parlament und wählte Olaf Scholz zum Bundeskanzler. Diese Legislaturperiode wird voraussichtlich bis zur nächsten regulären Bundestagswahl im Jahr 2025 andauern.
Während dieser Zeit arbeitet das Parlament kontinuierlich an verschiedenen Gesetzentwürfen und politischen Vorhaben. So beschäftigen sich die Abgeordneten beispielsweise mit sozialpolitischen Themen wie der Bekämpfung der 15,2% Kinderarmut: Grüne starten Bildungsoffensive gegen soziale Ungleichheit oder diskutieren täglich aktuelle politische Entwicklungen, wie sie in Formaten wie Das bewegt Deutschland — 09.06.2026 und Das bewegt Deutschland — 08.06.2026 behandelt werden.
Bedeutung für die Demokratie
Die Legislaturperiode ist ein zentrales Element der parlamentarischen Demokratie. Sie gewährleistet einerseits die demokratische Legitimation durch regelmäßige Wahlen und andererseits ausreichend Zeit für die Umsetzung politischer Programme. Die begrenzte Dauer sorgt dafür, dass Abgeordnete und Regierung regelmäßig dem Wählerwillen unterworfen werden, während die mehrjährige Laufzeit kontinuierliche Arbeit und längerfristige Planungen ermöglicht.


























































